Lebensdaten
1836 bis 1903
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Klagenfurt
Beruf/Funktion
Operettensängerin ; Schauspielerin ; Theaterdirektorin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116520272 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geistinger, Marie Charlotte
  • Kormann, Marie (verheiratete, Künstlername des Ehemanns)
  • Müller, Marie (verheiratete, eigentlicher Nachname des Ehemanns)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Geistinger, Marie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116520272.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Nikolaus, Opernsänger am dt. Theater in St. Petersburg;
    M Charlotte, Tragödin am dt. Theater in St. Petersburg, T d. Karl Gaßmann (1779–1854), braunschweig. Hofschauspieler;
    1877 ( 1881) August Kormann (eigtl. Müller, 1850–1930, 2] Tilly Lorenz, Schauspielerin), Schauspieler, bes. Wien u. München, später Filmregisseur in Heidelberg; kinderlos (?).

  • Leben

    G. spielte in Kinderrollen in Graz und Laibach und debütierte 1850 am Schwaigertheater in München als Bäschen in der Posse „Das war ich“. Nach 2 Jahren kam sie als Soubrette an die Hernalser Arena nach Wien und wurde am Josephstädtertheater (1852–54) zuerst als Pepita in der „Falschen Pepita“ bekannt. Sie spielte während der nächsten 7 Jahre in Berlin (Friedrich-Wilhelmsstädtisches Theater), Hamburg (Thaliatheater), Riga (Stadttheater), Berlin (Victoriatheater). Von dort wurde sie durch Direktor F. Strampfer 1865 an das Theater an der Wien geholt und erreichte mit ihrer Antrittsrolle, der schönen Helena, einen Welterfolg. Ihre blendende Bühnenerscheinung, ihr wohlausgebildeter, heller Sopran machten es ihr leicht, zum Liebling des Publikums zu werden. Nachdem sie als Offenbachs „Herzogin von Geroldstein“ und Suppés „Die schöne Galathee“ großen Beifall gefunden hatte, trat dann Johann Strauß mit ihr seinen Siegeszug an; sie war seine erste Fantasca in „Indigo“, seine Marie im „Karneval in Rom“, seine Rosalinde in „Die Fledermaus“, seine Lorenza in „Cagliostro“. - 1869-75 führte sie gemeinsam mit Maximilian Steiner die Direktionsgeschäfte des Theaters. Zugleich zeigte sie sich auch als eine große Volksschauspielerin, der Anzengruber sein erstes Annerl im „Pfarrer von Kirchfeld“, seine Horlacherlies (G’wissenswurm), seine Vroni (im Meineidbauer) verdankt. – H. Laube entdeckte dieses vielseitige Talent für die Tragödie, und G. gelang, was der Gallmeyer versagt blieb: sie verstand es, auch in klassischen Rollen ihre Natürlichkeit und die edle Harmonie in Sprache und Bewegung zu bewahren. Allerdings war ein Studium bei dem Regisseur Laubes, August Förster, vorausgegangen, der sie 1877-80 an das Leipziger Stadttheater berief, ohne daß sie deswegen ihre Tätigkeit in der Operette aufgab. Im Wiener Stadttheater und in Leipzig bewunderte man ihre „Maria Stuart“, Elisabeth im „Graf Essex“, „Kameliendame“ oder Beatrice in „Viel Lärm um Nichts“. 7 erfolgreiche Gastspiele in den Vereinigten Staaten sowohl in ihrem klassischen als auch in ihrem Operettenrepertoire machten ihren Ruhm international und gewannen ihr ein stattliches Vermögen, so daß sie das Gut Rastenfeld bei Bruck an der Mur erwarb. Sie nahm fortab kein festes Engagement mehr an, war aber|wiederholt noch auf der Bühne zu sehen. 1894 übersiedelte sie nach Klagenfurt und wurde dort der belebende, geistige Mittelpunkt der guten Gesellschaft. Im Gegensatz zu dem ungezügelten Genie der Gallmeyer war sie, „die Königin der Operette“, wie sie in Wien genannt wurde, in ihren Leistungen immer harmonisch und überschritt selbst in den gewagtesten Szenen nie die Linie des guten Geschmacks.

  • Literatur

    A. Kohut, Dt. Soubretten, 1891;
    O. Keller, Die Operette, 1926;
    A. Witeschnik, Musik aus Wien, 1943;
    E. Pirchan, M. G., 1947;
    Die Oesterreicherin 2, 1947, H. 8/9, 3, 1948, H. 10;
    Carinthia I, 140, 1950, S. 900 ff.;
    Eisenberg;
    Kosch, Theater-Lex. (beide auch f. Gvm u. Ehemann).

  • Portraits

    (alle Wien, Nat.bibl.) Lith. v. Th. Meyerhofer, Berlin 1880, als Madame Herzog v. A. Dombi;
    Die 3 Grazien d. Wiener Volksmuse (mit Gallmeyer u. Kronau), kolor. v. V. Katzler;
    Xylogr. v. C. Kolb;
    Medaillon, umgeben v. ihren Rollen als Anna B. im Pfarrer v. Kirchfeld, Margaretha v. Valois, Sappho u. Medea, v. F. Gerstinger, 1878;
    Stahlstich v. A. Wegner. - Abb. in: Nagl-Zeidler III.

  • Autor/in

    Gertrud Doublier
  • Empfohlene Zitierweise

    Doublier, Gertrud, "Geistinger, Marie" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 163-164 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116520272.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA