Lebensdaten
1839 bis 1914
Geburtsort
Liegnitz
Sterbeort
Bad Nauheim
Beruf/Funktion
Physiologe
Konfession
jüdisch?
Normdaten
GND: 116554487 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kronecker, Hugo
  • Kronecker, H.

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Zitierweise

Kronecker, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116554487.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Isidor, Großkaufm. u. Bankier in L., Rittergutsbes. in Langenwaldau;
    M Johanna, T d. Bankiers Raphael Gabriel Prausnitzer (1760–1846);
    B Leopold (s. 2);
    - 1881 Gertrud, T d. Kaufm. Bredschneider in Königsberg;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    K. studierte 1859/60 in Berlin Medizin und wurde hier von E. Du Bois-Reymond für das Fach Physiologie gewonnen. Nach Studien in Heidelberg, wo er an muskelphysiologischen Versuchen von H. v. Helmholtz und W. Wundt im Institut für Physiologie teilnehmen konnte, und nach einem Aufenthalt in Pisa kehrte er nach Berlin zurück. 1863 wurde er bei Du Bois-Reymond mit einer Arbeit über die Muskelermüdung zum Dr. med. promoviert. 1865 ließ er sich als praktischer Arzt in Berlin registrieren und wurde nun von seinem Freund L. Traube sowie von W. Kühne in dessen Physiologisch-chemischem Laboratorium in der Charité klinisch ausgebildet. 1866 nahm er als Feldarzt am Krieg gegen Österreich, 1870/71 am deutschfranz. Krieg teil. 1868 ging er zu C. Ludwig nach Leipzig, um sich in dessen Physiologischer Anstalt weiter zu vervollkommnen; in dem hier tätigen internationalen Schülerkreis lernte er viele später namhafte Kollegen wie Hüfner, v. Kries, Bowditch, Marey und Mosso kennen. Er wurde Ludwigs Assistent, habilitierte sich 1872 für Physiologie, wurde 1875 ao. Professor und erhielt während seiner 10jährigen Institutstätigkeit seine endgültige fachliche Prägung. 1877 trat K. als ao. Professor und Abteilungsvorsteher wieder in das Institut von Du Bois-Reymond in Berlin ein; zu seinen Schülern zählten S. J. Meltzer (1851–1920), mit dem er über die Theorie des Schluckens arbeitete, und L. Asher (1865–1943). - 1884 ging K. als Nachfolger von Paul Grützner an das Institut für Physiologie der Univ. Bern, dessen Neubau er 1885 – zu Ehren Hallers „Hallerianum“ benannt – einweihte und das er bis zu seinem Tode leitete. Sein Nachfolger war der seit 1894 bei ihm tätige L. Asher. – K. hat sich durch seine z. T. grundlegenden Forschungen über die Funktionsphysiologie von Herz, Muskel, Atmung, die Entwicklung zuverlässiger Meß- und Registrierungsmethoden, die Lehre von den Reflexen, seine Beiträge zur Erforschung der Lebensbedingungen in großer Höhe und der Bergkrankheit (Mitgründer des internationalen Angelo-Mosso-Instituts am Monte Rosa 1907) große Verdienste erworben. Er führte die praktische|Ausbildung in Physiologie in das Schweizer Medizinstudium ein. – Präs. des Inst. Marey, Paris (z. Kontrolle u. Entwicklung physiolog. Methoden); Dr. med. h. c. (Genf); Dr. phil. h. c. (Cambridge); Dr. jur. h. c. (Glasgow, Aberdeen, Edinburgh).|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina, d. Ak. d. Wiss. Berlin, Wien, Budapest, Turin, Bologna.

  • Werke

    De ratione qua musculorum defatigatio ex labore eorum pendeat, Diss. Berlin 1863;
    Über d. Ermüdung u. Erholung quergestreifter Muskeln, in: Arbb. a. d. Physiolog. Anstalt zu Leipzig 1871, 1872, S. 177-265 (Habil.schr.), 1872;
    Das charakterist. Merkmal d. Herzmuskelbewegung, in: Btrr. z. Anatomie u. Physiol., Festgabe f. C. Ludwig, 1874, S. CLXXIII-CCIV;
    Ber. üb. physiolog. Apparate auf d. Ausstellung wiss. Apparate zu London (f. d. preuß. Unterrichstsmin.), 1876;
    Über d. Form d. minimalen Tetanus, in: Archiv f. Anatomie u. Physiol., Physiolog. Abt., 1877, S. 571-73;
    Die Genesis d. Tetanus (mit W. Stirling), ebd., 1878, S. 1-40;
    Über d. Speisung d. Froschherzens, ebd., 1878, S. 321-22;
    Über d. Mechanismus d. Schluckbewegung, ebd., 1880, S. 296-99, 446-47, 1881, S. 465-66, 1883 (Suppl.bd.), S. 328-62 (mit S. J. Meltzer);
    Über graph. Methoden in d. Physiol., in: Zf. f. Instrumentenkde. 1, 1881, S. 26-28;
    Das Coordinationszentrum d. Herzkammerbewegungen (mit Schmey), in: Mberr. d. Preuß. Ak. d. Wiss. zu Berlin 1884, S. 87-89;
    Über Störungen d. Coordination d. Herzkammerschlags, in: Zs. f. Biol. NS 34, 1896, S. 529-63. -
    Hrsg. (mit H. Senator): Cbl. f. d. med. Wiss., 1881-85;
    Mitarbeit: Zs. f. Instrumentenkde. - W-Verz.
    s. CSP VIII, S. 128, X, S. 467 f.

  • Literatur

    P. Heger , in: Münchner Med. Wschr. 1914, S. 1629-31;
    S. J. Meltzer, in: Science 1914, NS XL, S. 441-44;
    H. Sahli, in: Verhh. d. Schweizer naturforsch. Ges. 1914 I;
    A. Loewi, in: Dt. Med. Wschr. 1914, S. 1437-38 (P);
    E. A. S., in: Proceedings of the Royal Soc., Ser. B., 89, 1917, S. 14-50;
    S. R. Kagan, Modern Medical World, 1945;
    K. E. Rothschuh, Gesch. d. Physiol., 1953, S. 153 f. (P);
    R. H. Major, A Hist. of Med. II, 1954, S. 901 f.;
    H.-J. Marseille, Das physiolog. Lebenswerk v. E. du Bois-Reymond mit bes. Berücksichtigung seiner Schüler, Diss. Münster 1968;
    HBLS;
    BLÄ;
    Enc. Jud. 10, 1934, S. 460, 10, 1971, S. 1275;
    Dict. of Scientic Biogr. VII, 1973, S. 504 f.

  • Autor/in

    Heinz Walter
  • Empfohlene Zitierweise

    Walter, Heinz, "Kronecker, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 81 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116554487.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA