Lebensdaten
1787 bis 1851
Geburtsort
Kloster Sulz bei Ansbach
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Verlagsbuchhändler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116590394 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Enslin, Theodor Johann Christian Friedrich
  • Enslin, Theodor Christian Friedrich
  • Enslin, Theodor
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Enslin, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116590394.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr., Pfarrer in Kloster Sulz;
    M Juliane Dor. Brenhold;
    Berlin 1818 Henr. Emilie (1802–65), T des Jacob Wilh. Küster, Stadtrichter in Gransee;
    5 S, 2 T, u. a. Adolf (1826–82), Nachf. des V, nach s. Tode ging der Verlag in andere Hände über, 1. Vorsteher des Börsenvereins der dt. Buchhändler (seit 1873 mit einigen Unterbrechungen) (s. ADB 48).

  • Leben

    Nach Lehr- und Wanderjahren (Stuttgart, Göttingen und Leipzig) gründete E. 1817 eine Buchhandlung in Berlin, der er ein Kommissionsgeschäft und 1824 eine Filiale in Landsberg/Warthe angliederte. Bereits 1827 verkaufte er das Sortimentsgeschäft. In seinem Verlag pflegte er vornehmlich die Naturwissenschaften und die Medizin, daneben das Schulbuch. Besonderes Ansehen erwarb er sich als Bibliograph. E.s Bedeutung beruht auf seiner Tätigkeit im Börsenverein der deutschen Buchhändler, dem er von 1835-38 als Vorsteher und dann bis 1851 als Ausschußmitglied diente. Er sah im Börsenverein einen Wirtschaftsverband zur Erleichterung des Abrechnungsgeschäfts und zur Regulierung der gegenseitigen Geschäftsverhältnisse. Tatkräftig hat er an der Vorbereitung der Urheberschutzgesetzgebung im Deutschen Bund und in Preußen (1837) im Sinne einer begrenzten Schutzfrist für Literaturwerke mitgewirkt und sich auch späterhin (Denkschrift Coburg 1841) an der Ausgestaltung des Verlagsrechts beteiligt. Mit seiner Forderung nach der Aufstellung eines buchhändlerischen Usancenkodex förderte er frühzeitig und weitblickend Bestrebungen, die in der Verkehrsordnung von 1891 reiften. Unter seiner Leitung wurde mit der Errichtung des ersten Buchhändlerhauses in Leipzig (1836) und mit der Statutenreform von 1837 die Gründungsepoche des Börsenvereins abgeschlossen. Sozialpolitisch wirkte er durch den 1838 unter seinem Vorsitz gegründeten Unterstützungsverein deutscher Buchhändler und Buchhandlungsgehilfen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Berlin 1851).

  • Werke

    Bibliogrr.: Berlinischer litterar. Anz., od. Monatl. Nachrr. v. neuen Büchern, 1817-19; Bibl. medico-chirurgica et pharmaceutico-chemica, 1817, 41826;
    Bibl. auctorum classicorum graecorum et latinorum, 1817, 41825;
    Bibl. d. schönen Wiss., od. Verz. d. … in Dtld. erschienenen Romane, Schauspiele, Gedichte etc., 1821, 21823;
    Bibl. paedagogica, 1823;
    Bibl. theologica, 1823;
    Bibl. juridica, 1824;
    Bibl. philosophica, 1824;
    Bibl. d. Forst- und Jagdwiss., 1824;
    Bibl. d. Handlungswiss., 1824;
    Bibl. d. Kriegswiss., 1824;
    Bibl. architectonica, 1825;
    Bibl. historico-geographica, 1825;
    Bibl. oeconomica, 1825;
    Bibl. veterinaria, 1825;
    Bibl. Philologica …, 1826; ein T. dieser Bibliogrr. später neu bearb. v. E.s Schüler W. Engefmann.

  • Literatur

    ADB VI;
    Nachruf, in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel, 1851;
    Rud. Schmidt, Dt. Buchhändler, dt. Buchdrucker I, 1902, S. 225;
    K. Wiedenfeld, Dt. Wirtschaft u. ihre Führer IV, 1925, S. 115.

  • Portraits

    F. Schulze, Der dt. Buchhandel u. d. geistigen Strömungen d. letzten hundert J., 1925, S. 67;
    Lith. v. P. C., 1851 (Dt. Staatsbibl. Berlin).

  • Autor/in

    Hans Lülfing
  • Empfohlene Zitierweise

    Lülfing, Hans, "Enslin, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 539 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116590394.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Enslin: Theodor Christian Friedrich E., Verlagsbuchhändler, war am 13. Nov. 1787 zu Klein-Sulz bei Ansbach geboren und kam bei Löflund in Stuttgart um den Buchhandel zu erlernen in die Lehre, war dann in Göttingen und Leipzig als Gehülfe thätig und gründete 1817 in Berlin eine Buchhandlung, doch wandte er nach einigen Jahren seine ganze Thätigkeit dem Verlagsbuchhandel zu. Sein Verlag umfaßte vorzugsweise Werke aus dem Gebiete der Medicin und Chirurgie, doch verlegte er auch Bücher anderer Wissenschaften. Er war selbst auf bibliographischem Gebiete thätig, indem eine große Anzahl wissenschaftlicher Bücherkataloge von ihm herausgegeben wurde, die mehrere Auflagen erlebten und später von seinem Zögling Wilhelm Engelmann, nachmals in Leipzig, bearbeitet wurden, da sie die wohlverdiente Anerkennung fanden. Seit 1834 war er mehrere Male Vorsteher des Börsenvereins der deutschen Buchhändler und namentlich hat er sich viel Verdienst um den Bau des Buchhändlerbörsengebäudes erworben. Er wurde bei Gelegenheit der Feier seines fünzigjährigen Jubiläums als Buchhändler von der Berliner Universität zum Doctor philosophiae honoris causa ernannt. Er starb 22. Mai 1851 und hinterließ seinem Sohn Adolf das Verlagsgeschäft, welcher dasselbe namentlich durch pädagogische Verlagsunternehmungen sehr erweiterte und noch gegenwärtig fortführt.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Enslin, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 154 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116590394.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA