Lebensdaten
1854 bis 1941
Geburtsort
Kirwein (Mähren)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116518898 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hatschek, Berthold

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Zitierweise

Hatschek, Berthold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518898.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    1898 Marie Rosenthal (* 1871), Porträtmalerin (s. ThB unter Rosenthal).

  • Leben

    H. studierte bei C. Claus in Wien, R. Leuckart in Leipzig und E. Haeckel in Jena Zoologie und lebte dann als Privatgelehrter, bis er auf Vorschlag Haeckels als ordentlicher Professor der Zoologie an die Deutsche Universität Prag berufen wurde. 1896 wurde er ordentlicher Professor und Leiter des 2. Zoologischen Instituts der Universität Wien. Wiederholte Reisen in die Gegend von Messina sind auf sein besonderes Interesse an den Meerestieren zurückzuführen. – H.s Arbeiten beschränken sich nur auf eine relativ kurze Zeit, da ihn später nervöse Depressionen befielen, die unter anderem dazu führten, daß er eine einschließlich der Tafeln fertiggestellte vergleichende Osteologie der Wirbeltiere vernichtete. In seinen Werken kommt in Arbeitsrichtung und Arbeitsziel deutlich der Einfluß seiner Lehrer Leuckart und Haeckel zum Ausdruck. Der Einfluß des letzteren zeigt sich vor allem darin, daß H. bei seinen ausgezeichneten embryologischen und entwicklungsgeschichtlichen Arbeiten immer das theoretisch Vereinende suchte, den grundlegenden Typus. Seine Trochophora-Theorie vereint auf Grund der gleichen Larvenform die Scoleciden, Articulaten und Mollusken, die er in dem neugeschaffenen Stamm der Zygoneura zusammenfaßte. Die Coelomaten will er nach der verschiedenen Herkunft des Mesoderms aus dem Ektoderm beziehungsweise Endoderm in die 2 phylogenetisch unabhängigen Hauptstämme der Ecterocoelia und Enterocoelia getrennt wissen. Vor allem erst durch H.s Untersuchungen wurde das Lanzettfischchen (Amphioxus) zu dem in alle Lehrbücher eingegangenen Musterbeispiel bei der Erklärung des Bauplanes der Wirbeltiere.|

  • Auszeichnungen

    Korr. (1896), wirkl. (1932) Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien, Mitgl. d. Leopoldina.

  • Werke

    u. a. Stud. üb. d. Entwicklungsgesch. d. Anneliden, in: Arbb. aus d. Zoolog. Inst. d. Univ. Wien 1, 1878;
    Stud. üb. d. Entwicklungsgesch. v. Amphioxus, ebd. 4, 1882;
    Über d. Schichtenbau v. Amphioxus, in: Zoolog. Anz. 3, 1888;
    Lehrb. d. Zoologie, Lfg. 1-3, 1888-91 (mehr nicht erschienen);
    Die Metamerie d. Amphioxus u. d. Ammocoetes, in: Verhh. d. Anatom. Ges. Berlin 6, 1892;
    Zur Metamerie d. Wirbeltiere, in: Anatom. Anz. 8, 1893;
    Elementarcursus d. Zootomie, 1896 (mit C. I. Cori);
    Stud. z. Segmenttheorie d. Wirbeltierkopfes, in: Morpholog. Jb. 25, 39, 40, 61, 1906, 1909, 1929;
    Das neue zoolog. System, 1911;
    vgl. CSP 10 u. 15;
    Kukula.

  • Literatur

    Neue Freie Presse v. 3.4.1914;
    P. Krüger, in: FF 10, 1934, S. 120;
    Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien 84, 1934, S. 257-59;
    O. Storch, ebd. 99, 1949, S. 284-96 (W, P);
    Botanik u. Zool. in Österreich in d. J. 1850-1900, 1901;
    W. Marinelli, in: Österr. Naturforscher u. Techniker, 1950, S. 90-93 (P);
    ÖBL.

  • Portraits

    in: Zs. f. wiss. Zool. 125, = Festbd. f. C. Grobben u. B. H., 1925.

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Hatschek, Berthold" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 56 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116518898.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA