Lebensdaten
1833 – 1896
Geburtsort
Oberplan (Südböhmen)
Sterbeort
Gmunden (Oberösterreich)
Beruf/Funktion
Musiker ; Komponist ; Organist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11894049X | OGND | VIAF: 61814722
Namensvarianten
  • Habert, Johann Evangelist
  • Habert, Johannes Evangelista
  • Habert, J. E.
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Habert, Johann Evangelist, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11894049X.html [25.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Lorenz, Bäckermeister;
    M N. N., T d. Schulmeisters Josef Jenne;
    N. N.;
    1 S Hans (* 1870), Musikdir. u. Kapellmeister d. Kurkapelle in Gmunden.

  • Biographie

    Während seiner Volksschulzeit in Oberplan erhielt H. bei seinem Onkel, dem Schulmeister Franz Jenne, den ersten Unterricht in Orgelspiel, Singen, Violinspiel, Klarinetteund Waldhornblasen. Autodidaktisch erlernte er Trompete, Posaune und Fagott. Der in Oberplan tätige Zisterzienserpater Gabriel, ein Verehrer und Sänger Schubertscher Lieder, ließ sich von H. auf dem Klavier begleiten. In Linz, wo H. die Höhere Schule und die Lehrerbildungsanstalt besuchte, setzte er 1848 seine musikalischen Studien fort. Nach seiner Tätigkeit als Lehrer in Naarn und Waizenkirchen erhielt er durch Vermittlung des Rechtsanwalts Kienzl, des Vaters des Komponisten W. Kienzl, 1860 die Stelle des Stadtpfarrorganisten in Gmunden am Traunsee, die er bis zu seinem Tode innehatte. 1866 wurde H. bei einem Kompositions-Wettbewerb in Löwen (Belgien) für seine Franziskus-Messe (für 4stimmig gemischten Chor und Orgel op. 8) mit dem 3. Preis bedacht. Die Faktur dieser Messe ist deutlich von seinen kontrapunktischen Studien an den Werken von J. J. Fux geprägt. Der Satz wirkt ein wenig spröde durch die schulmäßige Imitation schlichter Motive. Dafür läßt sich vielfach eine ungekünstelte, vom liturgischen Geschehen angeregte Innerlichkeit beobachten. H. gab auf Anregung Guido Adlers Fuxens Messen und Motetten in den Denkmälern der Tonkunst in Österreich heraus. Adler erreichte auch, daß H. zum korrespondierenden Mitglied der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen berufen wurde, die zugleich die Gesamtausgabe seiner Werke anlegte und finanziell unterstützte. Aus H.s Beschäftigung mit der Gregorianik und mit den kirchenmusikalischen Restaurationsversuchen seiner Zeit entstand die Messe für 4 Singstimmen und großes Orchester zu Ehren Gregors des Großen, in der Melodieteile der „Missa in Dominicis per annum“ verwendet werden. Das Orchester führt dabei keinen selbständigen Part aus, sondern verstärkt den Chorsatz, beziehungsweise füllt ihn klanglich auf. Die kurzen instrumentalen Einleitungen und Zwischenspiele sind durch ausgehaltene Bläserklänge und Dreiklangsbrechungen, beziehungsweise Tonrepetitionen in den Streichern gekennzeichnet, die an die Musik und die Instrumentierungsweise der Vorklassiker erinnern. Für H. war diese Messe der Beweis dafür, daß der alte gregorianische Choral auch innerhalb des Instrumentalklangs lebendig erklingen könne. Er wandte sich, wie auch A. Brückner, in seinen Veröffentlichungen gegen die restaurativen Kräfte des deutschen Caecilianismus mit dem Zentrum Regensburg, der die konzertante instrumentale Kirchenmusik ablehnte. Nach seiner Meinung war von einer bloßen Nachahmung der Musik Palestrinas keine neue fruchtbare Kirchenmusik zu erwarten.|

  • Auszeichnungen

    Päpstl. Gregoriusorden (1894).

  • Werke

    Gesamtausg. in 8 Serien, hrsg. v. H., später v. A. Hartl, 1894 ff.

  • Literatur

    R. Quoika, in: MGG V, Sp. 1197-99 (W, L).

  • Autor/in

    Hans Rudolf Zöbeley
  • Zitierweise

    Zöbeley, Hans Rudolf, "Habert, Johann Evangelist" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 399 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11894049X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA