Lebensdaten
1868 bis 1932
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker ; Numismatiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116351020 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Habich, Georg

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Zitierweise

Habich, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116351020.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gg. (um 1842–1881), Weinhändler u. Gastwirt, S d. Gastwirts Gg. Chrstn. in D. u. d. Sophie Hipp;
    M Emma (1844–1922), T d. Kaufm. (Leineweberei) Johs. Karl Theodor Bücking in Alsfeld u. d. Katharina Knierim;
    B Ludwig (1872–1948), Prof., Bildhauer, Mitbegr. d. Darmstädter Künstlerkolonie (s. ThB; Vollmer; Rhdb., P); -ledig.

  • Leben

    H. studierte in Bonn und München Philologie, Kunstgeschichte und Archäologie. Er wurde als Schüler H. von Brunns 1894 in München promoviert und trat dort im selben Jahr in das Königliche Münzkabinett ein, dem er, seit 1907 als dessen Leiter, bis zu seinem Tode angehörte. 1912 wurde er zum Honorarprofessor für Numismatik und Medaillenkunde ernannt. – Bereits in den ersten literarischen Arbeiten H.s klingt das Hauptthema seiner späteren, auf diesem Gebiet wegweisenden Forschungen an: die deutsche Medaille des 16. Jahrhunderts Unter seinen frühen Studien ist vor allem die über Hans Leinberger zu nennen, den er als den bedeutendsten bayerischen Bildschnitzer der Spätgotik neu entdeckte (in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 1906). Entscheidend für H. war die an ihn ergangene Aufforderung W. von Bodes, den Plan zu einem Korpus der deutschen Schaumünzen zu entwerfen. H., der hier weithin Neuland zu betreten hatte, suchte mit seinen 1906/07 erschienenen Studien zur deutschen Renaissancemedaille dafür den Grund zu legen, mit Arbeiten über Dürer, Schwarz, Hagenauer, Weiditz und andere. Während des 1. Weltkrieges faßte er das bisher Erarbeitete in seinem Werk „Die deutschen Medailleure des XVI. Jahrhunderts“ (1916) zusammen. Als Ergebnis seiner Beschäftigung mit den italienischen Medaillen|legte er 1922 „Die Medaillen der italienischen Renaissance“ vor. Das nächste Jahrzehnt war fast ausschließlich dem Korpus der deutschen Schaumünze gewidmet, für das H. inzwischen zahlreiche Reisen im In- und Ausland unternommen hatte. 1929 erschien der 1. Band des vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft geförderten Werkes: „Die deutschen Schaumünzen des XVI. Jahrhunderts“; während der Drucklegung des 4. Bandes starb H. (vollendet von M. Bernhart und P. Grotemeyer, 1934). Er versteht unter Schaumünze nur die Gußmedaille, eine Beschränkung, die ihm gelegentlich Kritik einbrachte. Die Gliederung des Korpus nach Meistern und Schulen ist das Ergebnis einer tiefen Einsicht H.s in Wesen und Bedeutung der Werkstatt, aus der der Medailleur hervorgegangen ist, und in deren maßgebende Rolle für die Ausdrucksform des Künstlers. – Als Leiter des Münzkabinetts erweiterte er dessen Bestände auf allen Gebieten bedeutend, wobei er dem Ausbau der Abteilung Medaillen besondere Aufmerksamkeit zuwandte, so daß das Kabinett auf diesem Gebiet in die Reihe der ersten Sammlungen rückte. Er gründete das „Archiv für Medaillen- und Plakettenkunde“ (1913-26), ein Organ, in dem vor allem noch Ungeklärtes behandelt werden sollte; er förderte die zeitgenössischen, insbesondere die Münchner Medailleure, denen er persönlich verbunden war.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1910).

  • Werke

    Weitere W u. a. Schwertknäufe d. Renaissance, in: Der Cicerone 2, 1910, S. 427.

  • Literatur

    M. Bernhart, in: Mitt. d. Bayer. Numismat. Ges. 51, 1933, S. 1 ff. (W-Verz., P), erg. dazu P. Wolters, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1932/33, S. 21-23;
    Bibliogr. d. Kunst in Bayern, bearb. v. H. Wichmann, 1961, Nr. 7422 f.;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Medaille v. J. Bernhart, 1931, Abb. b. M. Bernhart, s. L;
    Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., III, 1959.

  • Autor/in

    Dirk Steinhilber
  • Empfohlene Zitierweise

    Steinhilber, Dirk, "Habich, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 399 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116351020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA