Lebensdaten
1858 bis 1905
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116429593 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reischle, Max Wilhelm Theodor
  • Reischle, Max
  • Reischle, Max Wilhelm Theodor

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Zitierweise

Reischle, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116429593.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1865), Buchhändler in Heilbronn u. W.;
    M Charlotte Sengel ( 1903);
    1891 (?) Emma, T d. Paul v. Buder (1836–1914), o. Prof. f. Dogmatik u. neutestamentl. Theol. in T., Dr. phil. h. c. (s. DBJ I, Tl.), u. d. Ottilie Scholl; kinderlos.

  • Leben

    R. wuchs in Lauffen/Neckar auf, besuchte das Theol. Seminar seit 1872 in Schöntal, seit 1874 in Urach und studierte 1876-80 Philosophie und Theologie in Tübingen. Nach einjährigem Militärdienst 1881/82 Stadtvikar in Schwäbisch-Gmünd, studierte er danach als Stipendiat in Göttingen bei Albrecht Ritschl (1822–89) und in Berlin bei Julius Kaftan (1848–1926). 1883-88 war er Repetent am Tübinger Stift (1887 Lic. theol.) und seit 1884 gleichzeitig Assistent von Hermann Weiß am dortigen Predigerinstitut. 1888 arbeitete er zunächst als Lehrer für Religion, Hebräisch und phil. Propädeutik, bevor er Direktor am Stuttgarter Karlsgymnasium wurde. 1892 wurde R. als Nachfolger Johannes Gottschicks (1847–1907) o. Professor für Praktische Theologie in Gießen, 1895 o. Professor für Systematische Theologie in Göttingen, 1897 als Nachfolger Julius Köstlins (1826–1902) o. Professor für Dogmatik und neutestamentliche Exegese in Halle (Dekan 1903).

    R. gilt als Vertreter des theol. Kantianismus; seine von Ritschl geprägte Auffassung versucht, zwischen Glaubensvoraussetzungen der Theologie und eingeforderter Wissenschaftlichkeit zu vermitteln. „Christliche Theologie“ ist für R. die „wissenschaftliche Arbeit, die aus der Ueberzeugung von der Wahrheit des Christentums und aus dem Zweck der Christenheit oder Kirche, diese Wahrheit zur Geltung zu bringen, hervorwächst“ (Hist. u. dogmat. Methode d. Theol., in: Theol. Rdsch. 4, 1901, S. 261-75, 305-24). Christliche Glaubenssätze werden im Einklang mit der Kantischen Erkenntnisbegrenzung, daß eine natürliche Gotteserkenntnis nicht mit Mitteln der theoretischen Vernunft möglich sei, nicht als theoretische, sondern als religiöse Urteile des Vertrauens (sog. thymet. Urteile) verstanden. Diese beruhen auf einer Wertung der Offenbarung (Werturteile u. Glaubensurteile, 1900) und stehen in engem Zusammenhang mit sittlichen Urteilen. Aufgrund des Eindrucks der Person Jesu und der vertrauenden Hingabe an ihn könnten die „Geistwirkungen Gottes“ als Wirklichkeit erfahren werden (Christl. Glaubenslehre in Leitsätzen, 1902). In seiner Auseinandersetzung mit der religionsgeschichtlichen Schule argumentiert R. gegen Ernst Troeltsch (1865–1923), daß eine christliche historische Theologie eine bestimmte christliche Wertbeurteilung im Sinne einer Glaubensüberzeugung verlange, die er auch bei Troeltsch ausgebildet sieht. R. gilt außerdem als Begründer des Begriffs der Religionspädagogik (Die Frage nach d. Wesen d. Rel., 1889).|

  • Auszeichnungen

    Dr. theol. h. c. (Tübingen 1892).

  • Werke

    Weitere W Ein Wort z. Kontroverse über d. Mystik in d. Theol., 1886;
    Der Streit um d. Begründung d. Glaubens auf d. „geschichtl. Jesus Christus“, in: Zs. f. Theol. u. Kirche 7, 1897, S. 171-264;
    Kant u. d. Theol. d. Gegenwart, ebd. 14, 1904, S. 357-88;
    Christentum u. Entwicklungsgedanke, 1898;
    Theol. u. Rel.gesch., 1904;
    Aufss. u. Vortrr., hg. v. Th. Häring u. F. Loofs, 1906 (Biogr., W, P). – Mithg.: Zs. f. Theol. u. Kirche.

  • Literatur

    J. Schniewind, R. u. d. Lage d. Theol. in d. Gegenwart, in: Nachrr. d. Verbandes Theol. Studentenver. auf dt. Hochschulen 8, 1906, S. 26 f.;
    R. Jelke, Die Theol. R.s u. d. gegenwärtige Theol., in: Zs. f. Theol. u. Kirche NF 11, 1930, S. 401-16;
    F. W. Graf, Profile, Spuren in Bonn, in. H. Renz u. F. W. Graf (Hg.), Troeltsch-Stud., 21985, S. 103-31;
    PRE 24, 1913, S. 384-93;
    BJ X, S. 117-19 u. Tl. (W, L);
    BBKL (W, L).

  • Autor/in

    Stefan Pautler
  • Empfohlene Zitierweise

    Pautler, Stefan, "Reischle, Max" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 388 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116429593.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA