Lebensdaten
1788 bis 1855
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Neapel
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116641797 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rothschild, Carl (bis 1817)
  • Rothschild, Kalman (bis 1817)
  • Rothschild, Calman (bis 1817)
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Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Rothschild, Carl Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116641797.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mayer Amschel (s. 1);
    M Gutle Schnapper;
    B Amschel Mayer (s. 2), Salomon Mayer (s. 3), Nathan Mayer (s. 4), James (Jakob) Mayer (s. 6);
    1818 Adelheid Herz (1800–53);
    4 S Mayer Carl (1820–86), Adolphe Carl (1823–1900), Wilhelm Carl (1828–1901), Anselm Alexander Carl (1835–54), 1 T Charlotte (1818–84, Nathan Rothschild, 1777–1836, s. 4).

  • Leben

    Nach einer überwiegend traditionellen jüd. Ausbildung trat R. mit ca. 12 Jahren in das Geschäft seines Vaters ein. Nachdem dessen wichtigster Kunde, Kf. Wilhelm von Hessen-Kassel, 1806 durch Napoleon ins Exil getrieben worden war, hielt R. den Kontakt zum Kurfürsten in den Exilorten Holstein und Prag aufrecht. 1810 wurde er Teilhaber des von seinem Vater eingerichteten Handels- und Bankhauses „M. A. Rothschild & Söhne“. Sein Wohnsitz blieb Frankfurt, er war jedoch sehr häufig im Auftrag seiner Brüder als Kurier in ganz Europa unterwegs, so bei der Organisation des Goldschmuggels zwischen England und Frankreich nach 1810, bei der Finanzversorgung der Armee Wellingtons 1814, bei der Übermittlung der engl. Subsidiengelder auf den Kontinent oder als Vertreter der Rothschilds auf dem Kongreß von Aachen 1818. Durch seine häufigen Reisen hielt er den persönlichen Kontakt zu den Höfen in Berlin, St. Petersburg, Wien und zahlreichen anderen Residenzen, eine wichtige Funktion für den Aufstieg des Rothschild-Bankhauses. 1821 begleitete er die österr. Truppen nach Süditalien, die die liberale Bewegung im Königreich beider Sizilien niederschlagen und Kg. Ferdinand I. in seine alte Machtstellung zurückbringen sollten. R. sorgte in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Salomon für die Finanzierung der Feldzugskosten und der mehrjährigen Besetzung des Königreiches. In Neapel gründete er die fünfte Rothschild-Bank „C. M. de Rothschild e figli“, die als Dependance des Frankfurter Stammhauses zählte und unter der Führung seines Sohnes Adolphe bis 1860 Bestand hatte. Während R. mit seiner Familie einen Teil des Jahres in Frankfurt lebte, wo er zwei große Häuser besaß, führte er in Neapel seit 1841 an der Via Chiaia das angesehenste Haus der Stadt, in dem sich Besucher aus ganz Europa einfanden.|

  • Auszeichnungen

    Gen.konsul v. Parma u. beider Sizilien.

  • Literatur

    Die Rothschilds. Eine europ. Fam., hg. v. G. Heuberger, 1994, bes. S. 80-84 (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. A. F. Lagrenée, um 1830 (Jüd. Mus., Frankfurt/M.);
    Ölgem. v. M. D. Oppenheim, 1836 (Privatbes., England), u. um 1850 (The Israel Mus., lerusalem);
    Karikatur nach Zeichnung v. K. P. Geissler u. Stich v. J. Nussbiegel, 1825 (Stadt- u. Univ.bibl., Frankfurt/M.).

  • Autor/in

    Fritz Backhaus
  • Empfohlene Zitierweise

    Backhaus, Fritz, "Rothschild, Carl Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 134-135 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116641797.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA