Lebensdaten
1887 bis 1962
Geburtsort
Hubertusburg bei Oschatz (Sachsen)
Sterbeort
Florenz
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Lektor
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116518960 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Even, Georg (Pseudonym)
  • Krell, Max
  • Even, Georg (Pseudonym)
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Zitierweise

Krell, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518960.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Max (1855- vor 1924), Arzt, Obermedizinalrat, Leiter d. Anstalt H.;
    M Elisabeth (* 1854), T d. Dr. med. Kaspar Maxim. Brosius in Bendorf/Sayn u. d. Friederike Grether;
    Om Karl Aug. Jos. Brosius (1855–1920), preuß. Gen.-Lt. u. Gouverneur v. Thorn (s. Priesdorff IX, S. 296);
    - Bremen 1915 Marie-Helene (1890–1971), T d. Dr. med. Adolf Gottfried Pletzer in Bremen u. d. Anna Schönfeld (T d. Astronomen Eduard Sch., 1828–91, in Bonn);
    2 T.

  • Leben

    Aus einer Ärztefamilie stammend, begann K. das Medizinstudium, wechselte aber bald zu Germanistik und Philosophie über (Leipzig, München und Berlin). Am Hoftheater in Weimar arbeitete er ein Jahr lang als Dramaturg. Reisen durch Nordafrika, Mittel- und Südeuropa folgten. K. redigierte nach dem 1. Weltkrieg zeitweise Hans v. Webers „Zwiebelfisch“ in München und Hardens „Zukunft“ in Berlin. Seine expressionistischen Werke und Theaterkritiken machten ihn schnell bekannt. In den 20er Jahren holte ihn der Ullstein-Verlag als Nachfolger für das Lektorat Paul Wieglers. In dieser einflußreichen Position leitete K. rund zehn Jahre lang die Romanabteilung des Ullstein- und Propyläenverlages, prägte dessen belletristisches Programm und beeinflußte damit maßgebend die deutsche Literaturszene. Sein größter Erfolg war die Entdeckung von Remarques „Im Westen nichts Neues“. Der Roman, den andere Verlage abgelehnt hatten, erschien 1929 und wurde in kurzer Zeit ein Bestseller. Einer breiten Öffentlichkeit wurde durch ihn das Leid des Krieges in Erinnerung gerufen bzw. erst richtig bewußt gemacht. 1933 wurde ein Teil der von ihm durchgesetzten Publikationen verbrannt. Autoren, die er betreut hatte, wie Alfred Neumann, Toller, Feuchtwanger und Brecht, mußten ins Exil gehen. Der Ullstein-Verlag wurde „arisiert“, die literarische Produktion den Vorstellungen der Machthaber angepaßt. K. emigrierte 1936 in die Schweiz. Als eine von deutschen exilierten Autoren geplante Verlagsgründung mißlang, wanderte er im folgenden Jahr weiter nach Italien. Über Rom kam er nach Florenz, das auch nach dem Krieg seine Wahlheimat blieb. Hier lebte er als freier Schriftsteller und arbeitete an Übersetzungen, Artikeln, Romanen und Novellen. Die vor der Emigration entstandenen Werke, meist bei Rowohlt erschienen, sind dem Expressionismus zuzurechnen. In Florenz entfernte sich K. immer mehr von diesem Gedankengut. Seine geistreichen Erzählungen wurden nun stark geprägt durch die kulturelle Atmosphäre der Stadt und die Schönheit der ital. Landschaft. Kurz vor dem Tode des seit langem Leidenden erschienen die Erinnerungen „Das alles gab es einmal“ (1961). K.s humorvoller Blick zurück auf Epoche und Zeitgenossen zeigt sein erzählerisches Können und sein tiefes Verständnis für menschliche Schwächen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Das Skandinavierbuch, Erzz., 1914;
    Die Maringotte, Erz., 1920;
    Der Spieler Cormick, Roman, 1922;
    Der Henker, Novelle, 1924;
    Orangen in Ronco, Roman, 1931;
    Der Regenbogen, Roman, 1949;
    Die Tanzmarie, Erz., 1949;
    Schauspieler d. lieben Gottes, Vier Begegnungen mit Italien, Novellen, 1950;
    Die Dame im Strohhut, Novelle, 1952;
    Das Haus d. roten Krebse, Roman, 1963 (holländ. Übers.);
    Schömberger Auslese, 1964. -
    Hrsg.: Das dt. Theater d. Gegenwart, 1923. -
    Übers. aus d. ges. Werken v. H. de Balzac: Albert Savarus, Erz.;
    Die Marana, Novelle;
    Der Requisitionär, Novelle;
    Facino Cane, Novelle;
    Eine Leidenschaft in d. Wüste, Novelle;
    Das Lebenselixier, Novelle.

  • Literatur

    Besprechungen d. „Erinnerungen“ , in: Dt. Ztg. u. Wirtsch.ztg. v. 25.11.1961, Tagesspiegel v. 3.12.1961, Neue Zürcher Ztg. v. 18.12.1961. - Nachrufe, in: Welt v. 3.6.1962, Morgenpost v. 13.6.1962 (P)
    , Aufbau, New York v. 6.7.1962, Tagesspiegel v. 29.7.1962.

  • Autor/in

    Evelyn Lacina
  • Empfohlene Zitierweise

    Lacina, Evelyn, "Krell, Max" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 1 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518960.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA