Lebensdaten
1881 bis 1953
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Arzt ; Landarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116676361 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heisler, August Gustav
  • Heisler, August
  • Heisler, August Gustav

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Zitierweise

Heisler, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116676361.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Frdr. (1844–97), Juwelier, S d. Goldschmieds Carl;
    M Mathilde (1855–1935), T d. Kürschners Emil Kühn;
    B Hermann, Dr., Pfarrer d. Christengemeinschaft in München;
    - 1) 1907 Emily Winifred (1875–1919), Pianistin, T d. Ornithologen Prof. Reginald Bosworth-Smith, 2) 1922 Tempe (1883-1929), Sängerin, T d. Alfred Seng (1831–1934), Prof. d. Rechte, 3) 1929 Frideborg (1878–1954), T d. schwed. Bischofs Ulf Ullmann;
    1 S aus 1), 1 S, 1 T aus 2).

  • Leben

    H. studierte seit 1898 in Kiel, Freiburg, Heidelberg und München und wurde 1905 in Freiburg/Brsg. mit einer Arbeit über die Infektiosität von Tuberkelbazillen verschiedener Herkunft promoviert. Nach Ausbildung bei Krehl, Brauer und Goldmann ließ er sich 1910 in Königsfeld im Schwarzwald nieder, wo er bis zu seinem Tode eine ausgedehnte Praxis und Sanatoriumstätigkeit unterhielt. Seine wissenschaftliche Arbeit und sein Bekenntnis zur Tätigkeit des Landarztes brachten ihn in engen freundschaftlichen und auch kritischen Kontakt mit den führenden Medizinern seiner Zeit, Berufungen an drei Universitäten wurden dagegen nicht angenommen. – H. verfocht die Bedeutung der unmittelbaren ärztlichen Praxis für die Beziehungen zwischen Arzt und Patient, wobei er die Synthese zwischen exakter naturwissenschaftlicher Erkenntnis und kasuistisch belegten Naturheilverfahren suchte. Die Einführung der Apfeldiät und der Kaffeekohlebehandlung in die Schulmedizin, standeskundliche und deontologische Fragen sowie kritische Auseinandersetzungen mit Einzelproblemen ärztlicher Praxis wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten niedergelegt. Sein Hauptwerk „Dennoch Landarzt“ (1928, 51950) bringt aus profunder Kenntnis der aktuellen Medizin, der Psychologie vor allem C. G. Jungs und der Philosophie eine grundlegende Überschau über die Problematik praktischer ärztlicher Tätigkeit. Den von ihm angestrebten lebendigen Meinungsaustausch zwischen Klinik-, Stadt- und Landärzten suchte er in seiner Zeitschrift „Der Landarzt“ zu verwirklichen. – Außerhalb seines ärztlichen Tuns hat er durch die 1924 gegründete „Geistige Nothilfe“ für Gelehrte und Künstler sein Sanatorium in Königsfeld zu einem Kulturzentrum des Schwarzwalds gemacht. Mit der Unterstützung seines Freundes Albert Schweitzer wurde eine Stiftung errichtet, die in einer Zeit geistigen Notstandes schöpferischen Menschen eine fruchtbare Begegnung vermitteln sollte.|

  • Auszeichnungen

    Paracelsus-Medaille (1952).

  • Werke

    Weitere W u. a. Nahrungsmitteltabelle, 1909, 51917 (mit H. Schall);
    Erfahrungen u. Betrachtungen aus d. Praxis, 1913;
    Zeitgemäße Betrachtungen üb. Operationen im Privathaus sowie üb. d. Schlafen im Freien, in: Ärztl. Rdsch., 1929, S. 11;
    Zeitgemäße Betrachtungen üb. Apfel-, Sauerkraut- u. Buttermilchkuren, ebd., S. 305;
    Psychotherapeut. Behandlungsmöglichkeiten in d. Praxis, ebd., 1935;
    Gesundung, 1930;
    Rohe Apfeltage bei Durchfällen im Kindesalter u. bei Erwachsenen, in: Acta Paediatrica 11, 1930;
    Die Stellung d. Landarztes zu § 218, in: Beih. zu: Kommende Gemeinde, 1931;
    Im Kampf gegen Vergewaltigung durch den Staat, Notschrei e. Arztes, 1931;
    Aus meinen Krankenbll., v. d. Arb. e. Landarztes, 1936;
    Der Landarzt u. d. Neue dt. Heilkde., in: Dt. Ärztebl. 1936, S. 491;
    Vom ärztl. Beobachten, in: Münchener Med. Wschr., 1937, S. 846;
    Über d. therapeut. Verwendung d. Kaffeekohle, in: Hippokrates, 1938, S. 63;
    Landarzt u. Naturheilverfahren, 1939;
    Vom Naturbeobachten z. Narurforschung, 1939.

  • Literatur

    Hippokrates 24, 1953, S. 97 f. (P).

  • Autor/in

    Eduard Seidler
  • Empfohlene Zitierweise

    Seidler, Eduard, "Heisler, August" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 457 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116676361.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA