Lebensdaten
1852 oder 1853 bis 1929
Geburtsort
Saalfeld/Saale
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Indologe ; Iranist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116522550 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geldner, Karl Friedrich
  • Geldner, Karl Friedrich Eugen
  • Geldner, Karl
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Zitierweise

Geldner, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116522550.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1821–90), Pfarrer in S., 1877-85 Sup. in Hildburghausen, S d. Joh. Wilh., meining. Sekr., u. d. Johanna Stang;
    M Emma (1822–76), T d. Wilh. Müller (1784–1859), Handlungsdir. in Nürnberg, u. d. Luise Charl. Käst;
    1) Berlin 1907 Hildegard (1875–1911), 2) Frankfurt 1912 Hedwig (1871–1962), beide T d. Eduard Emil Kattner (1818–76), Redakteur, u. d. Emma Kaibel;
    1 T aus 1).

  • Leben

    G. studierte Indologie und Awesta seit 1871 in Leipzig bei Brockhaus und Windisch, später in Tübingen bei Rudolf von Roth. In Tübingen wurde er auch 1875 promoviert und bereits 1876 habilitiert. Bei aller Bewunderung für den hohen wissenschaftlichen Rang der Persönlichkeit Roths ging G. andere Wege als sein Lehrer, besonders in der Betonung der scholastischen indischen Tradition in der Veda-Forschung. Roth wollte seinen Schüler besonders in der Awesta-Forschung ansetzen, obwohl es diesen weit mehr zum Veda zog. Als bedeutende Frucht von G.s Awesta-Studien erschienen 1877 seine Preisaufgabe „Über die Metrik des jüngeren Awesta“ und später vor allem seine große Ausgabe: „Awesta, the Sacred Books of the Parsis“ (3 Bände, Oxford 1896), eine Edition, welche die alte von Westergaard ersetzte und G. bei den europäischen wie den parsischen Gelehrten hohes Ansehen eintrug. – Da G. in Tübingen zwar den Professor-Titel, aber kein Gehalt erhielt, habilitierte er sich schon 1887 nach Halle um, wo R. Pischel wirkte. In Halle bildete sich eine ideale Zusammenarbeit zwischen den beiden Gelehrten heraus, die sich vor allem in Gestalt der gemeinsam veröffentlichten 3 Bände von „Vedischen Studien“ (1889, 1892, 1901) zeigte. In diesen Studien rücken die beiden Verfasser den Rigveda näher an die übrige indische Literatur heran, als das je vorher und später geschehen ist, und machen bei der Erklärung reichlichen Gebrauch von den späteren Kommentatoren, besonders von Sâyaṇâcârya, dessen Autorität sie allerdings erheblich überbewerteten. Von dem gleichen Standpunkt gehen G.s „Rigveda in Auswahl“ (2 Bände, 1907–09), ja sogar noch die Übersetzung der 4 ersten Bücher des „Rigveda“ (1923) aus. – 1890 wurde G. in Halle zum außerordentlichen Professor ernannt und noch im gleichen Jahre als Nachfolger Oldenbergs auf das Berliner Extraordinariat berufen. Da 1902 Pischel auf den Lehrstuhl A. Webers ebendorthin berufen wurde, konnte die fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Forscher fortgesetzt werden. 1907 wurde G. dann als Nachfolger Ferdinand Justis Ordinarius in Marburg, wo er|sich zentral seinem Hauptwerk, der Übersetzung und Kommentierung des ganzen Rigveda, widmete. In diesem Werk zeigt sich G. der einheimischen Tradition gegenüber wieder erheblich selbständiger und den Intentionen Roths näher, dessen Andenken die monumentale Arbeit gewidmet ist. G. revidierte hier seine Wertschätzung Sâyaṇas, der ein Wort an gleichlautenden Stellen vielfach verschieden erklärt.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat.

  • Werke

    Weitere W u. a. Drei Yashts aus d. Zendavesta, 1884;
    Die zoroast. Rel., 21926;
    Die Religionen d. Inder: Vedismus u. Brahmanismus, 1908 (die beiden letzten T. v. A. Bertholets Rel.geschichtl. Lesebuch);
    Der Rig-Veda, aus d. Sanskrit ins Deutsche übers. u. mit e. fortlaufenden Kommentar versehen, 3 Bde., 1951.

  • Literatur

    J. Nobel, in: Idg. Jb. 14, 1930 (W, P);
    E. Sieg, in: DBJ XI, S. 110-13 (u. Tl. 1929, W, L).

  • Autor/in

    Helmut Hoffmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoffmann, Helmut, "Geldner, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 172-173 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116522550.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA