Lebensdaten
1847 bis 1907
Geburtsort
Rochau (Altmark)
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116798181 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gottschick, Johannes Friedrich
  • Gottschick, Johannes
  • Gottschick, Johannes Friedrich
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Zitierweise

Gottschick, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116798181.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Pfarrerfam.;
    V Friedrich (1814–82), Pfarrer, S d. Pfarrers Gebhard Werner Aug. Frdr. in Schorstedt b. Stendal u. d. Pfarrers-T Marie Sophie Schreck;
    M Amanda Amen;
    Ov Albert Frdr. (1807–71), Gymnasiallehrer, Provinzialschulrat, Philol. (s. ADB IX);
    Wanzleben 1873 Helene ( 1849), T d. Ludw. Clasen (1809–88), Sup. u. Oberpfarrer in Wanzleben, u. d. Ulrike Herms;
    3 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Studium der Theologie in Erlangen (1865/66) und Halle (1866 68) war G. 1870-82 als Gymnasiallehrer in Halle, dann in Wernigerode, Torgau und Magdeburg tätig. In diese Jahre fällt die für ihn wie für seine Freunde W. Herrmann und F. Kattenbusch entscheidende Begegnung mit A. Ritschl, der in G. seinen treuesten Schüler fand. 1882 als Professor für praktische Theologie nach Gießen berufen, seit 1892 in gleicher Eigenschaft in Tübingen lehrend – einen Ruf nach Heidelberg hatte er 1887 abgelehnt –, beschränkte sich G. nicht auf sein engeres Fachgebiet. Er sah es als Aufgabe der Theologie an, die – reformatorisch verstandene – Glaubensgewißheit als Halt und Regel für das persönliche Christenleben darzustellen. So setzte er sich einerseits für die historisch-kritische Arbeit in der Theologie ein und untersuchte selbst die Theologie Luthers und ihre Vorgeschichte, andererseits bemühte er sich darum, den Weg von der theologischen Wissenschaft zur kirchlichen Praxis zu bahnen. In diesem Sinne prüfte er „Die Kirchlichkeit der sogenannten kirchlichen Theologie“ (1890) und rief 1891 die „Zeitschrift für Theologie und Kirche“ ins Leben, die er bis 1906 leitete. Im Evangelischen Bund und im Evangelisch-sozialen Kongreß war er aktives Mitglied. Höhepunkt seiner akademischen Tätigkeit war das Gießener Rektorat 1891. Die wichtigsten Tübinger Vorlesungen wurden postum veröffentlicht.

  • Werke

    Weitere W u. a. Schleiermachers Verhältnis zu Kant, 1876;
    Kants Beweis f. d. Dasein Gottes, 1878;
    Luther als Katechet, 1883;
    Luthers Anschauungen vom christl. Gottesdienst u. d. tatsächl. Reform dess., 1887;
    Die Bedeutung d. hist.-krit. Schriftforschung f. d. ev. Kirche, 1893;
    Theol. Wiss. u. Pfarramt, 1895;
    Kandidatenabschiedspredigten, 1901;
    Dein Glaube hat dir geholfen (Predigten), 1904;
    Ethik, 1907;
    Homiletik u. Katechetik, 1908;
    Luthers Theol., 1914.

  • Literatur

    G. Ecke, Die theol. Schule A. Ritschls I, 1897;
    W. Herrmann u. M. Rade, in: Zs. f. Theol. u. Kirche 17, 1907, S. 70-72;
    A. Leube, in: Kirchl.Anz. f. Württ. 16, 1907, S. 67-70;
    PRE 23, S. 579 ff.;
    BJ XII (Tl. 1907, L).

  • Autor/in

    Martin Elze
  • Empfohlene Zitierweise

    Elze, Martin, "Gottschick, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 688 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116798181.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA