Lebensdaten
1787 bis 1854
Geburtsort
Leimen bei Heidelberg
Sterbeort
Ebersberg (Oberbayern)
Beruf/Funktion
bayerischer Hofbankier ; griechischer Staatsrat
Konfession
jüdisch,katholisch
Normdaten
GND: 116418257 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eichthal, Leonhard Freiherr von
  • Seligmann, Simon (eigentlich)
  • Eichthal, Simon Freiherr von (seit 1814)
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Zitierweise

Eichthal, Simon Freiherr von (seit 1814), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116418257.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B David s. (1);
    1809 Julie (1789–1855, N), T des Bankiers Ignaz Mayer s. Genealogie (1);
    5 S, 2 T, u. a. Karl (1813–80, Isabella Gfn. Khuen v. Belasi), Hofbankier u. bayerischer Kämmerer in München, Julius (1822–60, 1) Marie Gfn. v. Armansperg, 2) Caroline Freiin v. Seckendorff), Fabrikbesitzer in München;
    E Max Gf. v. Berchem ( 1910), Unterstaatssekretär (s. NDB II).

  • Leben

    E. betätigte sich zuerst im väterlichen Bankhaus in München. Dem Kronprinzen Ludwig stellte er Mittel für Kunsteinkäufe gelegentlich seiner italienischen Reisen zur Verfügung. 1832-37 übernahm er die Vermittlung der bayerischen Staatsanleihen an Griechenland, wofür er später den griechischen Staatsratstitel erhielt. Besondere Verdienste erwarb sich E. als führender Mitbegründer der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank. Nach den Napoleonischen Kriegen war das Bauerntum in eine doppelte Notlage geraten; es war verschuldet, brauchte aber andernteils billiges Kapital. Wucherer machten sich die Lage zunutze, schossen den Bauern Geld vor, um es dann im ungünstigsten Augenblicke zurückzufordern. So fielen immer mehr Bauernhöfe in die Hände solcher „Bauernleger“. Dem Bauernstand sicheres Kapital – Annuitäten – zur Verfügung zu stellen, war einer der Hauptgründe, welche König Ludwig I. veranlaßten, eine unter staatlicher Aufsicht stehende Kreditbank ins Leben zu rufen, die hauptsächlich Hypotheken- und nur in zweiter|Linie auch Wechselgeschäfte tätigte, dazu Notenbankrechte erhielt. Der gemischte Charakter der privaten Aktienbank ermöglichte die Darlehensgewährung an Landwirte zu 4% Zins. Schon an den schwierigen Gründungsverhandlungen, die zum Bankgesetz vom 1.7.1834 führten, war E. maßgeblich beteiligt. Bei der endgültigen Gründung der Bank 1835 mit einem Gründungs-Kapital von 10 Millionen Gulden zeichnete E. allein 3 347 000 Gulden. Er gehörte zu den 7 ersten vom Bankausschuß gewählten Administratoren und wurde aus deren Kreise, neben F. X. Riezler, zum Direktor der Bank gewählt. 1850 wurde er „vollziehender Direktor“. – Nach Eröffnung der Nürnberg-Fürther Eisenbahn 1835 griff E. gleichzeitig mit Augsburger Handelshäusern den Gedanken einer Eisenbahn Augsburg-München auf und wurde Vorsitzender der Comité-Sektion München der dafür in beiden Städten gegründeten Aktiengesellschaft. Die Bahn wurde 1840 eröffnet, aber 1844 an den bayer. Staat verkauft. 1836 gründete E. ferner eine Aktiengesellschaft für Erbauung einer Eisenbahn München-Salzburg, die freilich über Bauvorarbeiten nicht hinauskam. Für den Bahnbau Augsburg-Nürnberg, dessen unternehmerische Leitung an der Spitze von Münchner, Augsburger und Nürnberger Häusern er 1836 zugesprochen erhielt, bildete er 1838 eine AG, die den späteren Staatsbahnbau vorbereitete. Er stiftete in München ein Spital und beteiligte sich als Mäzen an der Finanzierung der Arkaden des Münchener Hofgartens und an ihrer Ausschmückung mit den Rottmann-Fresken.

  • Literatur

    L. Hümmert, Die finanziellen Beziehungen jüd. Bankiers u. Heereslieferanten z. bayer. Staat in d. 1. Hälfte d. 19. Jh., staatswiss. Diss. München 1927;
    Hundert J. Bayer. Hypotheken- u. Wechsel-Bank, 1835-1935, 1935;
    F. Weckerle, Die pfalzbayer. Sechs-Mill.-Anleihe b. d. Häusern Schmaltz u. Seeligmann, in: ZBLG 13, 1942;
    Mitt. v. R. Frhr. v. Godin, München.

  • Portraits

    Porträtbüste (München, Alter Südl. Friedhof), Abb. in;
    H. Wunner, München u. d. Bayer. Hypotheken- u. Wechselbank, 1953.

  • Autor/in

    Joseph Maria Lutz, Wolfgang Zorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Lutz, Joseph Maria; Zorn, Wolfgang, "Eichthal, Simon Freiherr von/seit 1814" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 386-387 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116418257.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA