Lebensdaten
1870 bis 1965
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Jerusalem
Beruf/Funktion
Rabbiner ; Verleger ; jüdischer Verbandsfunktionär
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116624337 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosenheim, Jakob
  • Rosenheim, Yaakov
  • Rosenheim, Jacob
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Zitierweise

Rosenheim, Jacob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116624337.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard Elias (1837–1915), Bankangest., S d. Jacob u. d. Caroline N. N.;
    M Charlotte (1853–1928), T d. Isaak Kauffmann (1805–84), aus Bouxwiler (Elsaß), Buchhändler, seit 1832 Verl. in F. (s. Enc. Jud. 1971), u. d. N. N. Wohl;
    Om Ignatz Kauffmann (1849–1913), Buchhändler u. Verl. in F. (s. Enc. Jud. 1971; Frankfurter Biogr.);
    Gertrude (Genendel) (1879–1940), aus Karlsruhe, T d. Samuel Straus (1843–1904) u. d. Isabella Feuchtwanger ( 1894);
    5 T Isabella (Bella, N. N. Schlesinger, * 1899), Auguste (1901–18), Caroline (Carrie, N. N. Ben-Shama, * 1902), Henrietta (Jitle, N. N. Neuberger, * 1909), Kindergärtnerin, Adelheid (Adele, N. N. Engel, * 1914), 4 S u. a. Isaak (1900–47), RA, Samuel (* 1904), Kaufm., Felix Uri Schrago (* 1912), Buchhändler;
    Vt Felix Kauffmann (1878-1953), Verl. in F., seit 1941 in New York (s. Ena Jud. 1971; BHdE I; Frankfurter Biogr.).

  • Leben

    R.s Familie gehörte zu der kleinen Gruppe streng frommer Frankfurter Juden, die sich abseits der religiös-liberalen Kultusgemeinde als selbständige Körperschaft konstituierte. Die „Israelit. Religionsgesellschaft“ (IRG) unterhielt u. a. eine eigene Realschule, an der auch R. 1886 seinen Abschluß erwarb. Sodann schlug er zunächst eine Laufbahn als Bankkaufmann ein. Nach kurzem Volontariat beim Verlag S. Fischer gründete R. 1895 in seiner Geburtsstadt den Hermon-Verlag. Diesen leitete er bis 1935, als er unter dem Eindruck der politischen Umwälzungen zunächst nach Großbritannien, 1941 in die USA und 1949 schließlich nach Israel emigrierte.

    R.s Interesse galt zeitlebens dem Problemkreis jüd. Glaubens in der Gegenwart. Unter den dt. Juden warb er für die Ideen Samson Raphael Hirschs (1808–88), wenngleich er dessen Bildungskonzeption einer kritischen Revision unterzogen wissen wollte. 1906 übernahm er die Herausgeberschaft der (1860 gegr.) Wochenschrift „Der Israelit“, die einer militanten, antizionistischen Orthodoxie ihre Stimme lieh. R. selbst kommentierte v. a. religiöse Zeitfragen. In den Verwaltungsgremien der IRG besetzte er über viele Jahrzehnte hinweg wichtige Funktionen; zugleich versuchte er, auch über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus eine einheitliche Position des gesetzestreuen Judentums zu erreichen. R. betrieb die Reorganisation der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“ und engagierte sich im jüd. Vereinswesen. In der orthodoxen Weltorganisation „Agudat Israel“, deren Gründung 1912 er wesentlich befördert hatte, übernahm er 1929 den Vorsitz. Nach seiner Emigration richtete R. seine Bemühungen auf Hilfsmaßnahmen für die von den Nazis verfolgten Juden in Europa. Die Tatsache, daß er ohne akademische Bildung oder formale rabbinische Qualifikation zu einem der führenden Repräsentanten des gesetzestreuen Judentums aufrückte, zeugt für sein Talent als Redner und Schriftsteller, spiegelt aber auch die Überzeugungskraft einer in sich ruhenden religiösen Persönlichkeit wider.

  • Werke

    Btrr. z. Orientierung im jüd. Geistesleben d. Gegenwart, 1920;
    Ausgew. Aufss. u. Ansprachen, 2 Bde., 1930 (hebr. 1970/80);
    Das Bildungsideal S. R. Hirschs u. d. Gegenwart, 1935;
    Yaakov R. Memorial Anthology, 1968 (P);
    Erinnerungen 1870-1920, hg. v. H. Eisemann u. H. N. Kruskal, 1970 (P, hebr. 1979);
    Comfort, Comfort My People, 1984.

  • Literatur

    H. Schwab, J. R., 1925;
    ders., The History of Orthodox Jewry in Germany, 1950;
    FS f. J. R. anläßl. d. Vollendung seines 60. Lebensj. dargebracht v. seinen Freunden, 1931 (P);
    Enc. Jud. 1971 (P);
    BHdE I;
    Frankfurter Biogr. (P).

  • Autor/in

    Andreas Brämer
  • Empfohlene Zitierweise

    Brämer, Andreas, "Rosenheim, Jacob" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 68-69 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116624337.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA