Lebensdaten
1841 bis 1922
Geburtsort
Freyenstein (Ostprignitz)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118668838 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cauer, Minna Theodore Marie
  • Cauer, Wilhelmine
  • Schelle, Minna (geborene)
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Zitierweise

Cauer, Minna, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118668838.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Alex. Schelle (1804–74), Pfarrer in Freyenstein, S des Joh. Christian Jul., Pfarrer zu Groß-Mühlingen;
    M Juliane Wolfschmidt ( 1887);
    B Ludw. Schelle (* 1850), preußischer Gen.;
    1) 1862 Dr. Aug. Latzel ( 1866), Arzt, 2) Freyenstein 1869 Eduard C., Vater v. Paul Eduard s. (2);
    1 S aus 1).

  • Leben

    C. wuchs als drittes Kind im ländlichen Pfarrhaus auf. In ihrer kurzen ersten Ehe verlor sie den zweijährigen Sohn und 1866 den geisteskranken Gatten. 1867 bestand sie das Lehrerinnenexamen. Nach einem Jahr als Lehrerin in Paris folgte sie ihrem zweiten Gatten nach Berlin, wohin er als Stadtschulrat berufen worden war (Verbindung mit dem Kronprinzen und der Kronprinzessin Friedrich). Die 40jährige, nach 12jähriger glücklicher Ehe zum zweiten Mal verwitwet, begann „sich der geschichtlichen Erforschung des Frauenlebens zu widmen“. Erst 1888 stellte sich C. mit der Gründung des Vereins „Frauenwohl“, den sie bis 1919 leitete, in den Kampf der Frauenbewegung. 1889 trat sie in den Vorstand des neugegründeten „Kaufmännischen Hilfsvereins für weibliche Angestellte“, von 1895 ab gab sie die Zeitschrift „Frauenbewegung“ heraus. Sie wurde so zur Führerin eines linken Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung, der sich vor allem um die politischen Anliegen der Frau (Stimmrechtsbewegung) bemühte. Noch im ersten Weltkrieg und nach 1918 bewahrte sie sich unerschrocken ihre selbständige politische Stellungnahme: 1915 im Protest gegen die Boykottierung des Haager Internationalen Frauenkongresses durch den Bund Deutscher Frauenvereine, 1919 in der Ablehnung der Friedensbedingungen von Versailles. Sie stellte sich der Organisation für die Abstimmung in Oberschlesien zur Verfügung, sprach öffentlich für sie und nahm ein oberschlesisches Arbeiterkind zu sich. Aber sie mußte noch die Übergabe Schlesiens an Polen und die Ermordung des ihr befreundeten Walter Rathenau erleben.

  • Werke

    u. a. Die Frau im 19. Jh., 1898;
    25 J. Ver. „Frauenwohl“, 1913.

  • Literatur

    E. Lüders, M. C., Leben u. Werk, 1925 (W, L, P);
    DBJ IV (Tl. 1922, W, L).

  • Autor/in

    Elisabeth Heimpel
  • Empfohlene Zitierweise

    Heimpel, Elisabeth, "Cauer, Minna" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 178 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118668838.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA