Lebensdaten
1839 bis 1891
Geburtsort
Graz
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11672398X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maly, Leo Richard
  • Maly, Richard
  • Maly, Leo Richard

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Zitierweise

Maly, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11672398X.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Karl (1797–1866), Prof. d. Botanik in G. (s. Wurzbach 16; ÖBL), S e. Handelsgärtners in P.;
    M Mathilde N.N.(* 1815) aus Gmünd (Krain);
    1870 Stefanie Knapp (* 1844) aus Brumow (Mähren);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Bereits als Oberschüler und später als Student an der Univ. Wien war M. im chemischen Laboratorium von J. Gottlieb am Joanneum in Graz tätig. Hier entstanden seine ersten Arbeiten, von denen die „Zur Chemie des diabetischen Harns“ (in: Wiener Med. Wschr. 1862, Nr. 20 u. 21) auf sein physiologisch-chemisches Fachgebiet hinweist. In Wien studierte er Medizin und Chemie, wurde 1864 zum Dr. med. promoviert und habilitierte sich noch im selben Jahr an der Univ. Graz für Chemie. 1866-68 wirkte M. an der medizinischen Lehranstalt in Olmütz, nachdem er kurze Zeit bei Bunsen in Heidelberg gewesen war. Hier schrieb er zusammen mit K. Brunner sein für Mediziner und Pharmazeuten bestimmtes Lehrbuch „Grundzüge der modernen Chemie“ (1868). Seit 1869 war er Professor für physiologische Chemie an der Univ. Innsbruck und 1875-86 Professor der allgemeinen Chemie an der TH Graz. 1872 erschien erstmals der von M. gegründete und bis 1880 von ihm herausgegebene „Jahresbericht über die Fortschritte der Thierchemie“, worin ein Überblick über die wichtigsten Fachpublikationen gegeben wurde. Nach fruchtbaren Jahren an der TH Graz übersiedelte M. 1886 nach Prag, wohin er einen Ruf als Professor der allgemeinen Chemie an die Deutsche Universität erhalten hatte. Hier war er bis zu seinem Tode tätig.

    Neben der organischen Chemie hat M. sich besonders mit der physiologischen Chemie und hier vorwiegend mit der Physiologie der Verdauungsvorgänge befaßt. Vielfach versuchte er bei seinen Arbeiten, die wichtigen physiologischen Vorgänge außerhalb des Organismus an chemisch reinen, wohldefinierbaren Substanzen zu studieren. Mit diesen Untersuchungen konnte er die Kenntnis der Gallensäuren und ihrer Spaltprodukte weiter ausbauen; u. a. klärte er das Verhältnis von Biliverdin und Bilirubin auf. Berühmt wurden seine Veröffentlichungen „Über die chemische Zusammensetzung und physiologische Bedeutung der Peptone“ (in: Pflügers Archiv f. Physiol. 9, 1874, S. 585) sowie seine „Untersuchungen über die Oxydation des Eiweisses mittels Kaliumpermanganat“ (in: Mhh. f. Chemie 6, 1885, S. 107, 9, 1888, S. 255, sowie Berr. d. Ak. d. Wiss. Wien 81 u. 97, 1885 u. 1888). Letztere Arbeit wurde von der Akademie der Wissenschaften in Wien, deren korr. Mitglied M. seit 1881 war, mit einem 1000 Gulden betragenden Preis zur Förderung der chemischen Kenntnisse von den Eiweißkörpern ausgezeichnet.

  • Literatur

    F. Emich, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 24, 1891, S. 1079-88 (W-Verz., P);
    Chemiker-Ztg. 15, 1891, S. 1899;
    Pogg. III-IV;
    BLÄ;
    Fischer;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Holm-Dietmar Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Maly, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 1 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11672398X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA