Lebensdaten
1914 – 2002
Geburtsort
Kattowitz
Sterbeort
Erlabrunn bei Würzburg
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Theologe ; Neutestamentler
Konfession
-
Normdaten
GND: 118609491 | OGND | VIAF: 41876209
Namensvarianten
  • Schnackenburg, Rudolf
  • Schnackenburg, Rudolph

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Zitierweise

Schnackenburg, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609491.html [26.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.

  • Biographie

    S. wuchs in Liegnitz (Niederschlesien) auf, machte dort am Gymnasium Johanneum 1932 Abitur und nahm danach ein Studium der Philosophie und der kath. Theologie in Breslau auf, das er 1938 mit einer von Friedrich Wilhelm Maier (1883–1957) betreuten Dissertation zum Dr. theol. über den Glauben im Johannesevangelium (Der Glaube im vierten Evangelium, 1937) abschloß. 1937 in Breslau durch Fürst-Ebf. Adolf Kard. Bertram zum Priester geweiht, war er 1937-46 in der Seelsorge tätig, u. a. in Breslau und Goldberg. 1946 aus Schlesien vertrieben, wandte er sich nach München, wo er sich 1947 bei Maier habilitierte (Das Heilsgeschehen bei d. Taufe nach d. Apostel Paulus, 1950) und 1948 Privatdozent wurde. 1952 wurde er ao. Professor für neutestamentliche Exegese an der Phil.-Theol. Hochschule Dillingen, 1955 o. Professor in Bamberg und 1957 in Würzburg (em. 1982).

    S. zählt zu den maßgeblichen Neutestamentlern in der 2. Hälfte des 20. Jh. In seinem vielfach nachgedruckten und in zahlreiche Sprachen übersetzten Werk verband er exakte Philologie mit theol. Schriftauslegung und trug somit wesentlich zur Akzeptanz der historisch-kritischen Exegese in der kath. Theologie bei. Der Jesusforschung gab er Impulse durch sein Standardwerk zur Reich-Gottes-Predigt „Gottes Herrschaft und Reich“ (1958, ⁴1965), in dem er zwischen der Herrschaft Gottes und der Kirche unterschied und die eschatologische Spannung zwischen Zukunftserwartung und Gegenwartsbedeutung differenziert bestimmte. Später öffnete er die historische Jesusforschung für die Christologie der Evangelien (Die Person Jesu Christi im Spiegel d. vier Evangelien, 1993, ²1994). Die Johannesforschung bereicherte er durch zahlreiche Einzelstudien, die er in seinem magistralen Kommentar zusammenfaßte (Das Johannesevangelium, 3 Bde., 1964–75); S. suchte den kritischen Dialog mit der von Rudolf Bultmann (1884–1976) beeinflußten ev. Exegese und fand einen Mittelweg von einer moderaten Theorie der Genese zur theol. Kohärenz des Johannesevangeliums. In seiner Ethik erschloß er die Zugehörigkeit der Moral zur Theologie des Neuen Testaments (Die sittl. Botschaft d. NT, 2 Bde., 1954, ²1962, überarb. Neuausg. 1986/88). Die Situierung der neutestamentlichen Ethik im historischen Entstehungskontext verband er mit einer hermeneutischen Erschließung ihres bleibenden Anspruchs. Eine Reihe bibelpastoraler Werke dokumentiert seinen lebenslangen Dienst für die Kirche. S. war Mitbegründer der „Neuen Folge“ der „Biblischen Zeitschrift“ (1957), der „Neuen Echter Bibel, Neues Testament“ (1983), der „Forschung zur Bibel“ (1972) und des „Ev.-Kath. Kommentars zum Neuen Testament“ (1976), Co-Editor der „Quaestiones Disputatae“ (1984-96) und|von „Herders Theologischem Kommentar zum NT“ (1968-93). Zudem wirkte er als Fachberater für Exegese bei der 2. Auflage des „Lexikons für Theologie und Kirche“ und bei der Revision der Luther-Bibel 1984. Zu seinen Schülern zählen u. a. Josef Blank, Helmut Merklein, Josef Gnilka, Gerhard Dautzenberg, Karlheinz Müller, Alfons Weiser, Hubert Ritt und Gerhard Lohfink.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Studiorum Novi Testamenti Societas (Präs. 1966), d. Internat. Theologenkomm. d. Vatikan (1968–73) u. d. Glaubenskomm. d. Dt. Bf.konferenz (1964–91);
    Mitbegr. d. Arbeitsgemeinschaft dt.sprach. kath. Neutestamentler;
    päpstl. Hausprälat (1964);
    Dr. theol. h. c. (Innsbruck 1970);
    Ehrenmitgl. d. Society of Biblical Literature (seit 1972);
    Bayer. Verdienstorden (1979);
    Gr. BVK (1986).

  • Werke

    Weitere W Die Johannesbriefe, 1962, ⁸1994, Neuausg. 2002;
    Neutestamentl. Theol., 1963, ²1965;
    Die Kirche im NT, 1961, ³1966;
    Das Johannesevangelium, 3 Bde., 1965–74, Neuausg. 2000;
    Schrr. z. NT, 1971;
    Maßstab d. Glaubens, 1978;
    Der Brief an d. Epheser, 1982, ²2003;
    Das Matthäusevangelium, 2 Bde., 1985/87;
    Bibliogr.:
    H. Merklein (Hg.), NT u. Ethik (s. L), S. 589-97.

  • Literatur

    J. Gnilka (Hg.), NT u. Kirche, FS R. S., 1974 (P);
    H. Merklein u. J. Lange (Hg.), Bibl. Randbemerkungen, Schüler-FS f. R. S., 1974 (P);
    H. Merklein (Hg.), NT u. Ethik, FS R. S., 1989 (W, L, P);
    G. Dautzenberg u. J. Blank (Hg.), Zur Gesch. d. Urchristentums, FS R. S., 1979 (P);
    J. Gröger, Schles. Priester auf dt. Univ.lehrstühlen seit 1945, 1989, S. 56-58 (W, L, P);
    W. Keller, in: Unitas 129, 1989, S. 30;
    ders., ebd. 134, 1994, S. 13 (P);
    Th. Söding, Pionier u. Pastor, R. S. u. seine Zeit, in: Christ in d. Gegenwart 54, 2002, S. 309 f.;
    LThK³, Nachtragsbd.;
    RGG⁴.

  • Autor/in

    Thomas Söding
  • Zitierweise

    Söding, Thomas, "Schnackenburg, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 277-278 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609491.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA