Lebensdaten
1774 bis 1855
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Paris
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116641924 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rothschild, Salomon Mayer (bis 1822)
  • Rothschild, Salomon Meyer (bis 1822)
  • Rothschild, Salomon Freiherr von
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Zitierweise

Rothschild, Salomon Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116641924.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mayer Amschel (s. 1);
    M Gutle Schnapper;
    B Amschel Mayer (s. 2), Nathan Mayer (s. 4), Carl Mayer (s. 5), James (Jakob) Mayer (s. 6);
    Frankfurt/M. 1800 Caroline (1782–1854), T d. Samuel Hayum Stern (1758/60-1819);
    1 S Anselm Salomon (1803–74), 1 T Betty (1805–86, James [Jakob] Rothschild, 1792–1868, s. 6).

  • Leben

    R., der eine traditionelle jüd. Bildung erhielt, begann mit ca. 12 Jahren im Handelsgeschäft des Vaters zu arbeiten. 1810 wurde er gemeinsam mit seinen Brüdern als Teilhaber in die von seinem Vater begründete Firma „M. A. Rothschild & Söhne“ aufgenommen. In den folgenden Jahren baute er v. a. die Verbindung der Familie zum österr. Staatskanzler Metternich aus und begründete 1817 in Wien das Bankhaus „S. M. von Rothschild“, das bis ca. 1860 als Dependance des Frankfurter Stammhauses galt. Die Nobilitierung erfolgte dank der erfolgreichen Übermittlung der engl. Subsidien nach Österreich in den napoleon. Kriegen, die Erhöhung in den Freiherrenstand u. a. aufgrund der Finanzierung des österr. Feldzuges im Königreich beider Sizilien 1820/21. Obwohl R. innerhalb des Systems Metternich eine zentrale Rolle spielte, konnte er aufgrund des restriktiven Judenrechts in Österreich lange Zeit keinen Grundbesitz in Wien erwerben. Erst als er 1843 erster jüd. Ehrenbürger der Stadt wurde, kaufte er seinen Hauptsitz in Wien, das ehemalige Hotel „Röm. Kaiser“, das er bisher gemietet hatte. Seit 1830 trieb R. in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Franz Riepl (1790–1857) auch den Bau der ersten Eisenbahnlinien in Österreich voran und begründete v. a. die „Nordbahn“ von Wien ins mähr. Industrierevier. Dort erwarb er auch das Eisenwerk in Witkowitz und baute es zu einem der größten eisenerzeugenden Betriebe Österreich-Ungarns aus.

    Wegen der engen Verbindung mit Metternich mußte R. in der Revolution 1848 aus Wien fliehen. Die Leitung der dortigen Geschäfte übernahm sein Sohn Anselm Salomon, während R. bis zu seinem Tod hauptsächlich in Paris und Frankfurt lebte, wo er ebenfalls Häuser besaß.

    R. spielte im Aufstieg der Rothschilds zur beherrschenden europ. Bank eine wichtige Rolle durch seine enge Verbindung zum österr. Staatskanzler Metternich und dessen Mitarbeitern. Er galt als der „Chefdiplomat“ der Familie und vertrat ihre Interessen auf den internationalen Kongressen und an den Höfen, mit denen die Rothschilds zusammenarbeiteten. Zur frühen industriellen Entwicklung der Donaumonarchie leistete er einen wichtigen Beitrag.|

  • Auszeichnungen

    ksl. Hoffaktor (1800).

  • Literatur

    G. Otruba, Die Wiener Rothschilds, in: Wiener Gesch.bll. 41/4, 1986, S. 149-69;
    Die Rothschilds, Eine europ. Fam., hg. v. G. Heuberger, 1994, bes. S. 76-80 (P);
    NÖB VI, 1929, S. 82-92 (P);
    Hist. Lex. Wien;
    ÖBL.

  • Portraits

    Ölgem., um 1824 (Privatbes., Frankreich);
    Ölgem. v. M. D. Oppenheim, 1836 (N M Rothschild & Sons, London);
    Ölgem. v. W. H. Schlesinger, 1838 (Privatbes., London);
    Statue v. P. Gayrard, 1843 (Privatbes., Frankreich);
    Marmorstatue, um 1873 (Techn. Mus., Wien).

  • Autor/in

    Fritz Backhaus
  • Empfohlene Zitierweise

    Backhaus, Fritz, "Rothschild, Salomon Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 133 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116641924.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA