Lebensdaten
1787 bis 1864
Geburtsort
Schönau vor dem Walde (Gotha)
Sterbeort
Unter-Renthendorf bei Triptis (Sachsen-Altenburg)
Beruf/Funktion
Ornithologe ; lutherischer Pfarrer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116469838 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brehm, Christian Ludwig
  • Brehm, Ch. B.
  • Brehm, Chr. L.
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Zitierweise

Brehm, Christian Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116469838.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl August (1755–1822), Pfarrer in Schönau vor dem Walde, S des Georg Caspar, Pfarrer in Schönau vor dem Walde, und der Christina Sophia Heumann;
    M Sophia Christiana Phil., T des Johann Heimberger, Geleitsverwalter in Georgenthal;
    1) Schönau vor dem Walde 1813 Amalie Wilhelmine (1790–1826), T des Ferdinand August Wachter, Rechtskonsulent, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr in Renthendorf, 2) Brinnis 1827 Bertha Reiz (1808–77);
    4 S, 3 T aus 1), 5 S, 1 T aus 2), u. a. Alfred s. (1).

  • Leben

    B. kam früh mit dem der Familie befreundeten Naturforscher Johann Matthäus Bechstein in Berührung, den er selbst später als „Vater der Naturgeschichte“ bezeichnete. 1807-09 besuchte er die Universität Jena, war dann zunächst Hauslehrer, wurde 1812 Pfarrer in Drackendorf und noch am Ende des gleichen Jahres ins Pfarramt nach Unter-Renthendorf berufen, wo er 1862 sein 50jähriges Amtsjubiläum feiern konnte. - B. ist neben Johann Andreas Naumann einer der bedeutendsten Klassiker der älteren deutschen Ornithologie, und zwar durch seine Studien der feinen „subspezifischen“ Unterschiede, durch die er lange nach seinem Tode dem systematischen Arbeiten neue wesentliche Impulse gab, wenn auch sein Begriff der Subspezies einen anderen Inhalt hatte als bei späteren Autoren. Mit Hilfe seiner Söhne legte er eine ursprünglich 15 000 Vogelbälge umfassende Sammlung an, die 1897 von Lord Walter Rothschild (Tring, England) erworben wurde und von diesem 1930 an das New York Museum ging. Sie enthält wertvollstes wissenschaftliches Typenmaterial (371 Stück) für die Kritik des Artbegriffs.

  • Auszeichnungen

    A Mitglied der Leopoldina in Halle, Dr. med. h. c. Jena (1858).

  • Werke

    Btrr. z. Vögelkde., 2 Bde., 1820/22;
    Hdb. Naturgesch. aller Vögel Dtld.s, 1831;
    Der vollst. Vogelfang, 1855 (unveränderter Neudr. 1926).

  • Literatur

    ADB III;
    L. Agassiz, Bibliogr. zoologiae et geologiae I, London 1848, S. 414-17;
    W. Tümpel, Das Pfarrhaus d. alten B., in: Anz. f. d. ev. Pfarrhaus 12, 1896, S. 188 f.;
    E. Hartert, Types of birds in the Tring Mus., in: Novitates Zoolog. 25, London 1918, S. 4-63;
    H. Hildebrandt, Ch. L. B. als Ornithologe, in: Mitt. aus d. Osterlande, NF 20, 1929, S. 23-40 (vollst. W-Verz.);
    ders., Ch. L. B., A German Ornithologist, in: Ibis, April 1932, S. 398-416 (P);
    O. Kleinschmidt, Vater u. Sohn, in: Das B.-Buch, 1929, S. 99-110 (P);
    ders., Ch. L. B., in: Der Zauber v. B.s Tierleben, Neue B.-Bücherei, 1950, S. 5-35;
    R. Sammet, Das Vogelschutzgebiet „Brehm“ in Renthendorf, Ebersdorf u. Nellborn (Thür.), 1940;
    G. Buchda, Zur Lebensgesch. u. z. wiss. Werk d. Pfarrers u. Ornithologen Ch. L. B., in: Wiss. Zs. d. F. Schiller-Univ. Jena 3, 1953/54 (L).

  • Autor/in

    Adolf Kleinschmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Kleinschmidt, Adolf, "Brehm, Christian Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 570 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116469838.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brehm: Christian Ludwig B., geb. 24. Januar 1787, 23. Juni 1864 als Pfarrer in Renthendorf im Altenburgischen, war einer der ausgezeichnetsten Kenner der europäischen Vögel, und sein Name als ornithologischer Schriftsteller und als liebenswürdiger und begeisterter Naturforscher einer der populärsten. Die Muße seiner bescheidenen Stellung, in der er sich von 1813 bis zu seinem Ende befand, benutzte er zur sorgfältigsten Beobachtung der Sitten, Form- und Farbeneigenthümlichkeiten seiner Lieblinge, und es gelang ihm, eine Sammlung der europäischen, besonders aber der deutschen Vögel zusammenzubringen, welche ihres Gleichen suchte. Das Hauptgewicht in derselben legte er darauf, gepaarte Vögel, d. h. die Gattenpaare nebst den verschiedensten Altersstufen zu besitzen, und er glaubte das Gesetz aufstellen zu können, daß die Vögel mit verschiedener Schädelbildung und anderen, nach seiner Meinung constanten Merkmalen sich in der Regel nicht zusammenpaaren. Er ging daher in der Artspalterei weiter, als irgend einer der zeitgenössischen Ornithologen. Seine Behauptung, die er auf alle Thiere ausgedehnt wissen wollte, daß es Geschöpfe gebe, welche einander täuschend ähnlich sind und doch nicht zusammen gehören, und die auf diese unbedeutendsten Abweichungen im Bau des Schnabels und Kopfes, in der Gestalt des Schwanzes und Fußes, in der Zeichnung etc. gegründeten Arten erweckten ihm schon bei Lebzeiten viele wissenschaftliche Gegner. — Außer kürzeren in Zeitschriften zerstreuten Abhandlungen hat er mehrere geschätzte systematische Werke geschrieben. Es sei nur das Hauptwerk erwähnt: „Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands“. 1831. — Vollständiges Verzeichniß von Brehm's Schriften und Aufsätzen in: Catalogue of scientific Papers, 1800—1863, compiled and publisbed by the Royal Society of London. Vol. I. London 1867.

  • Autor/in

    Oscar Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnorr von Carolsfeld, Franz, "Brehm, Christian Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 284 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116469838.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA