Lebensdaten
1847 bis 1923
Geburtsort
Schiers Kanton Graubünden (Schweiz)
Sterbeort
Magdeburg
Beruf/Funktion
Kirchenmusiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116661682 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Forchhammer, Theophil Traugott
  • Forchhammer, Theophil
  • Forchhammer, Theophil Traugott

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Zitierweise

Forchhammer, Theophil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116661682.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Chrstn. Gottlieb (1814–59), aus Schleswig-Holstein, Pfarrer in Graubünden;
    M Elisab. Schlegel (1824–91) aus Grabs-Werdenberg Kt. St. Gallen;
    B Emanuel (1851–90), Dr. med., Philol. u. Archäol., Prof. f. Palisprache a. d. Hochschule Rangoon/Burma (s. HBLS, P);
    Schw Emilie (1850–1912), Kunstmalerin (s. ThB); 1874 Emilie (1847–1929), T d. Organisten Theodor Friese in Wismar;
    2 S.

  • Leben

    F., der schon mit 5 Jahren ersten Musikunterricht bei seinem Vater erhalten hatte, lernte in Schiers und auf der Kantonsschule in Chur alte Sprachen, da er ursprünglich Theologie studieren sollte. Das Talent zur Musik trat jedoch immer stärker hervor. Seine Musiklehrer in Chur waren Heinrich Sczadrowsky und Johann Anton Held. Auf Helds Fürsprache hin verließ er die Schule und bildete sich 1866-67 am Stuttgarter Konservatorium unter anderem namentlich in Orgelspiel und Komposition bei Immanuel Faißt aus. Auf dessen Empfehlung erhielt F. eine erste Organistenstelle in Thalwil bei Zürich. 1869 siedelte er als Organist und Schulgesanglehrer nach Olten über. Neben den amtlichen Pflichten entfaltete er eine reiche Konzerttätigkeit, so daß ihn sein Ruf als hervorragender Orgelvirtuose bald nach Deutschland führte, wo er 1870 als Marienorganist in Wismar ein neues Wirkungsfeld fand. In diesen Jahren kam F. in ein persönliches Verhältnis zu Liszt, dessen Musik er tief verehrte. Verschiedene Transskriptionen Lisztscher Orchesterwerke für Klavier brachten ihm die volle Anerkennung des Meisters ein. 1878 wurde F. nach Quedlinburg berufen; dort widmete er sich in vermehrtem Maße der Chor- und Orchestererziehung. 8 Jahre später trat er als Nachfolger August Gottfried Ritters die Stelle des Magdeburger Domorganisten an. Im Organistendienst sah F. sein Hauptamt; nebenher wirkte er aber weiterhin als Musiklehrer und Leiter vieler kirchenmusikalischer Kurse. 1888 wurde er zum königlichen Musikdirektor, 1905 zum Professor ernannt. – Sein kompositorisches Können stellte F. in seinen späteren Jahren fast ausschließlich in den Dienst des schlichten Chorals und schuf eine Fülle von teilweise sehr umfangreichen Choralbearbeitungen für Orgel. – Als Komponist liturgischer, choralgebundener Orgelmusik steht F. in der durch J. S. Bach vorgezeichneten deutschen Kirchenmusiktradition, die namentlich durch Ritter auf ihn eingewirkt hat. Seine Tonsprache, die auf Reger hinweist, hält die Mitte zwischen barockem und neudeutschem Stil.

  • Werke

    s. MGG;
    u. a. gedr.: Orgel- u. Klaviermusik, 2 Märchenspiele;
    ungedr.:
    Der 130. Psalm f. Soli, Chor, Orch., 1885 f.;
    Kgn. Luise (Oratorium), 1896-1905;
    Kammermusik, Zyklen V. Choralbearbeitungen. – Schrr.: Führer durch d. Orgellit., 1890 (mit B. Kothe);
    zahlr. Aufsätze.

  • Literatur

    P. Schmidt, Th. F., Diss. Kiel 1937;
    ders., in: MGG IV (W, L, P);
    DBJ V (Tl. 1923, L).

  • Autor/in

    Hans Peter Schanzlin
  • Empfohlene Zitierweise

    Schanzlin, Hans Peter, "Forchhammer, Theophil" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 295 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116661682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA