Lebensdaten
1778 bis 1850
Beruf/Funktion
Silberwarenfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116726520 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bruckmann, Georg Peter
  • Bruckmann, Peter
  • Bruckmann, Georg Peter

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Zitierweise

Bruckmann, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116726520.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Dietrich (1736–1807), Gold- und Silberschmied in Heilbronn, S des Hermann Dietrich, Handelsmann aus Hemer bei Iserlohn, erwarb 1725 das Bürgerrecht, und der Maria Dor. Grimmeisen;
    M Joh. Susanna Drautz aus Heilbronn;
    1) Heilbronn 1804 Adelaide Josephine (1779–1813), T des Jak. Paul Wenzelius, Bankier in Paris, und der Joh. Christine Wagner, 2) Zürich 1817 Henriette (1794–1862), T des Christian Friedrich Madepohl, Hafenmeister in Riga, und|der Joh. Henriette Duveluz;
    1 S, 3 T aus 1), 9 S, 4 T aus 2), u. a. Wolfgang August Peter (1818–91) und Ernst Dietrich (1829–70), Silberwarenfabrikanten;
    E Peter s. (2).

  • Leben

    B. lernte beim Vater als Goldschmied, dann weiter Modellieren und Stempelschneiden zu Wien und Paris, die Bijouterie zu Genf. 1805 gründete er mit einem Sozius die heutige Firma Peter B. & Söhne. In der Kontinentalsperre half er sich gegen die Konkurrenz aus Frankreich, indem er Zierteile, wie er es dort gesehen hatte, seit 1810 mit selbstgeschnittenen Stempeln auf Pressen prägte. Damit hat er als erster in Deutschland in das Edelmetallgewerbe maschinelle Produktionsmittel eingeführt und ihm die Richtung auf Großerzeugung und Verbilligung gegeben. 1815 war der Betrieb schon wesentlich erweitert und im Aufblühen, 1820 wurde die erste größere Presse aufgestellt. Hergestellt wurden Ganzstücke, besonders aber auch Zierteile für das verarbeitende Handwerk. Von 5000 Gulden stieg der Absatz bis 1840 auf das 30fache. 1819 stellte B. als Modelleur Konrad Weitbrecht ein, den späteren Professor der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Immer war ihm künstlerische Qualität höchstes Anliegen, und besonders bemühte er sich um das Legierungswesen und einen Rechtsschutz für Muster und Modelle. Sein Haus war Mittelpunkt bester Geistigkeit und Pflegestätte aller Künste.

  • Werke

    Vortrag über d. Vereinheitlichung d. Silbergehalte in d. dt. Ländern, in: Rechenschaftsber. an d. Ges. f. Beförderung d. Gewerbe in Württ. 9, 1838/39, S. 31-33.

  • Literatur

    ADB XLVII;
    E. Mayer, Die Silberwarenfabrik P. B. &
    Söhne Heilbronn a. N., Diss. Würzburg 1920 (ungedr.);
    K. E. v. Marchtaler. G. P. B. u. seine Söhne Wolfg. Aug. Peter (1818–91) u. Ernst Dietr. (1829–70), in: Lb. Schwaben IV, S. 15 ff. (L, P nach einer Zeichnung v. K. Weitbrecht).

  • Autor/in

    Paul Gehring
  • Empfohlene Zitierweise

    Gehring, Paul, "Bruckmann, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 647 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116726520.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bruckmann: Georg Peter B., geboren in der Reichsstadt Heilbronn am 10. Juni 1778 als Sohn des Gold- und Silberarbeiters Joh. Dietrich B., dessen Vater 1725 aus Westfalen eingewandert war, ist der Gründer der blühenden Firma P. Bruckmann u. Söhne Silberwaarenfabrik in Heilbronn a. N. Beim Vater vorgebildet ging Peter nach Wien, um an der Akademie, welcher der Heilbronner Pfarrerssohn Füger vorstand, sich im Zeichnen auszubilden, später nach Genf, die dortige Bijouterie kennen zu lernen. Nach des Vaters Tode (1807) hob er dessen Geschäft dadurch, daß er als der erste in Deutschland silberne Ornamente, welche man bis dahin aus Paris bezogen hatte, um die Waaren daraus zusammenzusetzen, selber in Stahlstempeln prägte, sowie dadurch, daß er für sein Bemühen um Verdrängung des eintönigen rohen Zeitgeschmacks durch edlere Formen den rechten Mann in dem feinsinnigen Konrad Weitbrecht (s. A. D. B. XLI, 620) fand. So konnte B., der als Bürger und Künstler hoch geachtet, mit den Dichtern Kerner, Mayer und Uhland näher befreundet war, 1841 ansehnliche Fabrikgebäude errichten und bei seinem Tode, 4. December 1850, ein festgegründetes Geschäft hinterlassen, das tüchtige Söhne und Enkel fortan auf der Höhe der Zeit erhalten haben. Das freundliche Bild des Wackern befindet sich unter den Meisterbildnissen, die außen an dem neuen Landesgewerbemuseum in Stuttgart angebracht sind.

  • Autor/in

    J. H.
  • Empfohlene Zitierweise

    H., J., "Bruckmann, Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 276 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116726520.html#adbcontent

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