Lebensdaten
1883 bis 1957
Geburtsort
Müllheim (Baden)
Sterbeort
Tussenhausen bei Buchloe (Schwaben)
Beruf/Funktion
katholischer Exeget
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116681039 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maier, Friedrich Wilhelm
  • Maier, Friedr.
  • Maier, Friedrich
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Zitierweise

Maier, Friedrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116681039.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm, Bez.feldwebel, dann Steuereinnehmer in M.;
    M Agathe Unmäßig.

  • Leben

    M. studierte in Freiburg i. B. Theologie und promovierte 1906 mit der Dissertation „Der Judasbrief, seine Echtheit, Abfassungszeit und Leser“. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht. 1910 habilitierte er sich für Neutestamentliche Exegese an der Univ. Straßburg, konnte aber seine akademische Lehrtätigkeit nur bis 1912 ausüben, weil ihm die kirchliche Zustimmung entzogen wurde. Er hatte zusammen mit Fritz Tillmann ein Kommentarwerk zu den synoptischen Evangelien begonnen, in dessen Einleitung er die damals kirchlich untersagte Zweiquellen-Theorie vertreten hatte (Die drei älteren Evangelien, 1912, nicht vollendet). M. ging daraufhin 1913 zur Militärseelsorge. Er war|Divisionspfarrer in Breslau, während des 1. Weltkriegs Armeeoberpfarrer und bis 1921 Standortpfarrer in Breslau. 1921-24 wirkte er als Strafanstaltspfarrer in Siegburg. 1920 hatte er sich nach Breslau, 1921 nach Bonn umhabilitiert, wo er 1921 ao. Professor wurde. Aufgrund des Vertrauens des Breslauer Erzbischofs Adolf Kardinal Bertram wurde er 1924 als o. Professor in die Kath.-Theol. Fakultät der Univ. Breslau berufen, wo er bis 1945 lehrte. Nach der Flucht vor den anrückenden Russen erhielt er 1945 in München, wohin er schon 1938 einen Ruf erhalten hatte, den Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese und war dort maßgeblich am Wiederaufbau der Theol. Fakultät beteiligt. Seit seiner Emeritierung 1951 lebte er in Tussenhausen. M. war ein impulsiver und mitreißender Lehrer, der mit seiner Exegese und der daraus entwickelten Neutestamentlichen Theologie viele Studenten nachhaltig prägte. Über die bis dahin vorherrschende rein historisch-philologische Exegese hinaus wollte er eine neutestamentliche Theologie, die ihre Aussagekraft bis in die Gegenwart erstreckt. Neben Erklärungen der wichtigsten neutestamentlichen Bücher hielt er darum regelmäßig Vorlesungen über die Theologie des Neuen Testaments, die er für den jeweiligen theologischen Schriftsteller konstruktiv zu erfassen suchte. Mit dieser Blickweise hat er unter den kath. Exegeten Schule gemacht und nicht wenig zur Durchdringung der gesamten Theologie mit biblischem Geist beigetragen. Die Fragen und Ergebnisse der prot. Forschung sorgsam beachtend, war er in seiner wissenschaftlichen Arbeit skrupulös und kam nur zu wenigen Publikationen. Hemmend wirkte auch das frühe Trauma der Maßregelung durch das Sacrum Officium in Rom. Sein Hauptinteresse galt Paulus, dem er sich auch im Persönlichkeitsbild und Lebensschicksal verwandt fühlte. Einen großen Galaterbrief-Kommentar konnte er nicht mehr vollenden.

  • Werke

    Weitere W Die Briefe Pauli, 1909, 31912;
    Die Hauptprobleme d. Pastoralbriefe, 1912, 31920;
    Israel in d. Heilsgesch. nach Römer 9-11, 1929. -
    Btrr. in: LThK (Mandäer, Paulus), - Mithrsg.: Breslauer Stud. z. hist. Theol., 1926 ff.;
    Bibl. Zeitfragen gemeinverständl. erörtert, 1926 ff.

  • Literatur

    J. Gewieß, in: Theol. Revue 53, 1957, S. 273 f.;
    Josef Schmid, in: Jb. d. Univ. München, 1957/58, S. 129-31;
    R. Schnackenburg, in: Bibl. Zs. NF 2, 1958, S. 300 f.;
    O. Kuss, Der Römerbrief, 2. Lfg., 1959, S. VI f.;
    E. Kleineidam, Die Kath.-Theol. Fak. d. Univ. Breslau 1811-1945, 1962, S. 140 (W, L, P);
    A. Vögtle, in: Freiburger Diözesanarchiv 82/83, 1962/63, S. 441-43;
    LThK.

  • Autor/in

    Rudolf Schnackenburg
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnackenburg, Rudolf, "Maier, Friedrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 700-701 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116681039.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA