Lebensdaten
1795 bis 1873
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116385766 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hahn, Heinrich Wilhelm

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Zitierweise

Hahn, Heinrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116385766.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinr. Wilh. (1760–1831), Verleger, gründete 1792 in H. e. Verlag, den er durch Ankauf d. Verlage v. Ritscher in H. (1800), Trampl in Halle u. Fritsch in Leipzig (1810) erweiterte (s. ADB X), S d. Joh. Heinrich, Lehrer, Organist u. Küster in Lemgo, u. d. Catharina Dor. Hoffmeister;
    M Joh. Sophie (1771–1861), T d. Joh. Burkhard Schneidler, Schönfärbemeister in Hildesheim, u. d. Maria Magd. Behrens;
    Ov Bernh. Dietrich ( 1818), Teilh. d. Verlags;
    B Heinr. Bernh. (1797–1846);
    Leipzig 1821 Minna (1802–73), T d. Joh. Chrstn. Clauß (1751–1835), Kaufm. in Leipzig, Herr auf|Seußlitz u. Radewitz, u. d. Clara Frieder. Carol. Mertens;
    2 S (jung †), 3 T, u. a. Bertha (1827–97, Karl v. Thielen);
    E Herbert v. Thielen (1855–1920), Nachf. H.s, s. Nachkommen leiten d. Hahnsche Buchhandlung in H.

  • Leben

    H. besuchte die Volksschule seiner Vaterstadt und darauf die Sekundarschule in Worms. Nach Beendigung einer buchhändlerischen Lehrzeit im väterlichen Geschäft studierte er 3 Semester an der Universität Göttingen vornehmlich Sprachen und Geschichte. Auf verschiedenen Reisen erweiterte er seine Bildung. 1818 wurde er von seinem Vater als Gesellschafter in das Geschäft in Hannover aufgenommen und erhielt zugleich Prokura für den Verlag in Leipzig. Nach dem Tode des Vaters führte H. die „Hahnsche Hofbuchhandlung“ in Hannover fort, während die Leipziger „Hahnsche Verlagsbuchhandlung“ an seinen jüngeren Bruder Heinrich Bernhard fiel, der sie ihm aber 1843 krankheitshalber verkaufte, nachdem beide Unternehmen auch vorher schon einheitlich zusammen gearbeitet hatten.

    H. war einer der hervorragendsten Vertreter des deutschen Buchhandels im 19. Jahrhundert; er hat das Werk seines Vaters ausgebaut und die H.sche Buchhandlung zu einer Firma von Weltruf gemacht. Mit seinem Namen ist für immer die verlegerische Durchführung der „Monumenta Germaniae Historica“ verbunden, die für den Verlag auch jetzt noch im Vordergrund stehen. Ebenso wie sein Vater war auch er bestrebt, nur der Wissenschaft, Aufklärung und belehrenden Unterhaltung dienende Werke zu verlegen. Pädagogik und Schulbücher sowie das klassische Altertum waren damals wie heute hauptsächlich gepflegte Verlagsgebiete, doch sind auch bedeutende Werke aus allen anderen Wissenszweigen vertreten. Mit den meisten Gelehrten, deren Werke H. verlegte, verband ihn persönliche Freundschaft, so insbesondere mit Karl Goedeke. Ein unvergängliches Verdienst um den gesamtdeutschen Gedanken hat sich H. mit der Gründung der ersten deutschen Reichsbibliothek erworben. Am 15.7.1848 richtete er an das Frankfurter Parlament ein Schreiben, in dem er bat, der Nationalversammlung seine Verlagsschriften „zur Begründung einer Handbibliothek verehren zu dürfen“. Da seinem Beispiel zahlreiche Verleger folgten, ist er damit zum Urheber der Sammlung des gesamtdeutschen Schrifttums geworden. Wenn auch die Reichsbibliothek von 1848 nach dem Ende der Nationalversammlung nicht fortgeführt wurde, lebte doch die Idee weiter und fand 65 Jahre später in der Deutschen Bücherei zu Leipzig ihre Verwirklichung. In dieser wird die von H. begründete Bibliothek als ihre Vorläuferin treu bewahrt.|

  • Auszeichnungen

    Oberkommerzrat (1855).

  • Literatur

    E. Mohrmann, Der Vater d. Gedankens e. Dt. Nat.bibl., in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel 81, 1914, S. 1033-36;
    A. Paust, H. W. H. u. d. Bibl. d. German. Mus., ebd. 99, 1932, S. 700 f.;
    ders., Die Idee e. dt. Reichsbibl., 1933;
    ders., Die Reichsbibl. v. 1848 u. d. Dt. Bücherei, 1938;
    ders., H. W. H., Gründer d. 1. dt. Reichsbibl. v. 1848 u. Wegbereiter d. Dt. Bücherei, 1941 (P);
    ders., in: Nd.-sächs. Lb. II, 1954. S. 108-19 (W, L, P);
    H. v. Thielen, 125 J. d. Geschäftshauses H.sche Buchhandlung in Hannover, 1917 (P).

  • Portraits

    Ölgem. (Hannover, Hahnsche Buchhandlung).

  • Autor/in

    Annemarie Wacker
  • Empfohlene Zitierweise

    Wacker, Annemarie, "Hahn, Heinrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 506-507 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116385766.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA