Lebensdaten
1873 bis 1941
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Neurochirurg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116643064 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Förster, Otfried
  • Foerster, Ofrid
  • Förster, Otfried

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Zitierweise

Foerster, Ofrid, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116643064.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1843–1922), Prof. d. klass. Philol. u. Archäol. in B., Hrsg. d. „Scriptores Physiognomici“, 2 Bde., 1893, u. d. „Libanii opera“, 1903 ff. (s. DBJ IV, Tl. 1922, W, L), S d. Wagenbauers Carl in Görlitz;
    M Angelika (1846–1936), T d. Frdr. Aug. Lübbert in B.;
    B Wolfg. (* 1875), Oberstlt. a. D., Präs. am Reichsarchiv, Mil.schriftst.;
    Breslau 1903 Martha (1882–1941, kath.), T d. Kaufm. Otto Bauer in B.;
    2 T.

  • Leben

    F. studierte 1892-96 in Freiburg, Kiel und Breslau, bestand 1897 sein Staats- und Doktorexamen in Breslau und ist, nachdem er im Anschluß an sein Studium noch 2 Jahre an der Salpétrière, der berühmten Irren- und Nervenklinik in Paris, verbracht hatte, bis auf die Zeit von 1922 bis Januar 1924, während der er den schwer erkrankten Lenin behandelte und betreute, der Universität seiner Vaterstadt treu geblieben. 1899-1904 arbeitete er an der Psychiatrischen Klinik unter C. Wernicke, unter dem er sich 1903 auch habilitierte. Durch Wernicke, mit dem gemeinsam er im gleichen Jahre einen Atlas des Gehirns herausgab, hervorragend in der Nervenanatomie geschult, wandte sich F., fortan in der Neurologischen Abteilung am Wenzel-Hanke-Krankenhaus tätig, immer entschiedener der Pathophysiologie des Nervensystems zu, deren Erforschung und therapeutische Auswertung schließlich seinen Lebensinhalt bildete. Zunächst mit Chirurgen zusammen arbeitend, sah er sich während des 1. Weltkrieges vor die Aufgabe gestellt, selbst zu operieren, und bildete sich, ohne jemals eine systematische chirurgische Ausbildung genossen zu haben, völlig selbständig zu einem der größten Neurochirurgen seiner Zeit aus, wobei ihm eine jede Operation zu einer Gelegenheit wurde, um an lebenden Nerven zu experimentieren und zu studieren. Sein erstes, schon vor seiner Operationstätigkeit in Angriff genommenes Problem war die Erforschung des Wesens der spastischen Lähmungen und die Entwicklung einer daraus abgeleiteten Übungstheorie, die für das Gehen, Stehen, Halten und Greifen insbesondere dem Orthopäden klare Anweisungen gab. Gegen Spasmen und bestimmte Kontrakturen in gelähmten Muskelgebieten war die von ihm ersonnene Resektion der hinteren Rückenmarkswurzeln gerichtet, die als „Foerstersche Operation“ seinen Namen in der gesamten Fachwelt schnell bekannt machte. Stets gleichzeitig als Kliniker, Operateur und experimentierender Forscher tätig, machte er es sich zur Aufgabe, durch Reizung und Ausschaltung gewisser Nervengebiete auf Grund der dadurch bewirkten Bewegungen oder Bewegungsausfälle eine das gesamte Zentral- und periphere Nervensystem umfassende Lokalisationstheorie zu erarbeiten, die dann zu einem der wichtigsten Fundamente der modernen Neurologie wurde. F. war 1909 zum Extraordinarius und 1921 zum persönlichen Ordinarius für Neurologie ernannt worden. 1938 ließ er sich emeritieren. Sein Name lebt in der von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie gestifteten und 1953 zum ersten Male verliehenen „Otfrid-Förster-Medaille“ fort.

  • Werke

    Weitere W u. a. Kriegsschädigungen d. peripheren Nerven, 1921;
    Die Leitungsbahnen d. Schmerzgefühls, 1927. – Hrsg.: Zs. f. d. ges. Neurol. u. Psychiatrie. – Mithrsg. (mit O. Bumke): Hdb. d. Neurol., 17 Bde., 1935-37.

  • Literatur

    V. v. Weizsäcker, in: Archiv f. Psychiatrie u. Nervenheilkde. 114, 1942;
    A history of neurological surgery, ed. E. Walker, Baltimore 1951, S. 286 f. (P);
    The founders of neurology, ed. Webb Haymaker, Springfield 1953, S. 422-25 (P);
    G. Hohmann, Ein Arzt erlebt s. Zeit, 1954, S. 117-23;
    H. Pette, O. F., Der Kämpfer um e. selbst. Neurol., in: Gestalter unserer Zeit IV, Forscher u. Wissenschaftler im heutigen Europa, 1955, S. 93-100 (P);
    K. J. Zülch, in: Große Nervenärzte, 1956 (W, L, P);
    Fischer.

  • Autor/in

    Wilhelm Katner
  • Empfohlene Zitierweise

    Katner, Wilhelm, "Foerster, Ofrid" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 280 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116643064.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA