Lebensdaten
1857 bis 1944
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Alpinist ; Alpinschriftsteller ; Schriftleiter alpiner Zeitschriften ; Kaufmann
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116764988 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heß, Heinrich

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Heß, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116764988.html [10.12.2018].

CC0

  • Leben

    Nach dem Besuch der Handelsakademie arbeitete H. zunächst als kaufmännischer Angestellter, später als Inhaber einer Perlmutter-Exportfirma und schließlich, bis zu seinem 82. Lebensjahr, als Teilhaber einer Armaturenfabrik in Wien. H. war einer der bedeutendsten und leistungsfähigsten österreichischen Alpinisten seiner Zeit und Vorkämpfer des führerlosen Bergsteigens. 1877 gelang ihm die erste führerlose Besteigung des Großglockners. Mit großem Erfolg widmete er sich sowohl der touristischen wie der verkehrsmäßigen Erschließung der Ennstaler Alpen. Aufsehen erregte er durch seine Wochenendfahrten von Wien aus zum Dachstein, ins Kaisergebirge und sogar bis ins Stubai. 1887|führte er mit L. Purtscheller und E. Gerstenberg großzügige Kammwanderungen in den Stubaier und Ötztaler Alpen durch, wobei in 16 Tagen 35 Hochgipfel bestiegen wurden. 1904 kam H. erstmals in die Westalpen und bestieg unter anderem das Matterhorn. – Bereits um 1900 erlernte H. den alpinen Skilauf (Lilienfelder Schule) und traf am Muckenkogel häufig mit M. Zdarsky, Rickmer Rickmers und Ae. Hacker (1870–1912, s. ÖBL) zusammen.

    H. gehörte 1878 zu den Gründern des Österreichischen Alpenklubs (Ehrenmitglied 1929), 1878-88 war er Schriftleiter der Österreichischen Alpenzeitung, 1889-1919 der Mitteilungen und 1895-1919 der Zeitschrift (Jahrbuch) des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. 1894-1900 gab er gemeinsam mit Purtscheller den mehrbändigen „Hochtouristen in den Ostalpen“ heraus, ein unentbehrliches Führerwerk, das er nach Purtschellers Tod bis 1926 in mehreren Auflagen allein bearbeitete. Außerdem verfaßte er weitere Führer, unter anderem über die Hohen Tauern, die Ennstaler und die Ötztaler Alpen.

  • Erstbesteigungen

    Erstbesteigungen u. Frühtouren: Ennstaler Alpen 1876-96: Hochtor, Schneelochwand, Planspitze üb. Peternpfad u. W-Grat, Kl. Buchstein, NO- u. Mittelgipfel, Gr. Ödstein, Scheiblingstein: Totes Gebirge 1884-92: Sturzhahn; Tennengebirge 1887: Hochthron, S-Grat; 1887: Mannlwand, Gr. Törlwieskopf; Zillertaler Alpen 1885: Schrammacher; Stubaier Alpen 1887: Ruderhofspitze, O-Seite; Silvrettagruppe 1888: Groß-Litzner; 1893: Palagruppe 1888: Sass Maor.

  • Literatur

    E. Pichl, Wiens Bergsteigertum, 1927, bes. S. 11. (P v. S. 33);
    H. Biendl, in: Österr. Alpenztg. 65, 1947, S. 125-27 (P);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Fritz Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Fritz, "Heß, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 6 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116764988.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA