Lebensdaten
1859 bis 1927
Geburtsort
Saarlouis
Sterbeort
Witzenhausen/Werra
Beruf/Funktion
Gründer der Deutschen Kolonialschule
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116355638 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fabarius, Ernst Albert

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Zitierweise

Fabarius, Ernst Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116355638.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (1817–92), Garnisonspfarrer in Saarlouis, seit 1862 Sup. u. Kreisschulinspektor der I. Hallischen Landdiözese, Nachkomme des Juristen Joh. David (1685–1743, s. ADB VI);
    M Bertha Wiedemann;
    1892 Margarete (1870–1931), T des Frdr. Lilly (1835–1906), Oberhofbaurat in Braunschweig (s. ThB);
    3 S, 2 T.

  • Leben

    F. studierte in Bonn, Berlin, Tübingen und Halle Theologie, Rechts- und Staatswissenschaften und Geschichte. Treitschke und Adolf Wagner übten auf ihn einen sehr starken Einfluß aus. Während der Studienzeit gründete er zusammen mit Freunden den Bonner und Tübinger Verein Deutscher Studenten. Durch diesen Kreis lernte er 1883 Karl Peters kennen. F. begeisterte sich für den Kolonialgedanken und beschäftigte sich seit 1884 mit Ausbildungsplänen für die jungen deutschen Siedler und Pflanzer. Der Divisionspfarrer in Koblenz betätigte sich als Geschäftsführer des Rheinischen Verbandes vom Evangelischen Afrika-Verein und als Schriftführer der dortigen Kolonialgesellschaft. 1898 konnte er seine Pläne ausführen, und 1899 wurde die Deutsche Kolonialschule in Witzenhausen eröffnet. Hier verwirklichte er, ohne Vorbilder zu kennen, sein Lebensziel: die zukünftigen Farmer, Pflanzer und Siedler heranzubilden. Er erstrebte eine enge Verbindung von praktischer, wissenschaftlicher und charakterlich-religiöser Ausbildung. Es wurden Landwirtschaft, Tierzucht, Kulturtechnik, Tropenheilkunde, aber auch Kulturgeschichte, Völkerkunde, Religion und Sprachen gelehrt, wobei gerade in den beiden letzteren Fächern besonderes Gewicht auf die Religionen und Sprachen der Eingeborenen gelegt wurde. Als Direktor und Kurator dieser Schule wurde er zum Begründer der deutschen Kolonialpädagogik.

  • Werke

    Eine dt. Kolonialschule, Denkschr. 1897; Die dt. Kolonialschule u. ihre Aufgabe, in: Westermanns Mhh., Jan. 1908;
    Neue Wege d. dt. Kolonialpol. nach d. Kriege, 1916;
    Dtld.s Baumwollsorgen in Krieg u. Frieden, 1917;
    2 Jahrzehnte Dt. Kolonialschule, in: Göttinger Univ.ztg. 6, 1923;
    Aufgabe u. Arbeit d. Dt. Kolonialschule nach d. Vertrage v. Versailles, in: Koloniale Rdsch., 1925, Nr. 11; Berr. u. Aufsätze im „Dt. Kulturpionier“ u. in d. Lehr- u. Anstaltsplänen d. Dt. Kolonialschule.

  • Literatur

    M. Schanz, Die dt. Kolonialschule in Witzenhausen, 1910 (P); Der Kolonialdeutsche, 1927, Nr. 22;
    A. v. Duisburg, in: Koloniale Rdsch., 1927, Nr. 11;
    F. Lenz, in: Der Tropenpflanzer, 1927, Nr. 11;
    Dt. Kulturpionier, Okt. 1927; P. Schulin, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck III, 1942 (W, L, P).

  • Autor/in

    Marianne Harries
  • Empfohlene Zitierweise

    Harries, Marianne, "Fabarius, Ernst Albert" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 717 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116355638.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA