Lebensdaten
1839 bis 1908
Geburtsort
Remscheid
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Übersetzer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116412658 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fastenrath, Johannes Karl Ferdinand
  • Fastenrath, Johannes
  • Fastenrath, Johannes Karl Ferdinand

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Zitierweise

Fastenrath, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116412658.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. (1798–1867), Großkaufm., E d. Feilenschmieds Joh. Tilmann in R.;
    M Rosalie (1804–75), T d. Karl Hürxthal (1776–1860), Ausfuhrkaufm. in R.;
    1883 Luise (1858–1914, kath.), Schriftstellerin, gab nach F.s Tode d. letzten Bände s. „Walhalla“ heraus, T d. erzbischöfl. Archivars Moritz Goldmann in Agram; wahrsch. kinderlos.

  • Leben

    Bis zur Übersiedlung der Familie nach Köln 1847 besuchte F. die Mittelschule in Remscheid. F. begann in Bonn sein Studium der Rechtswissenschaften, das er in Heidelberg, München und Paris fortsetzte. 1860 promovierte er in Berlin und wurde dann Auskultator am Landgericht Köln. Sehr bald gab er dieses Amt auf, um rein idealistischen Neigungen nachzugehen. Schon in Bonn hörte er Vorlesungen bei dem Romanisten F. Diez. Dort begann er durch Selbststudium Spanisch zu lernen, worin er es, wie seine in dieser Sprache geschriebenen Werke bezeugen, zu erstaunlicher Vollendung brachte. Der Romanschriftsteller Juan Valera, der mehrere seiner Werke besprochen hat, rühmte die Vorzüglichkeit seines als „klassisch“ bezeichneten spanischen Stils. F.s Lebensaufgabe war es, den Deutschen spanisches, den Spaniern deutsches Kulturschaffen nahezubringen. Für die Spanier, von denen er mit größten Ehrungen und Auszeichnungen überschüttet wurde, schrieb er sein vielbändiges Hauptwerk „La Walhalla y las Glorias de Alemania“ (7 Bände, Madrid 1874-81), worin er berühmte Deutsche aller Kulturbereiche behandelt. Einen ähnlichen Zweck verfolgt er für Franzosen mit „Figures de l'Allemagne contemporaine“ (Paris 1887). Seine deutschsprachigen Bücher enthalten vorwiegend Übersetzungen beziehungsweise Nachdichtungen von spanischen Romanzen, Volksliedern und Kunstdichtungen. Während längerer Spanienaufenthalte 1864, 1869 und 1879 lernte er, außer Valera, eine ganze Reihe von weiteren spanischen und katalanischen Dichtern und Schriftstellern persönlich kennen. In Deutschland stand F. in besonders enger Beziehung zu Hoffmann von Fallersleben. Angeregt durch die Barceloneser Dichterwettkämpfe, die sogenannten „Jochs Florals“, führte er entsprechend die Kölner Blumenspiele ein, die 1899 erstmalig im Gürzenich stattfanden. Seine 10 000 Bände umfassende Bibliothek fiel an die Kölner Stadtbibliothek.

  • Werke

    Weitere W Klänge aus Andalusien (Romanzen), 1867;
    Die Wunder Sevillas (Romanzen u. Lieder), 1867;
    Ein span. Romanzenstrauß, 1867;
    Immortellen aus Toledo (Romanzen u. Sonette), 1869;
    Hesperische Blüten (Lieder, Sprüche u. Romanzen), 1869;
    Das Buch m. span. Freunde, 2 Bde., 1870;
    Pasionarias de un alemán-español (Üb. d. Oberammergauer Passionsspiele), Madrid 1872;
    Granadin. Elegien, 1885;
    Die 12 Alfonsos v. Kastilien, 1887;
    Ch. Columbus, 1895 (2 Bde. dt., 1 Bd. span.);
    Zaragozaner Schnurren, 1901;
    Calderón in Spanien, 1882. – Überss.: J. Zorrilla, Don Juan Tenorio, 1898;
    J. Valera, Pepita Jiménez, 1882;
    Katalan. Troubadoure d. Gegenwart, 1890. – Gründer u. Hrsg.: Jbb. d. Kölner Blumenspiele, 10 Bde., 1898-1908.

  • Literatur

    F. Lejeune, Die dt.-span. Freundschaftsbestrebungen v. J. F., = Roman. Mus. XI, 1917;
    H. J. Ohrem, Die dt.-span. Freundschaftsbestrebungen J. F.s, in: Mitt. aus Spanien 2, 1918, H. 1, S. 46-48;
    ders., J. F. u. s. span. Freunde, in: Spanien, Zs. f. Auslandskde. 1, 1919, S. 212 ff.;
    J. Becker, J. F. u. Hoffmann v. Fallersleben, in: Zs. f. Dt. Geisteswiss. 2, 1939/40, S. 459-66;
    J. Valera, El Doctor F., in: Obras Completas II, Madrid 1949, S. 399-413;
    F. Zilken, in: BJ XIII, S. 20-26 (W, L, u. Tl. 1908, L);
    Kosch, Kath. Dtld. (P).

  • Portraits

    Phot. (Köln, Stadtmus.).

  • Autor/in

    Werner Beinhauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Beinhauer, Werner, "Fastenrath, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 28 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116412658.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA