Lebensdaten
1836 bis 1921
Geburtsort
Bamberg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Lokomotivfabrikant
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116660783 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maffei, Hugo von

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Zitierweise

Maffei, Hugo von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116660783.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1792–1885), bayer. Oberst, S d. Peter Paul (s. Gen. 1);
    M Friederike (1803–88), T d. Forstmeisters Hermann Joseph Steitz u. d. Friederike Lehnhoff;
    Ov Joseph Anton (s. 1); - – Berchtesgaden 1861 Ida (1841–1927, Cousine), T d. Carl Rr. u. Edler v. Maffei (1809–81), Bes. d. Maffeischen Tabak- u. Zigarrenfabrik, u. d. Maria Fehr;
    2 S, 3 T, u. a. Alfons (1862–1926), Inh. d. Fa. J. A. Maffei.

  • Leben

    M. besuchte wegen des wiederholten Garnisonswechsels seines Vaters Schulen in Bamberg und Zweibrücken sowie zuletzt das Maximiliansgymnasium in München, wo er 1855 das Abitur ablegte. In München und Bonn studierte er Jura, jedoch ohne Abschlußexamen, und übernahm 1859 das väterliche Gut Lustheim b. Berchtesgaden. Nach dem Tode seines Onkels Joseph Anton im Sept. 1870 erbte er den größten Teil von dessen Vermögen, darunter die Lokomotivfabrik in der Hirschau bei München und das Landgut bei Staltach, das später als „reichsrätliches Fideikommißgut“ dienen sollte. 1879 wurde er zum lebenslänglichen und 1902 zum erblichen Reichsrat der Krone Bayern ernannt. M. bekannte sich politisch zu einem gemäßigten Liberalismus. Ohne Erfolg kandidierte er 1875 bei der Landtagswahl und 1881 bei der Reichstagswahl für die Nationalliberale Partei.

    M. übernahm die Ämter seines Onkels bei der Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, wo er zuletzt Aufsichtsratsvorsitzender war, und bei der Maximilianshütte AG. Ferner gehörte er dem bayer. Landwirtschaftsrat an und zählte zu den Mitbegründern der seit 1875 bestehenden Bayer. Notenbank und der 1880 geschaffenen Bayer. Rückversicherungsgesellschaft. 1881 erwarb er die Dampfschifffahrtskonzession auf dem Ammersee. M. war auch Vorsitzender der Süddeutschen Eisen- und Stahlberufsgenossenschaft. Er kaufte das gräfl. Yrsch'sche Gut Freiham b. München-Aubing (1896), beteiligte sich an der Nürnberger Elektrofabrik Schuckert & Co. und wurde um die Jahrhundertwende zum Vorsitzenden des Deutschen Lokomotiwerbandes gewählt. 1899 verließ die 2000. Lokomotive sein Werk; 1915 wurde die 4000. fertiggestellt. Die Lokomotiven wurden in zahlreiche Länder – u. a. Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz – geliefert. Außerdem waren die Maffeischen Werkstätten schon bis 1891 am Bau von 34 Dampfschiffen (hauptsächlich Maschinen und Dampfkessel) und der Herstellung von ca. 300 Dampfmaschinen (Lokomobilen), 30 eisernen Brücken, 25 Turbinen und 15 Glashäusern beteiligt. M. finanzierte mit anderen die Berliner Maschinenbaugesellschaft Maffei-Schwartzkopff und gehörte zu den Gründern des Deutschen Museums in München. Er galt vor dem 1. Weltkrieg als der reichste Mann|Bayerns. Das durch Krieg und Inflation geschmälerte Vermögen übernahm sein ältester Sohn Alfons, der ihn aber nur um wenige Jahre überlebte. Die Lokomotivfabrik J. A. Maffei wurde Ende der 20er Jahre von der Krauss AG erworben, das Gesamtunternehmen 1931 in Krauss-Maffei AG umbenannt.|

  • Auszeichnungen

    Verdienstorden d. Bayer. Krone; Dr.-Ing. E. h. (TH München).

  • Werke

    Die süddt. Eisen- u. Stahlberufsgenossenschaften 1885-1910, 1910;
    Die Mooskultur in Oberbayern u. deren Statistik im besonderen, 1913;
    Dokumente im Archiv d. Krauss-Maffei AG, München-Allach.

  • Literatur

    Die Maschinenfabrik Joseph Anton v. Maffei, in: J. Kahn (Hrsg.), Münchens Großindustrie u. Großhandel, 1891, S. 4-6;
    A. Kuhlo (Hrsg.), Gesch. d. bayer. Industrie, 1926, S. 244 f.

  • Literatur

    zu 1) u. 2) Alfons v. Maffei, Gesch. d. seit 1786 in München ansässigen Fam. Maffei, 1923 (Ms., Pressearchiv d. Krauss-Maffei AG, München-Allach);
    H. Kustermann, Die Entwicklung d. bayer. Lokomotivindustrie, Diss. Würzburg 1925;
    100 J. Krauss-Maffei 1837-1937, 1937;
    Maffei Lokomotiven, Erweiterter Kat. bearb. v. K. Böhm, 1979;
    H. Hesselmann, Das Wirtsch.bürgertum in Bayern 1890-1914, 1985.

  • Portraits

    Archiv d. Krauss-Maffei AG, München-Allach, u. Privatarchive.

  • Autor/in

    Willibald Fink
  • Empfohlene Zitierweise

    Fink, Willibald, "Maffei, Hugo von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 647 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116660783.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA