Lebensdaten
1842 bis 1901
Geburtsort
Calbe/Saale
Sterbeort
Gießen
Beruf/Funktion
Agrikulturchemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116659831 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maercker, Max
  • Maercker, M.
  • Maercker, Max Heinrich
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Zitierweise

Maercker, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116659831.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Anton (1803–71), Präs. d. Appellationsgerichts in Halberstadt, Juni-Sept. 1848 preuß. Innenmin., S d. Joh. Simon (1764–1836), Reg.- u. Medizinalrat in Marienwerder u. d. Joh. Dorothea Beyer;
    M Amalie Reich (1821–96) aus Insterburg;
    Halle 1873 Ethelinde (1857–1927), T d. Rittmeisters Hermann Schach v. Wittenau u. d. Marie Freiin v. Hoverbeck gen. v. Schönaich;
    1 T.

  • Leben

    M. studierte 1861-64 Chemie in Greifswald und Tübingen. 1864 promovierte er an der Univ. Greifswald. Danach folgten kurzzeitige Tätigkeiten am Greifswalder Universitätslaboratorium und an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Braunschweig. 1867-71 wirkte M. als Assistent an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Göttingen-Weende, die damals unter der Leitung von Wilhelm Henneberg zu den bedeutendsten agrikulturchemischen Forschungsstätten gehörte. 1871 wurde M. zum Leiter der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Halle/Saale berufen, die er während seiner 30jährigen Amtszeit zur größten und leistungsfähigsten Versuchsstation in Deutschland ausbaute. Von hier aus hat er die Entwicklung zahlreicher Disziplinen der Landbauwissenschaft nachhaltig beeinflußt. In den ersten Jahren (1872 ao. Professor) widmete er sich besonders dem Gebiet der landwirtschaftlichen Technologie. Sein „Handbuch der Spiritusfabrikation“ (1877, 91908) war jahrzehntelang das maßgebende Standardwerk für das Brennereigewerbe.

    M. entdeckte, daß die bei der Zuckergewinnung aus Rüben anfallenden Rückstände (Rübenschnitzel) in getrockneter Form als wertvolles Futtermittel verwendet werden können. Als erster wies er auf den hohen Phosphatgehalt der bei der Eisengewinnung anfallenden Thomasschlacke hin. Als nach 1880 die gemahlenen Schlacken als „Thomasmehl“ den Landwirten zum Kauf angeboten wurden, führte M. an unterschiedlichen Standorten umfangreiche Düngungsversuche durch. Er konnte die Rentabilität dieses neuen Düngers nachweisen und dadurch dessen breite Anwendung in der landwirtschaftlichen Praxis beschleunigen. Jahrzehntelang hat sich M. mit der zweckmäßigsten Verwendung der Kalisalze beschäftigt. Die von ihm durchgeführten Versuche mit diesen zunächst für wertlos gehaltenen „Abraumsalzen“ erbrachten besonders auf sandigen Böden aufsehenerregende Ertragssteigerungen. Die aus seinen Ergebnissen abgeleiteten Düngungsempfehlungen für die verschiedenen Kulturpflanzen wurden richtungweisend für die landwirtschaftliche Düngungspraxis. Gemeinsam mit dem Landwirt Albert Schultz-Lupitz (1831–99) bahnte M. dem Einsatz der Kalisalze in der Landwirtschaft den Weg und legte damit den Grundstein für den steilen wirtschaftlichen Aufstieg der deutschen Kaliindustrie. M. konnte viele Landwirte dafür gewinnen, unter seiner Leitung Düngungsversuche auf ihren eigenen Feldern durchzuführen und sie auf diese Weise von der Notwendigkeit einer sachgerechten Düngung überzeugen. M. verbesserte die damalige Feldversuchsmethodik, indem er Wiederholungsparzellen einführte. Seine 1875-78 in sächs. Großbetrieben durchgeführten Kartoffeldüngungsversuche gaben nachhaltige Anregungen für die Weiterentwicklung des landwirtschaftlichen Feldversuchswesens. Beachtenswert für die Qualitätsforschung bei Getreide waren die von M. um 1885 durchgeführten Sortenversuche, wobei erstmals die sortenspezifische Backfähigkeit von Weizen durch Backversuche untersucht wurde.

    Nach nordamerikanischem Vorbild gelang es ihm 1895, eine Versuchswirtschaft in Lauchstädt b. Halle einzurichten, wodurch Aufgaben und Problemstellungen des landwirtschaftlichen Betriebes ganz in den Mittelpunkt seiner Forschungstätigkeit rückten. M. war einer der bedeutendsten Vermittler zwischen Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis. 1892 wurde an der Univ. Halle eigens für ihn eine o. Professur geschaffen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Kalisalze u. ihre Anwendung in d. Landwirtsch., 1880;
    Die Kalidüngung in ihrem Werte f. d. Erhöhung u. Verbilligung d. landwirtsch. Produktion, 1892, 21893;
    Amerikan. Landwirtsch. u. landwirtsch. Versuchs- u. Unterrichtswesen, 1895;
    Anleitung z. Brennereibetrieb, 1898, 31904.

  • Literatur

    M. Delbrück, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 34, 1901, S. 4457-65;
    B. Tollens, in: Journal f. Landwirtsch. 49, 1901, S. 305-09 (P);
    P. Behrend, in: Landwirtsch. Jbb. 31, 1902, S. 1-54 (W-Verz., P);
    W. Rimpau, in: Jb. d. Dt. Landwirtsch.-Ges. 17, 1902, S. 3-9;
    Ernst Schulze, in: Die landwirtsch. Versuchs-Stationen 56, 1902, S. 265-75 (P);
    F. Scheffer, in: Jb. f. Gesch. u. Lit. d. Landwirtsch. 41, 1942, S. 87-90;
    L. Schmitt, in: Der Forschungsdienst 14, 1942, S. 339-41;
    Th. Roemer, Das Lebenswerk v. M. M., in: Die Ernährung d. Pflanze 39, 1943, S. 1-4;
    Pogg. VII a Suppl.;
    BJ VI (u. Tl.).

  • Portraits

    Bronzestatue, bis 1945 vor d. Landwirtsch.kammer in Halle, Abb. in: Dt. Landwirtsch. Presse 32, 1905, S. 722 u. Die Ernährung d. Pflanze 7, 1911, S. 220;
    Gedenkstein in d. Versuchswirtsch. Lauchstädt, Abb. ebd., S. 221;
    Medaille, gestiftet 1905 v. d. Dt. Landwirtsch.-Ges., Abb. in: Dt. Landwirtsch. Presse 32, 1905, S. 722.

  • Autor/in

    Wolfgang Böhm
  • Empfohlene Zitierweise

    Böhm, Wolfgang, "Maercker, Max" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 639-640 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116659831.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA