Lebensdaten
1711 bis 1787
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116809205 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gräfe, Johann Friedrich

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Zitierweise

Gräfe, Johann Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116809205.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Matthäus Cuno (1682–1715), Pfarrer in W., S d. Nikolaus (1651–1712), aus Freyenstein, Pfarrer in W., u. d. Judith Buntebart;
    M Eleonore Elisabeth (1686–1729), T d. Joh. Gg. Wedigen (1656–1723), Kriegs- u. Proviantkommissar in Spandau, u. d. Eleonore Prüfer;
    Stief-V Chrstn. Samuel Heuschel, Pfarrer in W.;
    Berlin 1749 Friederike Caroline (* 1727), T d. Gg. Frdr. Wedigen (1685–1745), preuß. Geh. Rat b. d. Oberrechnungskammer in Berlin, u. d. Charl. Luise v. Kühl (T d. Gabriel v. Kühlen, 1655–1715, preuß. Gen.-Major u. Chef d. Artillerie, s. Priesdorff I, S. 108 f.);
    2 S, 1 T, u. a. Luise (⚭ Arnold Ebert, 1795, Übersetzer u. Dichter, s. NDB IV).

  • Leben

    Die Jugendjahre G.s liegen im Dunkeln. 1737-41 scheint er sich „Studierens wegen“ in Halle und Leipzig – wo er zum Kreis um Gottsched zählte, in dessen Gattin er seine „hohe Gönnerin“ fand – aufgehalten zu haben, ehe er 1755 als Kammersekretär, 1764 als Postrat und 1774 als Post- und Kammerrat in Braunschweig genannt wird. Wo G., der als „würdiger Dilettant“ hohes Ansehen genoß, seine gediegene musikalische Ausbildung erhielt, ist nicht bekannt. Als „Liebhaber der Musik und Poesie“ wandte er sich 1737 mit seiner bedeutenden Odensammlung an die „Liebhaber der Music“, denen er im Gegensatz zu Sperontes (J. S. Scholz) „Singender Muse“ Originalvertonungen – 55 Oden von G. selbst komponiert – von Texten Gottscheds, Hagedorns, M. von Zieglers und anderen bietet. Zu den Komponisten seiner eine Blüte der Liedvertonung in Deutschland einleitenden Sammlung zählen die besten der Zeit, die „durch deutsche Sachen, und nicht mehr durch italienische Stücke sich bekannt machen …“.

  • Werke

    Slg. versch. u. auserlesener Oden, 4 T., Halle 1737-43 (außer G. beteiligt: Hurlebusch, Giovannini, C. H. Graun u. Ph. E. Bach;
    den Melodien wurden u. a. v. Heinr. Ernst Gf. zu Stolberg geistl. Texte unterlegt);
    Oden und Schäfergedichte in d. Musik gesetzt, Leipzig 1744;
    Sonnet auf d. v. d. Churprinzessin zu Sachsen … in Musik gesetzte … Pastorell Il trionfo della fedelta, ebd. 1755;
    50 Psalmen, geistl. Oden u. Lieder, Braunschweig 1760;
    6 auserlesene geistl. Oden u. Lieder, Leipzig 1762;
    1 Marsch f. Orch. u. 3 Gesangskompositionen, in: C. Ph. E. Bach, Musikal. Vielerley, Hamburg 1770;
    - d. Komp. e. Oper „Herkules auf dem Oeta“, ebd. 1771, u. zweier Klaviersonaten (Ms., ehem. Univ.bibl. Königsberg) durch G. gilt als wahrsch.

  • Literatur

    ADB IX;
    M. Friedländer, Das dt. Lied im 18. Jh., 1802;
    E. O. Lindner, Gesch. d. dt. Liedes im 18. Jh., 1871;
    G. Witkowski, Gesch. d. literar. Lebens in Leipzig, 1909;
    H. Kretzschmar, Gesch. d. neuen dt. Liedes, 1911;
    Eitner (W);
    M. Ruhnke, in: MGG V, Sp. 661-63 (W, L).

  • Autor/in

    Horst Heussner
  • Empfohlene Zitierweise

    Heussner, Horst, "Gräfe, Johann Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 712 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116809205.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Graefe: Johann Friedrich G., Componist, geboren zu Braunschweig 1711, gestorben daselbst am 5. Februar 1787, als herzoglicher Post- und Kammerrath, war einer von den musikalischen Dilettanten, welche mit Künstlern von Fach in die Schranken treten können. Er war nicht allein ein einsichtsvoller und redlicher Beamter, der in seinem Amte, in welchem er über 50 Jahre thätig war, sich die allgemeine Achtung und Anerkennung erworben hat, sondern er galt auch durch ganz Deutschland als ein gründlich gebildeter und geschmackvoller Componist, dessen Arbeiten, wie gleichzeitige Urtheile melden, „außer der vollständig harmonischen Richtigkeit und melodischen Lebhaftigkeit von mancherlei künstlichen Bindungen und artigen Nachahmungen, noch eine eigene Schönheit besitzen, die der leichtsinnigen Arbeit manches italienischen Componisten zur Beschämung gereicht.“ Bekannt sind von G.: „Sammlung von Oden und Liedern“, 1737, 3. Aufl. 1743. „Oden und Schäfergedichte“, 1744. „50 Psalmen und geistliche Oden von Cramer und Gellert“, 1760. „L'Amour discret., Cantate par Mons. N. Destouches, mise en musique par J. F. G.“, 1767. „Oden und Lieder des Herrn von Hagedorn“. 2 Hefte, 1767. 1768. „Sechs geistliche Oden und Lieder“, 1762, u. a. m. Seine Tochter Louise war die Gattin von Joh. Arn. Ebert.

  • Autor/in

    F. Spehr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Spehr, F., "Gräfe, Johann Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 557 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116809205.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA