Lebensdaten
1861 bis 1927
Geburtsort
Hoya/Weser
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker ; Kunsthistoriker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116447710 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Elias, Julius

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Zitierweise

Elias, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116447710.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Louis ( 1884), Bankier in Hoya;
    M Helene Alsberg ( 1866);
    1888 Julie Levi;
    1 S.

  • Leben

    E. studierte in Berlin und München Germanistik und Literaturgeschichte (Schüler von M. Bernays und K. Hofmann). Schon als Student für die neue Freilichtmalerei einzutreten bemüht, legte er, mit Liebermann, Trübner und Uhde befreundet, durch den Ankauf der „Trommler“ von Uhde den Grundstock zu seiner bedeutenden Gemäldesammlung. Gleichzeitig eifriger Anhänger Ibsens, wurde er Herausgeber der deutschen Übersetzungen von dessen Werken und Briefen, später sein Testamentsvollstrecker. E. übersiedelte 1890 nach Paris, wo er unter anderem mit Monet, Pissarro und Cézanne verkehrte. Wieder in Berlin, veranlaßte er den Kunsthändler Durand-Ruel dort Ausstellungen zu unternehmen und war der erste Anreger zur Beachtung und Kenntnis des französischen Impressionismus in Deutschland, von starkem Einfluß auf die Ankäufe Berliner Sammler und deutscher Museen, auf H. von Tschudi und J. Meier-Graefe. – In Berlin begründete und finanzierte er die Jahresberichte für neuere deutsche Literaturgeschichte, die er von 1892-1925 leitete, und stand mit zahlreichen Aufsätzen und Essays über alle Bestrebungen der modernen europäischen Kunst und Literatur in der ersten Reihe der Vorkämpfer des Naturalismus. Auch war er ein Entdecker junger Talente, wie von Käthe Kollwitz, und ein Bannerträger Max Liebermanns, ein unversöhnlicher Gegner A. von Werners und seiner Anhänger an der Akademie und am Kaiserhofe, daher infolge seiner scharfen Kritik angesehen oder gefürchtet. In der Berliner Gesellschaft wegen seiner Gastlichkeit und seiner niemals versagenden Hilfsbereitschaft allgemein geschätzt, übernahm er nach dem ersten Weltkrieg die Kunstabteilung des Ullstein-Verlages. Seine umfangreiche Korrespondenz mit französischen Künstlern und seine ebenso unersetzliche, in über 40 Jahren zusammengebrachte Sammlung von Zeitschriften und Zeitungsausschnitten wurden nach der Machtergreifung Hitlers von seiner Witwe verbrannt.

  • Werke

    u. a. Christian Wernicke, Diss. München 1888; Die Zeichenkunst d. großen franz. Impressionisten, 1911;
    Max Liebermann, eine Bibliogr., 1917;
    Max Liebermann, = Graphiker d. Gegenwart 8, 1921;
    Max Slevogt, = dass. 10, 1922. – Hrsg.: H. Ibsens sämtl. Werke, 10 Bde., 1898-1904 (mit G. Brandes u. P. Schlenther);
    Ibsens nachgel. Schrr., 4 Bde., 1909 (mit H. Koht);
    B. Björnsons|ges. Werke, 4 Bde., 1911;
    Die Skizzenmappe, 70 Nachbildungen v. Zeichnungen franz. Meister d. 19. Jh., 1917 (erster Druck d. Marées-Ges.);
    Handzeichnungen dt. Impressionisten, 1921 (mit Einl.);
    Die Handzeichnungen Max Liebermanns, 1922 (Auswahl mit Einl.); W. Trübner, Handzeichnungen, 1922 (mit Einl.). – Mitarbeiter: „Kunst u. Künstler“, „Berliner Tagebl.“, „Beil. allg. Ztg.u. a.

  • Literatur

    [K. Scheffler] J. E., in: Kunst u. Künstler 25, 1927, S. 444 f.;
    H. Uhde-Bernays, Im Lichte d. Freiheit, Erinnerungen, 1947, S. 188 ff.;
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Portraits

    v. M. Liebermann, Abb. in: M. Liebermann, Klassiker d. Kunst 19, hrsg. v. G. Pauli, 1911, Tafel 241.

  • Autor/in

    Hermann Uhde-Bernays
  • Empfohlene Zitierweise

    Uhde-Bernays, Hermann, "Elias, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 439 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116447710.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA