Lebensdaten
1823 bis 1914
Geburtsort
Bernburg
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Kaufmann
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11675964X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herz, Wilhelm

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Zitierweise

Herz, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11675964X.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Salomon (1791–1865), Ölfabr., erhielt 1823 d. preuß. Staatsbürgerrecht, eröffnete neben s. Ölfabrik in Bernburg e. Getreidehandlung in Berlin u. e. Ölmühle in Wittenberg/Elbe. Durch d. Aufbau d. Lieferungsgeschäftes f. Rüböl wurde die Fa. S. Herz in einer Zeit, als es noch keine Margarine gab u. sich Pflanzenöl als d. billigste Fett f. Nahrungszwecke behauptete, d. bedeutendste Ölhandlungsgeschäft in Dtld., Mitbegr. d. Berlin-Hamburger Eisenbahnlinie;
    M Luise (* um 1806), T d. Kaufm. Moses Wolff in Halle;
    - Berlin 1852 Rosa Cäcilia, T d. Isert Marckwald (1800–66), Kaufm. in Märk. Friedland, dann in Berlin, Mitgründer d. jüd. Reformgemeinde;
    4 S, 2 T, u. a. Paul, KR, Mitinh. u. später Seniorchef d. Fa. S. Herz;
    E Gerta ( Hans Schmidt-Isserstedt, * 1900, Dirigent).

  • Leben

    H. besuchte die Handelsschule in Leipzig und trat mit 20 Jahren in das Geschäft des Vaters ein. Er war ausschlaggebend an der Entwicklung der Speiseölindustrie in Deutschland beteiligt, wurde mehrmals als Ölsachverständiger nach England berufen und weithin als „Öl-Herz“ bekannt. 1869 gründete er in Berlin eine Gummiwarenfabrik. 1866 wurde er in das Ältestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft berufen, 1872-95 war er Vorsitzender der ständigen Deputation der Produktenbörse, 1889-94 Vizepräsident und 1895-1902 Präsident des Ältestenkollegiums. In dieser Eigenschaft wurde H. zum Mittelpunkt der jahrelangen Kämpfe um die Vertretung der Berliner Wirtschaft. Als sich 1902 als erste amtliche Wirtschaftsvertretung Berlins die Handelskammer konstituierte, wurde H. als deren Organisator zum ersten Präsidenten gewählt und bei seinem Rücktritt am 1.1.1914 zum Ehrenpräsidenten. H. gehörte zu den Gründern der Schultheiß-Brauerei, deren Aufsichtsratsvorsitzender er 43 Jahre lang seit 1871 war, ein im deutschen Aktienwesen vereinzelt dastehender Fall. Unter seinem Präsidium wurde die Brauerei zum größten Unternehmen der europäisch Brauindustrie. Nach A. vom Raths Tod 1907 leitete er bis zu seinem eigenen Tode den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Er zählte auch zu den Gründern des Handelsvertragsvereins, dessen Präsident er nach dem Tode von G. von Siemens wurde. Eine nicht alltägliche Ehrung wurde H. an seinem 90. Geburtstag zuteil, als ihm als erstem Kaufmann in Deutschland der nur für die höchsten Beamten vorbehaltene Titel „Exzellenz“ verliehen wurde.|

  • Auszeichnungen

    GKR.

  • Literatur

    Die Korporation d. Kaufmannschaft v. Berlin, Festschr. z. 100j. Jubiläum am 2.3.1920, 1920 (P);
    M. Apt, 25 J. im Dienste d. Berliner Kaufmannschaft, 1927 (P);
    K. Zielenziger, Juden in d. dt. Wirtsch., 1930;
    E. W. Schmidt, Männer d. Dt. Bank u. d. Disconto-Ges., 1957 (P);
    DBJ I (Tl. 1914, L).

  • Portraits

    in: Die Schultheißbrauerei in Vergangenh. u. Gegenwart, 1910.

  • Autor/in

    Hans-Henning Zabel
  • Empfohlene Zitierweise

    Zabel, Hans-Henning, "Herz, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 732 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11675964X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA