Lebensdaten
1726 bis 1802
Geburtsort
Münster (Elsaß)
Sterbeort
Mannheim
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116653582 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lamey, Andreas
  • Agnellus
  • Lameius, Andreas
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Zitierweise

Lamey, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116653582.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas (1697–1763), Küfermeister, Landwirt u. Zollunterpächter, S d. Küfers Johannes in Münster u. d. Schlosser-T Anna Maria Burckardt;
    M Katharina (1703–62), T d. Weißbäckers Johs. Wiedemann u. d. Katharina Bielin;
    Mannheim 1765 Maria Kath. Jakobine (1738–97), T d. Ferd. Deurer (1692–1770), Stadthauptm., Kirchenvorsteher u. Bleichbes. in Mannheim, u. d. Margarethe Luise Mikisch;
    5 S, 3 T, u. a. Ernst Andreas (s. Gen. 3), Johanna (1767–1839), Freundin Schillers;
    N August Wilhelm (s. 2);
    E August (s. 3).

  • Leben

    Den strebsamen, in Schule und Pfarrhaus seiner Vaterstadt vorgebildeten L. nahm Joh. Daniel Schöpflin 1744 in sein Haus in Straßburg auf, ließ ihn an der Universität immatrikulieren und machte ihn zu seinem Amanuensis. In dieser Stellung bereiste L. mit seinem Patron das Elsaß und die angrenzenden Gebiete, beteiligte sich an Schöpflins „Alsatia Illustrata“, deren 1. Band sie 1751 Ludwig XV. in Compiègne überreichten, und an der „Historia Zaringo-Badensis“, hielt Vorlesungen an der Universität und gab Schöpflins adeligen Schülern Privatunterricht. 1761 zum Universitätsbibliothekar bestellt, wurde er zwei Jahre später von Kf. Karl Theodor von der Pfalz auf Schöpflins Vorschlag hin als secretarius perpetuus und 2. (seit 1782 1.) Hofbibliothekar an die neugegründete kurpfälz. Akademie der Wissenschaften nach Mannheim berufen, wo er sich, seit 1768 Hofrat, am Hof und in der Stadt einen geachteten Namen erwarb. 1766 mit der Wahrnehmung der Mannheimer Bücher- und Zeitungszensur betraut, gab er seit 1767, zusammen mit dem Akademiekollegen Christof Jakob Kremer, dessen postume Werke er später ebenso wie Schöpflins „Alsatia Diplomatica“ (Mannheim 1772–75) veröffentlichte, die Mannheimer Zeitung heraus. 1771 übernahm er mit Kremer zusammen auch die Leitung der Mannheimer Hof- und Akademiebuchdruckerei. Nach Schöpflins Tod die Seele der Mannheimer Akademie, hat er ihre Edition des Lorscher Urkundenbuchs (3 Bde., 1768–70) besorgt, ihre „Acta“ (11 Bde., 1766–94) redigiert und sich in seinen eigenen 29 Beiträgen zumal mit der pfälz. Gaugeographie und provinzialröm. Archäologie beschäftigt. Sein umfangreicher Nachlaß, vor allem seine weitreichende Korrespondenz, liegt im Generallandesarchiv in Karlsruhe.

  • Werke

    Weitere W u. a. De Sacra pontificis maximi Romanorum in urbe et extra urbem potestate, in: Societatis Latinae Marchico Badensis Acta II, ed. G. A. Tittel, 1770, S. 11-45;
    Diplomat. Gesch. d. alten Grafen v. Ravensberg …, 1779;
    Pagi Lobodunensis, qualis sub Carolingis maxime regibus fuit, Descriptio, in: Acta … I, 1766, S. 215-42;
    De inscriptione Romana, Moguntiae reperta, quae deleto Commodi imp. nomine insignis, ebd. II, 1770, S. 115-41;
    Tituli sepulchrales christiani duo Roma allati, ebd. IV, 1778, S. 46-51;
    De Insignium Palatinorum origine, augmentis et variationibus, ebd. V, 1783, S. 395-422;
    De Matronis earumque monumentis, in Ducatu Juliacensi nuper repertis, ebd. VI, 1789, S. 62-78;
    De Castro ac familia Erenberg Feudo Palat. prope Mosellam inferiorem, ebd., S. 429-72;
    Conradi I (bzw. Heinrici I) Germaniae Regis annales diplomatici …, ebd. VII, 1794, S. 68-108 (bzw. 109-42);
    Advocati provinciales Spirgoviae, ebd., S. 202-28;
    Dapiferi Palatinatus Rheni de Alceia dicti, ebd., S. 249-84;
    Epistolae maximam partem Palatinae ex codice MS. Andreae Masii … nunc primum editae, ebd., S. 302-94.

  • Literatur

    ADB 17;
    J. F. Lucé, Die Wunder d. Fäßchens, od. Der Abend zu Hunaweyer …, in: Alsat. Taschenbuch …, 1807, S. 81-112 = L. Brièle u. J. Liblin, Le Tonnelier de Hunawihr et la Société d'Émulation de Colmar (1790–1814), in: Revue d'Alsace 44, 1893, S. 145-69;
    L. Häusser, Gesch. d. rhein. Pfalz … I u. II, 1845 (vgl. Reg.bd. v. F. Loos u. Th. Neubauer, 1971);
    R. Fester, J. D. Schoepflins briefl. Verkehr …, 1906;
    F. Walter, Mannheim in Gesch. u. Gegenwart, 2 Bde., 1907;
    L. Bergsträßer, Der Briefwechsel zw. Stengel u. L., in: Mannheimer Gesch.bll. 8, 1907, Sp. 122-33;
    F. Schnabel, A. L.s Selbstbiogr. …, ebd. 14, 1913, Sp. 103-12, 122-33, 157-62 u. 181-89;
    A. Krieger, Briefe Jung-Stillings an J. G. v. Stengel u. A. L. …, ebd. 26, 1925, Sp. 29-39 u. 77-82;
    M. Krebs, Sechs unveröff. Briefe an A. L., in Elsaß-Lothr. Jb. VI, 1927, S. 194-203;
    F. A. Ebrard, A. L. u. d. Stalbohel Joh. Goswin Widders, ZGORh 90, 1938, S. 130 ff.;
    G. Pfeilschifter, Korr. d. Fürstabtes Martin II. Gerbert v. St. Blasien, 2 Bde., 1931/34;
    ders., A. Allgeier u. W. Müller, Briefe u. Akten d. Fürstabtes Martin II. Gerbert v. St. Blasien 1764–93, Bd. II (Wiss. Korr. 1782–93), 1962;
    B. Lamey, A. L. (1726-1802), in|Ravensberger Bll., H. 6, 1949, S. 47 ff.;
    G. Leyh, Die dt. Bibliotheken v. d. Aufklärung bis z. Gegenwart, in: Hdb. d. Bibl.wiss. III, 2, 21957, S. 51;
    L. Hammermayer, Gründungs- u. Frühgesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1959;
    M. Spindler (Hrsg.), Electoralis Academiae scientiarum Boicae Primordia, Briefe aus d. Gründungszeit d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1959;
    P. Fuchs, Palatinatus Illustratus, Die hist. Forschung an d. kurpfälz. Ak. d. Wiss., 1963 (L);
    J. Voss, Paris im Sommer 1751, Notizen z. wiss. u. rel. Leben aus d. Reisetagebuch A. L.s, in: Archiv f. Kulturgesch. 56, 1974, S. 198-216;
    ders., Univ., Gesch.wiss. u. Diplomatie im Za. d. Aufklärung: J. D. Schöpflin (1694–1771), 1979 (L);
    Jöcher-Adelung III, Sp. 1103 ff. (W);
    Nouv. Biogr. 29, 1859, Sp. 215 f.

  • Portraits

    zeitgenöss. Ölgem. (Mannheim, Reiß-Mus.), Abb. b. Fuchs, s. L, Titelbild, u. H. Ammerich, Die Academia Theodoro-Palatina, in: Stimme d. Pfalz 29, 1978, H. 1, S. 11.

  • Autor/in

    Peter Fuchs
  • Empfohlene Zitierweise

    Fuchs, Peter, "Lamey, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 444-445 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116653582.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Lamey: Andreas L., Geschichtsforscher. Geboren 1726 in Münster im Elsaß als der Sohn eines Küfers, am 17. März 1802 zu Mannheim. Durch den Ortspfarrer Brauer in das geschichtliche und antiquarische Studium, eingeführt, machte er durch diesen die Bekanntschaft Schöpflin's, der ihn bald zu sich nach Straßburg entführte, in sein Haus aufnahm und zu seinem Amanuensis erhob. L. hat an den gelehrten Vorbereitungen der Alsatia illustrata erheblichen Antheil und bekanntlich die Ausgabe des 3. Bandes besorgt. Auf Schöpflin's Anregung berief Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz L. nach Mannheim, stiftete auf dessen Veranlassung die Akademie und erhob ihn zum ständigen Secretär derselben wie zum Oberbibliothekar. Der Kurfürst hatte ein Werk über die Pfalz, wie das Schöpflin's über das Elsaß war, gewünscht, ließ sich aber bedeuten, daß zu diesem Zwecke das Material erst aufgesucht und offen gelegt werden müsse. Das wurde nun aber in erster Linie mit die Aufgabe der Mannheimer Akademie der Wissenschaften und ihres arbeitsamen Secretärs. Die gelehrten Publicationen, die auf diesem Wege entstanden, sind bekannt und in ihnen liegt das bleibende Verdienst Lamey's. Die Veröffentlichung des Codex Laureshamensis wie die Bearbeitung der pfälzischen Gaugeographie stehen hiebei oben an. Zur vollständigen Würdigung der Arbeitstraft und des Sammeleifers Lamey's dient ein Blick auf seinen litterarischen Nachlaß, der in Karlsruhe liegt.

    • Literatur

      Vgl. Alsatisches Taschenbuch für das Jahr 1857, S. 82 ff. — Acta Palatina, Bd. I—VII.

  • Autor/in

    v. Wegele.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wegele, Franz Xaver von, "Lamey, Andreas" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 568 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116653582.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA