Lebensdaten
1896 bis 1983
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Calw (Schwarzwald)
Beruf/Funktion
evangelischer Religions- und Missionswissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118749803 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosenkranz, Heinrich Richard Walter Gerhard
  • Rosenkranz, Gerhard
  • Rosenkranz, Heinrich Richard Walter Gerhard
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Zitierweise

Rosenkranz, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749803.html [03.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1870–1964), Lehrer, Organist in B., S d. Heinrich Karl Wilhelm (1837–95), Schuhmachermeister in Groß-Twülpstedt, u. d. Sophie Marie Henriette Munroth;
    M Elisabeth (1870–1947), T d. Daniel Friedrich August Hermann Claus (1839–81), Bgm. u. Knochenhauermeister in Helmstedt, u. d. Marie Doris Elisabeth Stichel (1840–72);
    Braunschweig 1922 Hildegard (1896–1967), T d. Wilhelm Carl Otto Schütte (1860–1924), Prof. u. Studienrat in B., u. d. Elise Anna Bertha Matte (1863–1944);
    2 S Dietmar (* 1925), ev. Pfarrer in Württ., Dankward (* 1929), ev. Pfarrer in Baden;
    1 T Wiltraud Klein (1927–94), Studienassessorin.

  • Leben

    Aus dem 1. Weltkrieg verwundet heimgekehrt, studierte R. seit 1919 in Marburg Theologie. Geprägt wurde er dabei besonders vom Religionswissenschaftler Rudolf Otto (1869–1937); ebenso beeinflußte ihn die aufkommende dialektische Theologie Karl Barths (1886–1968). 1921-31 amtierte R. als Vikar und Pfarrer im Ruhrgebiet und in Berlin, ehe er in Heidelberg als Inspektor die Dt. Ostasien-Mission leitete (1931-48). 1935 wurde er mit seiner Dissertation bei Walther Köhler über „Der Heilige in den chines. Klassikern“ in Heidelberg zum Dr. theol. promoviert. Nach einer Studienreise 1938/39 durch China, Korea und Japan erhielt er einen Lehrauftrag für Religions- und Missionswissenschaft in Heidelberg; 1941 habilitierte er sich (Die älteste Christenheit in China in d. Qu.zeugnissen d. Nestorianer-Texte d. Tang-Dynastie, 1938, 21939). In der NS-Zeit erhielt er zeitweilig wegen seiner Kritik am dt. Bündnis mit Japan Redeverbot. 1947 zum apl. Professor ernannt, übernahm R. 1948 in Tübingen als Nachfolger Martin Schlunks (1874–1958) den Lehrstuhl für Missionswissenschaft (Rektor 1957/58, em. 1964). 1956 gründete er das diesem zugeordnete „Ökumenische Institut“ (seit 1962 „Inst. f. Missionswiss. u. Ökumen. Theol.“). Zudem war er 1951-65 Vorsitzender der Dt. Gesellschaft für Missionswissenschaft.

    R.s Schaffen umfaßt eine beachtliche Breite missions- und religionswissenschaftlicher Themen, die sich in ca. 300 Veröffentlichungen niederschlug. In der Frühzeit widmete er sich besonders den asiat. Hochreligionen, in späteren Jahren vermehrt der Frage nach dem Verhältnis von Religionswissenschaft|und (Missions-)Theologie, dem theol. Verstehen nichtchristl. Religionen. Diese faßte er als „lebendige Organismen“ auf, unterwarf sie jedoch dem engen christl. Wahrheitsanspruch, der Absolutheit Jesu Christl. Die Mission sah er im Sinne der „Missio Dei“-Theologie ausschließlich im Heilswillen Gottes begründet; sie sei primär Verkündigung des Evangeliums, unter dessen Kritik der jeweilige „Nationalgeist“ gestellt werden müsse.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Heidelberg 1949);
    Gr. BVK (1966).

  • Werke

    u. a. Der Weg d. Götter (Shintô), 1944;
    Ev. Rel.kunde, 1951;
    Weltmission u. Weltende, 1951;
    Das Lied d. Kirche in d. Welt, 1951;
    Der Weg d. Buddha, 1960;
    Rel.wiss. u. Theol., 1964;
    Der christl. Glaube angesichts d. Weltreligionen, 1967;
    Die christl. Mission, Gesch. u. Theol., 1977.

  • Literatur

    Confrontationes, FS G. R. z. 70. Geb.tag, hg. v. Th. Müller-Krüger, 1966 (W-Verz.);
    Christ aus Weltverantwortung, Festgabe z. 70. Geb.tag v. G. R., hg. v. W. Kersten-Thiele, 1966;
    J. Ch. Hoekendijk, Kirche u. Volk in d. dt. Missionswiss., 1967, S. 190-201;
    O. Schumann, Gedanken z. Aktualität e. „Ev. Rel.künde“, in: Zs. f. Mission 13, 1987, S. 91-98;
    P. Beyerhaus, Theol. Verstehen nichtchristl. Religionen, G. R. z. Gedenken, in: Kerygma u. Dogma 35, 1989, S. 106-27 (wieder in: Zs. f. Mission 15, 1989, S. 67-82);
    Kook-il Han, Mission u. Kultur in d. dt.sprachigen Missionswiss. bei G. R., H.-W. Gensichen, H. J. Margull u. W. Kohler, Diss. Heidelberg 1997;
    BBKL 18;
    Baden-Württ. Biogrr. I;
    Biogr. Dict. of Christian Missions, hg. v. G. H. Anderson, 1998;
    Qu.lex. z. dt. Lit.gesch. 26, 2001.

  • Portraits

    Ölgem. v. M. Köhler, 1958 (Tübingen, Gr. Senat d. Neuen Aula d. Eberhard-Karls-Univ., Rektorengal.).

  • Autor/in

    Werner Raupp
  • Empfohlene Zitierweise

    Raupp, Werner, "Rosenkranz, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 69-70 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA