Lebensdaten
1864 bis 1952
Sterbeort
Wackersberg bei Bad Tölz
Beruf/Funktion
Orthopäde
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116688769 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lange, Fritz

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Zitierweise

Lange, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116688769.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1827–82), Dr., anhalt. Reg.rat u. Vorstand d. Statist. Büros, S e. Rechnungsrats in D., aus Bauernfam. in Alten;
    M Luise (1833–99), T d. Domänenpächters Jacoby in Torten;
    B Paul (1859–1922), Präs. d. anhalt. Staatsmin., Vorsitzender d. hzgl. Finanzdir. u. d. Staatsschulden-Verwaltung;
    - 1897 Anna Jent (1877–1965), Studienrats-T aus Würzburg;
    2 T;
    N Max (1899–1975), Chefarzt d. Versehrtenkrankenhauses in Bad Tölz, 1954 Prof. d. Orthopädie in München.

  • Leben

    Nach Studium in Jena, München und Leipzig (Promotion und Staatsexamen in München 1889/90) und Assistenzjahren in München, Dessau und Rostock folgte L. 1894 seinem Lehrer O. W. Madelung nach Straßburg. Sein Wunsch, Orthopäde zu werden, führte ihn 1895 nach Wien zu A. Lorenz. 1896 eröffnete er in München ein orthopädisches Ambulatorium und habilitierte sich. 1903 wurde er zum „Arzt an der Krüppelfürsorge“ und zum ao. Professor ernannt. Er lehnte die Berliner Nachfolge von Albert Hoffa 1908 ab, wurde im gleichen Jahr o. Professor, noch bevor er am 1.12.1913 die erste staatliche orthopädische Klinik Deutschlands eröffnen konnte. Ihr angeschlossen war die Stiftung Kraussianum. 1934 wurde er emeritiert.

    In der wissenschaftlichen Orthopädie fand L. Brachland vor, auch das Interesse von seiten der Studenten war gering. Im bayer. Raum war der Laienorthopäde Hessing mit seiner Anstalt in Göggingen führend. L. bearbeitete die wesentlichen Gebiete der Orthopädie und widmete sich besonders der angeborenen Hüftverrenkung, dem Schiefhals, der Skoliose und der Wirbelsäulentuberkulose. Auch die kindlichen Haltungsfehler und die Geburts- und Entbindungslähmungen wurden berücksichtigt. Mit Muskel-Sehnen-Verpflanzungen bei den Folgen der Poliomyelitis sowie mit künstlichen Sehnen trat L. besonders hervor. Beeinflußt durch die amerikan. Orthopädie, brachte er in die traditionell konservative deutsche Orthopädie das operative Element ein. Seine Schüler – aus ihrer Reihe gingen sieben Ordinarien hervor – beschäftigten sich immer mehr mit der Traumatologie und bauten die operative Orthopädie oft in Konkurrenz zur Chirurgie aus. Besonders als Mitherausgeber der Münchener medizinischen Wochenschrift versuchte L., durch allgemeinverständliche Artikel die praktischen Ärzte für orthopädische Probleme zu interessieren.|

  • Auszeichnungen

    Vorsitzender (1909), Ehrenmitgl. (1930) der Orthopäd. Ges.

  • Werke

    Weitere W üb. 170 Aufsätze, Hdb.artikel u. Monogr., u. a. Entstehung u. Verhütung d. körperl. Mißgestalt, 1910 (mit J. Trumpp);
    Orthopädie im Kindesalter, in: Hdb. d. Kinderheilkde., hrsg. v. M. v. Pfaundler u. A. Schloßmann, 1910, 31930;
    Lehrb. d. Orthopädie, 1914, 31928;
    Die Sprache d. menschl. Antlitzes, 1938, 41952 (span. 1957);
    Autobiogr.: Ein Leben f. d. Orthopädie, 1959 (P). - Zu N Max: Kriegsorthopädie, 1943;
    Unfallorthopädie, 1949;
    Orthopäd.-chirurg. Operationslehre, 1951;
    Lehrb. d. Orthopädie u. Traumatol., 3 Bde., 1960-67;
    Die Wirbelgelenke, 1969.

  • Literatur

    P. Pitzen, in: Zs. f. Orthopädie 78, 1949, S. 425-31 (W-Verz., P);
    ders., ebd. 83, 1953, S. 177-83;
    Rhdb. (P). - Zu N Max: P. Pitzen, in: Zs. f. Orthopädie 91, 1959, S. 475 ff. (W-Verz.; P)
    ;
    H. Mayr, in: Krankengymnastik 27, 1975, S. 429;
    A. N. Witt, in: Zs. f. Orthopädie 114, 1976, S. 145 f. (P);
    E. Hipp, in: Med.-Orthopäd. Technik 96, 1976, S. 46 (P).

  • Portraits

    in: P. Bade, Die Gesch. d. Dt. Orthopäd. Ges., 1939 (P).

  • Autor/in

    Gerhard Grosch
  • Empfohlene Zitierweise

    Grosch, Gerhard, "Lange, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 557 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116688769.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA