Lebensdaten
1825 bis 1920
Geburtsort
Krotoschin Provinz Posen
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Sozialpädagogin
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11675642X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Benas, Henriette (geborene)
  • Goldschmidt, Henriette
  • Benas, Henriette (geborene)
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Zitierweise

Goldschmidt, Henriette, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11675642X.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Levin Benas, Kaufm. in K.;
    M Eva Benas;
    1853 Abraham Mayer Goldschmidt (1812–89), Dr. phil., Prediger d. isr. Gemeinde in Warschau, Krakau u. seit 1858 in Leipzig (s. ADB 49); 3 Stief-S.

  • Leben

    G. verlebte Kindheit und Jugend wohlbehütet im Elternhaus. Schillers Dichtung hatte starken Einfluß auf sie, die politische Bewegung von 1848 verfolgte sie mit leidenschaftlichem Interesse. Nach ihrer Heirat lebte sie in Warschau und siedelte 1858 mit ihrer Familie nach Leipzig über. Mit Luise Otto-Peters und Auguste Schmidt gründete sie hier 1865 den „Allgemeinen deutschen Frauenverein“ und kämpfte mit Vorträgen und Aufsätzen (Zeitschrift Neue Bahnen) um Zugang zur Bildung und zum öffentlichen Leben für die Frau. Sie forderte ein soziales Dienstjahr für junge Frauen, vergleichbar der Wehrdienstpflicht des Mannes. Einen weiteren Impuls erhielt G. durch die Ideen Friedrich Fröbels. Sie erkannte in dem Beruf der Kindergärtnerin den Ansatz zu einer Reform weiblicher Bildung, versuchte ihn auszubauen zu einer sozialpädagogischen Bildung auf wissenschaftlichem Niveau. Sie begann 1878 mit einem „Lyzeum für Damen“, das im Lehrprogramm wissenschaftliche und musische Ziele setzte, zentriert um das Bemühen, ein soziales Gewissen zu erwecken, nicht nur gesinnungsmäßig, sondern praktisch durch Hilfeleistung in den von ihr gegründeten Volkskindergärten. 1911 ermöglichte eine großzügige Stiftung den Ausbau der „Hochschule für Frauen“; mit dieser Bezeichnung wurde angeknüpft an den Versuch Karl Fröbels, eines Neffen Friedrich Fröbels, der in Hamburg 1850 nur ein Jahr durchgeführt worden war. Neben allgemeinbildenden Vorträgen waren Studienkurse vorgesehen, die für Frauenberufe vorbereiteten. Dem Zeitbedürfnis entsprechend stand die Berufsausbildung im Mittelpunkt. Nach dem Tode von G. ging die Schule 1921 in den Besitz der Stadt Leipzig über als „Sozialpädagogisches Frauenseminar“. G. bemühte sich aber auch um die Hebung des Kindergartenwesens. 1898 formulierte sie mit Auguste Schmidt im Auftrag der deutschen Frauenvereine eine Petition wegen „Einordnung der Fröbelschen Erziehungs- und Bildungsanstalten (Kindergarten und Seminar für Kindergärtnerinnen) in das Schulwesen der Gemeinden und des Staates“. Sie hielt gegen die Zeittendenz, den Kindergarten als Ersatz unzureichender Familienerziehung zu verstehen, fest an der Idee Fröbels, mit der Gemeinschaftserziehung im vorschulpflichtigen Alter den Grundstein für die Bildung zu legen, die allen Kindern zukommen müsse.

  • Werke

    Weitere W Ideen üb. weibl. Erziehung im Zusammenhang mit d. System Frdr. Fröbels, 1882, 2. Fassung u. d. T. Was ich v. Fröbel lernte u. lehrte, 1909;
    Vom Kindergarten zur Hochschule f. Frauen, Ein Rückblick auf d. Anfänge d. dt. Frauenbewegung u. d. Erziehungswerk Frdr. Fröbels, in: Zs. f. päd. Psychol., 1918.

  • Literatur

    E. Spranger, Die Idee e. Hochschule f. Frauen u. d. Frauenbewegung, 1916;
    J. Siebe u. J. Prüfer, H. G., Ihr Leben u. ihr Schaffen, 1922;
    Maria Müller, Frauen im Dienste Fröbels, 1928;
    Enc. Jud. (L);
    DBJ II (Tl. 1920, L).

  • Autor/in

    Erika Hoffmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoffmann, Erika, "Goldschmidt, Henriette" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 615 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11675642X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA