• Genealogie

    V Otto, Ing.;
    M Therese Sachsse;
    1910 Hedwig Plagge;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    L. studierte 1903-07 Naturwissenschaften in Jena, Freiberg und zuletzt in Berlin. 1908 wurde er dort mit einem „Beitrag zur Kenntnis der fossilen und subfossilen Boviden“ promoviert. Anschließend arbeitete er als Assistent am Museum für Naturkunde. Seit 1911 war er Kustos am Westpreuß. Provinzialmuseum in Danzig, seit 1923 dessen Direktor. Von den Naturwissenschaften ausgehend, war L. unterdessen auch zur Frühgeschichte gekommen und hat diese bemerkenswerte Zweigleisigkeit in seiner wissenschaftlichen Arbeit bis zum Ende beibehalten. 1924 habilitierte er sich für Vor- und Frühgeschichte an der TH Danzig; 1928 zum ao. Professor ernannt, übernahm er 1928-33 auch die Vertretung des Lehrstuhls für Vor- und Frühgeschichte an der Univ. Königsberg. Schon in Danzig hatte sich L. als geschickter Organisator des Ausgrabungswesens an der unteren Weichsel erwiesen. Von seinem Danziger Museum aus arbeitete er eng mit Max Ebert in Königsberg, Bruno Ehrlich in Elbing, Kurt Voigtmann in Marienburg und andern Museumsleitern der Umgebung zusammen. Diesem Zusammenwirken dienten insbesondere die 1923 von L. begründete „Danziger Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte“ und die 1924-38 von ihm herausgegebenen „Blätter für deutsche Vorgeschichte“. Dabei entstanden u. a. das wichtige Gemeinschaftswerk über „Das Weichsel-Nogat-Delta“ von Bertram, L. und Klöppel (1924) sowie das Kartenwerk „Kulturen und Völker der Frühzeit im Preußenland“ (1936) in Zusammenarbeit mit Carl Engel und der 1937 dazu veröffentlichte stattliche Erläuterungsband. 1938 folgte L. einer Berufung als Direktor des Landesamts für Vorgeschichte in Königsberg, wo er zugleich als Staatlicher Vertrauensmann für die Beurteilung kulturgeschichtlicher Bodenaltertümer und als Pfleger der ostpreuß. Heimatmuseen tätig war. Hinzu kamen neue Vorhaben der systematischen Forschung, 1939 wiederum die Vertretung des Königsberger Lehrstuhls für Vor- und Frühgeschichte. Aus diesem großen Wirkungsbereich 1945 vertrieben, fand L. zunächst eine Unterkunft in Schleswig am dortigen Museum vorgeschichtlicher Altertümer. 1950 übernahm er die Leitung der Fachgruppe für Vor- und Frühgeschichte im J. G. Herder-Forschungsrat in Marburg. Seine weite Bereiche der Kulturentwicklung umspannenden Veröffentlichungen lassen eine besondere Neigung zur Lösung naturkundlicher und technologischer Probleme der Vorgeschichte erkennen. Grundlegendes hat L. mit seinen Arbeiten über die eigenartige Denkmälergruppe der Haus-, Tür- und Gesichtsurnen geschaffen.

  • Werke

    Urgescb. d. Ostgermanen, 1934;
    Die Entwicklung d. Textilhandwerks in Alteuropa, 1956;
    Frühgesch. d. europ. Kulturpflanzen, 1961;
    Die pomerell. Gesichtsurnen, 1963.

  • Literatur

    Documenta archeologica, W. La B. dedicata, hrsg. v. O. Kleemann, 1956 (W-Verz., P);
    D. Bohnsack, in: Ostpreußenbl. 16, 1965, Folge 6;
    E. Bahr, in: Preußenland 9, 1971, S. 47 f.;
    H. Jankuhn, in: Zs. f. Ostforschung 21, 1972, S. 148 ff.;
    Danziger Bürgerbuch, hrsg. v. R. Franke, 1927, S. 15 f.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1966;
    Altpr. Biogr. III;
    E. Wermke, Bibliogr. d. Gesch. v. Ost- u. Westpreußen, 1931 mit Nachträgen 1953 ff.

  • Autor/in

    Ernst Bahr
  • Empfohlene Zitierweise

    Bahr, Ernst, "La Baume, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 363 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116635592.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA