Lebensdaten
um 776 bis 815
Beruf/Funktion
erster Bischof von Paderborn
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136851002 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hathumar von Paderborn
  • Hathumar
  • Hathumar von Paderborn
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Hathumar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851002.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus sächs. Geschl.

  • Leben

    Nach der Translatio S. Liborii von Erconrad (1965 wiederaufgefunden) hat Karl der Große beim Besuche Leos III. 799 Paderborn zum Sitz eines Bischofs gemacht und die Stiftung des Bistums in die Hand des Papstes vollzogen. Ein Bischof wurde noch nicht gleich bestellt; ältere Angaben, daß 794 oder 795 H. erster Bischof von Paderborn geworden sei, sind falsch. Der neue Sprengel war zunächst den Bischöfen von Würzburg anvertraut. Dort wurde H. herangebildet; er war als Geisel ins Frankenland gekommen. Wenn er bei seiner Weihe das für Bischöfe kanonische Alter von 30 Jahren hatte, ist seine Geburt etwa 776 anzusetzen. Mit ihm hatte Karl den ersten Bischof sächsischen Geblüts für das Sachsenland erhoben. Vom Wirken H.s ist nicht viel überliefert. Im Juli 815 nahm er an der Reichsversammlung in Paderborn teil, auf der die Stiftung des ersten sächsischen Klosters in Hethi (822 nach Korvey verlegt) beschlossen wurde.

  • Literatur

    ADB XI;
    F. Tenckhoff, Die Paderborner Bischöfe 806-1009, Gymnasialprogr. Paderborn 1900;
    A. Höynck, H., in: Der kath. Seelsorger 14, 1902, S. 406-13;
    Hauck II;
    E. Müller, Die Entstehungsgesch. d. sächs. Bistümer unter Karl d. Gr., 1938, S. 51-59;
    K. Schoppe, in: Die Warte 13, 1952, S. 118 f., 142 f.;
    ders., Aus d. Frühzeit d. Bistums Paderborn, ebd. 17, 1956, S. 68 f., 83 ff.;
    H. Kindl, Padaribrunno, ein Versuch d. Deutung d. Ortsnamen, in: Westfäl. Zs. 115, 1965, S. 283-394;
    A. Cohausz, Erconrads Translatio S. Liborii, 1966;
    ders., Karolus Magnus et Leo Papa, e. Paderborner Epos V. J. 799, 1966.

  • Autor/in

    Klemens Honselmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Honselmann, Klemens, "Hathumar" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 56 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851002.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hathumar, erster Bischof von Paderborn. Zu den Orten, welche in dem städtischer Ansiedlungen völlig entbehrenden Sachsenlande frühzeitig und noch während der Eroberung durch Karl den Großen hervortraten, gehörte Paderborn, das von dem aus zahlreichen Quellen in dieser Gegend entspringenden Flüßchen Pader seinen Namen führt. Dieser Reichthum an gesunden Wässern, ein milder Himmelsstrich, fruchtbare Aecker und eine weit ausgedehnte Waldung, für Vieh- und Bienenzucht geeignet, in unmittelbarer Nähe lenkten die Blicke Karls auf diesen Ort, so daß er hier bereits in den J. 777 und 785 Reichsversammlungen abhielt, die für das Schicksal Sachsens entscheidend wurden und ebendaselbst auch 799 den denkwürdigen Besuch des Papstes Leo's III. empfing. In der soeben neu erbauten Kathedrale weihte der heilige Vater bei dieser Gelegenheit einen Altar, für welchen er Reliquien des heil. Stephan aus Rom mitgebracht hatte. Nachdem die kirchliche Obhut und Fürsorge über diesen Bezirk anfänglich den Bischöfen von Wirzburg anvertraut worden, wurde schon unter Karl ein eigenes Bisthum in Paderborn errichtet und dieses zuerst dem Sachsen H. übertragen. Noch im Knabenalter war derselbe als Geisel dem Frankenherrscher ausgeliefert und in Wirzburg zum geistlichen Stande erzogen worden. Er zeichnete sich durch Demuth und Bescheidenheit aus. Um das Jahr 800 zum Bischofe geweiht, nahm er an der großen Reichsversammlung Theil, welche im Juli 815 Ludwig der Fromme zu Paderborn abhielt. Hier gab er seine Zustimmung zur Stiftung des ersten Klosters in Sachsen, die innerhalb seines Sprengels erfolgen sollte und die der Keim des späteren Korvei wurde. Bald darauf, am 9. August, wahrscheinlich des Jahres 815, beschloß er sein Leben und es folgte ihm Badurad, ein ebenfalls in Wirzburg gebildeter edler Sachse.

    • Literatur

      Rettberg, Kirchengeschichte Deutschlands II, Göttingen 1848. Erhard, Regesta historiae Westfaliae I, Münster 1847.

  • Autor/in

    Dümmler.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dümmler, Ernst, "Hathumar" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 23 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851002.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA