Lebensdaten
1854 bis 1921
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
Philologe ; Altphilologe ; Pädagoge ; Gymnasialdirektor in Flensburg und Düsseldorf ; Honorarprofessor in Münster
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116477547 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cauer, Paul Eduard Ludwig
  • Logander, L. (Pseudonym)
  • Cauer, Paul
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Zitierweise

Cauer, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116477547.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (1823–81, in 2. Ehe verh. mit Minna [s. 1]), Dr. phil., Stadtschulrat v. Berlin, S des Ludw. (1792–1834), Dr. phil., Gründer u. Dir. der Erziehungsanstalt in Charlottenburg (C.sche Anstalt), u. der Marianne, T des Isaak Dan. Itzig (1750–1806), Hofbaurat u. Oberhofbankier, u. der Adelaide Wulff; Großonkel väterlicherseits Emil der Ältere (s. Einl.);
    M Marie (1828–68), T des Dr. med. Ernst Paul Streicher u. der Caroline Flies;
    B Wilh. s. (3);
    Schw Marie (1861–1950), Mitbegründerin des Agnes Karll-Verbandes der Freien Schwestern, lange Zeit Oberin, Marg. (Ps. M. Tellmar, 1852-1926. 1874 Dr. phil. h. c. Paul Pochhammer 1841-1916), Oberstleutnant, Danteforscher), Schriftstellerin;
    Vt Arnold Mendelssohn (1855–1933), Komp.;
    1887 Helene (1854–1920), T des Mathematikprofessors Ernst Eduard Kummer (1810-93 [s. ADB LI]) u. der Bertha Cauer ( 1917. Schw des V);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    C. studierte nach Abitur in Pforta (1872) Philologie in Leipzig (bei Curtius und Ritschl), Straßburg und Berlin (bei Mommsen), promovierte 1875 und wurde Gymnasiallehrer in Berlin 1880, Oberlehrer in Kiel 1884. 1890 habilitierte er sich daselbst, wurde 1896 Gymnasialdirektor in Flensburg, 1898 in Düsseldorf, 1905 Provinzialschulrat und Honorarprofessor in Münster mit Lehrauftrag für Altphilologie, ab 1909 auch für praktische Pädagogik und Didaktik. 1912 trat er unter Beibehaltung seiner akademischen Lehrtätigkeit in den Ruhestand, war 1914-1918 Landsturmhauptmann im Felde (Eisernes Kreuz I), wurde Major und war nach dem Kriege bis zu seinem Tode als Universitätsprofessor tätig. - In den Kämpfen um die Reform der höheren Schule wollte C., der unermüdlich für die bildende Wirkung des klassischen Altertums eintrat, weil er sie als Vorbedingung für ein tieferes Verständnis der Gegenwart ansah,|das Gymnasium als wirkungsvollen Faktor in der Volksbildung unangetastet lassen. Er erstrebte die Herausarbeitung seiner Eigenart durch Hervorhebung ihrer Hauptfächer einschließlich des Deutschen und wandte sich gegen die nivellierenden Tendenzen innerhalb der höheren Schule (Einheitsschule). Große wissenschaftliche Verdienste hat er um die Homerforschung. Persönlich von lauterstem Charakter, trat er überall furchtlos, auch vorgesetzten Behörden gegenüber, für seine Überzeugung ein. Als Lehrer und Prüfungsvorsitzender schätzte er Denkleistungen mehr als Gedächtniswissen. Den Herbart-Zillerschen Formalstufen stand er ablehnend gegenüber. Für die Volksschullehrerbildung wollte er Pädagogik-Professuren, jedoch kein Abitur, sondern Primareife.

  • Werke

    u. a. Grammatica militans, 1898, 31912;
    Grundfragen d. Homerkritik, 1895, 31921/23;
    Die Kunst d. übersetzens, 1894, 51914;
    Palaestra vitae, 1902, 31912;
    17 J. im Kampfe um d. Schulreform, 1906;
    Zur freieren Gestaltung d. Unterrichts, 1906;
    Von dt. Spracherziehung, 1906, 21919;
    Das Altertum im Leben d. Gegenwart, 1911, 21915;
    Aus Beruf u. Leben, 1912;
    Ketzereien üb. d. Lehrerbildung, 1920;
    Mithrsg.: Neue Jbb. f. d. klass. Altertum, 1912.

  • Literatur

    F. Cauer, in: Bursian-Jberr. 43, 1923, S. 1-33 (W);
    Lex. d. Päd. d. Gegenwart, 1930;
    Lex. d. Päd. I, 1952. - Zu Paul Pochammer: DBJ I (Tl. 1916, L);
    Nekr. z. Kürschner, Lit.-Kal. 1901-35, 1936 (auch zu Marg. Pochhammer).

  • Autor/in

    Oswald Opahle
  • Empfohlene Zitierweise

    Opahle, Oswald, "Cauer, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 178-179 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116477547.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA