Lebensdaten
1898 bis 1972
Geburtsort
Brugg (Kanton Aargau)
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Archäologe ; Prähistoriker ; Paläontologe ; Geologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116755644 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Laur-Belart, Rudolf

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Zitierweise

Laur-Belart, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116755644.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (s. 1);
    B Ernst L.-Boesch (1896–1966/72), Gründer u. Leiter d. Schweizer Heimatwerks (Förder- u. Verkaufsorganisation d. Kunsthandwerks);
    - ⚭ Alice (* 1897), T d. Gottlieb Belart in Brugg u. d. Lina Holliger;
    1 S, 4 T.

  • Leben

    L. studierte in Zürich und Heidelberg Geschichte, Germanistik und Geographie und wurde 1923 bei Karl Hampe in Heidelberg mit der Arbeit „Studien zur Eröffnungsgeschichte des Gotthardpasses“ (1924) promoviert. 1925-30 wirkte er als Bezirkslehrer für Deutsch und Geschichte in Brugg. Von hier aus betrieb er zunächst nebenberuflich archäologische Forschungen im Legionslager von Vindonissa (Windisch) und an der alten Bözberg-Paßstraße. 1931-41 war er Assistent für Archäologie am Historischen Museum Basel. 1932 habilitierte er sich als erster Dozent des Faches Ur- und Frühgeschichte an der Univ. Basel mit dem heute noch viel benützten Werk „Vindonissa, Legionslager und Vicus, 1935“. 1941 ao. Professor, war L. 1942-60 Leiter des auf seine Initiative in Basel gegründeten Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Schweiz. L. war ein leidenschaftlicher und gewissenhafter Ausgräber, dem bedeutende Entdeckungen wie die der Zentralthermen von Vindonissa und der frühröm. Wachttürme am Walensee gelangen. Ein Großteil seiner über 200 Publikationen enthält Grabungsberichte. L. spielte bei der Gründung mehrerer archäologischer Institutionen und Unternehmungen eine entscheidende Rolle. In der Krisenzeit der 30er Jahre war er mitbeteiligt an der Schaffung des archäologischen Arbeitsdienstes zur Beschäftigung Arbeitsloser, durch dessen Einsatz bedeutende prähistorische und röm. Grabungsplätze wie das Wittnauer Horn, die Sissacher Flue und die Tessiner Gräberfelder untersucht werden konnten. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des internationalen Limeskongresses (erstmals Durham, England 1949). Als Herausgeber und fruchtbarster Autor der Zeitschrift „Ur-Schweiz“ (1937-69) bemühte er sich, das Fachwissen allgemeinverständlich darzustellen und im Volk die Ehrfurcht vor den Leistungen der Vergangenheit zu wecken. Im Zentrum der Forschungen L.s stand die provinzialröm. Archäologie. Als Grabungsleiter und Präsident (1936–66) der Gesellschaft Pro Vindonissa, als Konservator (1935–70) der Stiftung Pro Augusta Raurica sowie als Verfasser des Forschungsberichtes „Römerzeit“ im Jahrbuch der Schweizer. Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (1936–53) hat er den Gang der provinzialrömischen Forschung in der Schweiz während Jahrzehnten maßgeblich bestimmt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Aufgaben d. röm. Archäol. in d. Schweiz, in: Zs. f. Schweizergesch., 1934, S. 1-19;
    Führer durch Augusta Raurica, 41966;
    Urgesch. u. Schweizertum (Radiovorträge), 1939;
    Betrachtungen üb. d. Alaman. Gräberfeld am Bernerring in Basel, in: Festschr. Otto Tschumi, 1948, S. 112-25;
    Die ideale Grabung, in: Ur-Schweiz 14, 1950, S. 19-34;
    Kestenberg III, 1953, ebd. 19, 1955, S. 1-28;
    Der frühröm. Wachtposten auf d. Biberlikopf SG, ebd. 26, 1962, S. 35-51;
    Frühchristl. Kirche in Kaiseraugst AG, ebd. 30, 1966, S. 51-59;
    Zwei alte Straßen üb. d. Bözberg, ebd. 32, 1968, S. 30-52;
    Ein Helm d. Urnenfelderzeit aus Basels Umgebung, in: Jb. d. Schweizer. Ges. f. Ur- u. Frühgesch. 40, 1949/50, S. 202-08;
    Ein neuer spätröm. Silberschatz, in: Gymnasium 71, 1964, S. 425-29.

  • Literatur

    Provincialia, Festschr. f. R. L.-B., hrsg. v. E. Schmid, L. Berger u. P. Bürgin, 1968 (W-Verz., P); - Nachruf:
    Jb. d. Schweizer. Ges. f. Ur- u. Frühgesch. 58, 1974/75, S. 219.

  • Autor/in

    Ludwig R. Berger
  • Empfohlene Zitierweise

    Berger, Ludwig R., "Laur-Belart, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 720 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116755644.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA