Lebensdaten
1871 bis 1941
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Moskau
Beruf/Funktion
Dirigent ; Komponist
Konfession
jüdisch,Dissident
Normdaten
GND: 116791357 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fried, Oskar

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Zitierweise

Fried, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116791357.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jérôme, Kaufm. in B.;
    M Therese Gold aus Königsberg/Pr.;
    Werder/Havel 1899 Gusti|(1872-1926, kath.), T d. Zinngießers Gg. Rathgeber in Diessen;
    2 T.

  • Leben

    F. verließ vorzeitig das Gymnasium und wurde in der Stadtpfeiferei von Nowawes bei Potsdam zum Musiker ausgebildet. Als Hornist in mehreren Orchestern Deutschlands und Rußlands tätig, unternahm er zahlreiche Wanderfahrten und Konzertreisen durch Europa, studierte in Frankfurt/Main vorübergehend Komposition bei E. Humperdinck und verkehrte in München mit K. Hamsun, F. Wedekind und O. J. Bierbaum. Nach Jahren einsamen Schaffens, in die auch Kontrapunkt-Studien bei Ph. Scharwenka fielen, wurde F. 1904 durch sein „Trunkenes Lied“ (Nietzsche, Zarathustra) mit einem Schlage berühmt. Es folgten weitere auf Massenwirkung abzielende Werke für Chor beziehungsweise Sprechstimmen mit großem Orchester, wie das „Erntelied“ (Dehmel) und „Die Auswanderer“ (Verhaeren, Zweig). Nach 1904 übernahm F. in Berlin die Leitung der „Neuen Konzerte“ sowie mehrerer Chor- und Orchestervereinigungen, ohne indessen jemals in der Heimat festen Fuß fassen zu können. Als energischer und leidenschaftlicher Dirigent setzte er sich nachdrücklich für die Musik der Zeitgenossen ein und wurde namentlich im Ausland ein gefeierter Interpret Mahlers und R. Strauss', Schönbergs und Strawinskys. Er war der erste Deutsche, der nach dem Weltkrieg in Paris konzertierte, und der erste ausländische Gastdirigent in der Sowjetunion (1921). Unter dem Druck der politischen Ereignisse in Deutschland emigrierte F. 1934 als Theaterkapellmeister nach Tiflis und wurde schließlich sowjetischer Staatsbürger. Seine letzten Lebensjahre liegen noch im Dunkeln. – Den eigengeprägten und gediegenen, aber noch stark in der Neuromantik befangenen Kompositionen F.s blieb ein dauerhafter Erfolg versagt.

  • Werke

    Weitere W Adagio u. Scherzo f. Blasinstrumente, 2 Harfen u. Pauken;
    Präludium u. Fuge f. Streichorch.;
    Die vernarrte Prinzeß, Oper (Text v. O. J. Bierbaum, 1904);
    Lieder, Klavierstücke. – Erinnerungen an Mahler, in: Musikbl. d. Anbruchs I, 1919, Nr. 1.

  • Literatur

    H. Leichtentritt, Das trunk'ne Lied v. O. F., in: Zs. d. Internat. Musikges. 5, 1903/04, S. 319 f.;
    ders., in: Neue Zs. f. Musik 101, 1905, S. 313 ff.;
    P. Bekker, O. F., 1907;
    P. Stefan, O. F., 1910, engl. 1911;
    A. Al'švang, in: Sovetskaja Muzyka, Moskau 1941, S. 79 f.;
    R. Strauss u. H. v. Hofmannsthal, Briefwechsel, 21952, S. 146, 152, 156, 427;
    Enc. Jud.;
    The Universal Jewish Encyclopedia IV, 2New York 1948;
    H. Becker, in: MGG IV, Sp. 945-47 (W, L, P);
    Bol'šaja Sovetskaja Enciklopedija 45, Moskau 1956;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Gem. v. M. Liebermann, Abb. in: MGG.

  • Autor/in

    Franz Krautwurst
  • Empfohlene Zitierweise

    Krautwurst, Franz, "Fried, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 442-443 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116791357.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA