Lebensdaten
1835 bis 1906
Geburtsort
Düsseldorf
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Professor der Theologie ; Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrates
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116764902 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goltz, Alexander Georg Maximilian Hermann Freiherr von der
  • Goltz, Hermann Freiherr von der
  • Goltz, Alexander Georg Maximilian Hermann Freiherr von der

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Zitierweise

Goltz, Hermann Freiherr von der, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116764902.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Alexander (1800–70), preuß. Oberstlt., theol.-phil. Schriftsteller, gehörte z. Kreis d. „Erweckten“ in B. (s. ADB IX), S d. Alexander (1774–1820), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff IV, S. 250 f.), u. d. Kaufmanns-T Karoline Hay;
    M Marie (1804–64), T d. Carl Göbel (1772–1840), Kaufm. u. Bgm. in Solingen, u. d. Theodora Huyssen;
    B Alexander Frhr. (1832–1912), D. theol., WGR, Präs. d. kaiserl. Rats in Elsaß-Lothringen, Mitgl. d. Direktoriums d. Ev. Oberkonsistoriums (s. BJ 18, Tl. 1912, L), Theodor (s. 6);
    Koblenz 1863 Anna v. Delius (1837–1909), T d. Eduard Delius (1809–61), Reg.vizepräs. in Koblenz (s. NDB III*), u. d. Charlotte v. Ammon;
    3 S, 2 T, u. a. Eduard Frhr. (1870–1939), Prof. d. Theol. in Greifwald (s. RGG; Rhdb., P);
    N Hans Frhr. (1864–1941), D. theol., Präs. d. Direktoriums d. Kirche Augsburger Konf. in Straßburg/Elsaß, 1920 Präs. d. ev. Konsistoriums in Danzig, dann Oberkonsistorialpräs. d. Rheinprov. (s. Rhdb., P), Fritz Goebel ( 1950), Mediziner (s. NDB VI).

  • Leben

    G. besuchte 1841-45 die Stadtschule, von 1846-53 das Gymnasium zu Koblenz und studierte Theologie in Erlangen (1853–55), Berlin (1855–56), Tübingen (1856–57) und Bonn (1857). Zunächst 1857-61 Hauslehrer im Hause des Obersten von Röder, der mit dem Prinzen Alexander von Preußen am Genfer See lebte, wirkte er nach einem Studienaufenthalt in der französischen Schweiz und in Südfrankreich 1861-65 als Pfarrer an der evangelischen Gemeinde in Rom und wurde 1865 außerordentlicher, 1870 ordentlicher Professor der Theologie in Basel, 1873 in Bonn. 1876 wurde er in die preußische Kirchenleitung nach Berlin berufen als Propst zu Kölln in der Sankt Petrigemeinde und Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates. Daneben war er zunächst Honorarprofessor in der theologischen Fakultät, der er seit 1883 auch als (unbezahltes) Vollmitglied angehörte. Von 1892 bis zu seinem Tode war er geistlicher Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrates im Rang eines Wirklichen Geheimen Rates. Theologisch von J. Chr. Hofmann, T. Beck und A. Wuttke bestimmt, einem milden Pietismus zugeneigt, war seine wissenschaftliche, pfarramtliche und kirchenleitende Tätigkeit von dem Gedanken getragen, dem Reich Gottes in Kirche und Gemeinde wirksame Lebensformen zu geben und gegenüber konfessionellem Partikularismus durch Pflege und Vertiefung der Unionsgesinnung zu vermitteln und die Einheit der Preußischen Landeskirche zu festigen.

    Diese Grundsätze entfaltete er in maßgeblicher Mitarbeit an der Verfassung der Preußischen Landeskirche (1878), am Militärgesangbuch, der Revision des lutherischen Katechismus und der lutherischen Bibelübersetzung, der Perikopen- und Agendenreform, der Betreuung der deutschen Auslandsgemeinden sowie in zahlreichen für die innerkirchliche Ordnung grundlegenden Erlassen, darunter dem berühmten, heftig umstrittenen Erlaß des Evangelischen Oberkirchenrates „betreffend die Stellungnahme der Geistlichen zu der sozialpolitischen Bewegung“ vom 16.12.1895, der die Geistlichen vor „Parteinahme für die Forderungen des einen oder anderen Standes warnte“. Er war an der Gründung des Evangelischen kirchlichen Hilfsvereins und der evangelischen Frauenhilfe beteiligt und wirkte an den Bestrebungen, die deutschen evangelischen Landeskirchen fester zusammenzuschließen, in der Eisenacher Konferenz und dem 1903 konstituierten Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß mit.

  • Werke

    u. a. Die ref. Kirche Genfs im 19. Jh. od. d. Individualismus d. Erweckung in s. Verhältnis z. christl. Staat d. Ref., 1862 (auch franz.);
    Die rel. Gegensätze d. Gegenwart verglichen mit denen d. Ref.zeit, 1870;
    Die christl. Grundwahrheiten od. d. allg. Prinzipien d. christl. Dogmatik, 1873;
    Die Grenzen d. Lehrfreiheit in Theol. u. Kirche, 1873;
    Unionsgesinnung als Bedingung f. d. positive Lösung d. Aufgaben, welche d. ev. Kirche in Dtld. gegenwärtig gestellt sind, 1881.

  • Literatur

    E. v. Schubert, Gesch. d. dt. ev. Gemeinde in Rom, 1930, S. 180-94 (P);
    J. Wendland, H. v. d. G. in Basel (1865/73) u. d. kirchl.-theol. Kämpfe s. Zeit, 1933;
    P. Gennrich u. E. v. d. G., H. v. d. G., Ein Lb., 1935 (P, vollst. Bibliogr. L);
    P. Gennrich. H. v. d. G. u. d. Kirchenpol. d. Oberkirchenrates, in: Dt. Pfarrerbl. 42, 1938, S. 804-06;
    ders., in: BJ XI, S. 22-36;
    PRE (L).

  • Autor/in

    Hans Hohlwein
  • Empfohlene Zitierweise

    Hohlwein, Hans, "Goltz, Hermann Freiherr von der" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 629 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116764902.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA