Lebensdaten
1822 bis 1887
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Wellington
Beruf/Funktion
Geologe ; Paläontologe
Konfession
katholisch,anglikanisch
Normdaten
GND: 116348895 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haast, Julius Johann Franz Ritter
  • Haast, Julius Ritter von
  • Haast, Julius Johann Franz Ritter
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Zitierweise

Haast, Julius Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116348895.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Matthias H. (1784-1852), Schneider u. Lotterie-Einnehmer in B., S d. Friedrich u. d. Adelheid Müller;
    M Anna Eva Theodora (1788–1853), T d. Theodor Rüth u. d. Maria Veronica Haltermann;
    1) Frankfurt/M. 1846 Antonia (1825–59), T d. Alois Schmitt (1788–1866), Pianist u. Komponist (s. ADB 32; Riemann), u. d. Auguste Caroline Wohl, 2) Christchurch/Neuseeland 1863 Mary, T d. Edward Dobson, Provincial Engineer;
    1 S aus 1), 4 S, 1 T aus 2), u. a. Heinr. Ferd. v. H., Jurist, Pro-Chancellor Univ. New Zealand Wellington.

  • Leben

    Schon als Schüler sammelte H. Mineralien. Einige geologische Kollegs hörte er in Bonn bei H. von Dechen und J. J. Noeggerath und war dann in Belgien (1842) und Frankreich kaufmännisch tätig, später in Frankfurt/M. (Jügelsche Buchhandlung). Auf Reisen lernte er große Teile Europas geologisch kennen, auch Rußland und besonders die Alpen. 1858 im Auftrag einer Londoner Reederei wegen deutscher Ansiedlung in Neuseeland sondierend, traf er in Auckland mit F. von Hochstetter, dem Geologen der österreichischen Novara-Expedition, zusammen und nahm an dessen Erforschung beider Inseln so erfolgreichen Anteil, daß ihn 1859 die Regierung von Nelson und 1861 die von Canterbury zum Provinzgeologen bis 1868 bestellte. Danach widmete er sich vornehmlich dem Aufbau des Canterbury Museums in Christchurch, das bis zu seinem Tode vor allem durch Tausch zum reichsten naturwissenschaftlichen Museum der Südhalbkugel anwuchs. Seit 1876 war er auch Professor der Geologie am dortigen College. Durch seine Feststellung pleistozäner Vergletscherung in den neuseeländischen Alpen, bisher unbekannt für diese Hemisphäre, machte er sich bei den europäischen Forschern einen Namen (Briefwechsel über die Tragweite mit R. Murchison). Wirtschaftlich bedeutsam waren die Entdeckung von Kohlenlager, von Gold und anderen Bodenschätzen und sein Gutachten zum Tunnelbau zwischen Christchurch und dem Hafen Lyttleton. Auf botanischem Gebiet sammelte H. erfolgreich für J. Hooker. Darwin bat ihn um Material über die Maoris. H.s paläontologisches Verdienst beruht vor allem auf der Bergung fossiler und subfossiler Reste des Moa und anderer flugunfähiger Riesenvögel, die vor allem nach London und Wien, aber auch nach Darmstadt, Stuttgart und München gingen und die ihn auch unter ethnologischen Aspekten beschäftigten. Auch an der zum Teil folgenschweren Einführung von Pflanzen und Tieren (Bodenerosion) war er maßgebend beteiligt. Die Beziehungen zur alten Heimat, vor allem mit Österreich, pflegte er, bedachte auch das naturhistorische Museum seiner Vaterstadt, förderte 1872 deutsche Einwanderung und war seit 1880 deutscher Konsul. Ein Memorandum H.s anläßlich der Colonial and Indian Exhibition 1886 führte zur Gründung des Imperial Institute in London. Er benutzte seinen Aufenthalt in Europa zum Besuch der Heimat und Österreichs.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. post. erud. (Tübingen 1862), Mitgl. d. Leopoldina (1864), d. Linnean Society London u. d. Royal Society London (1867), Goldene Medaille d. Royal Geogr. Society of London (1884), Dr. Science (Cambridge) u. Officier de l'Instruction Publique Paris (1886).

  • Werke

    W u. a. Hochstetters Reise durch d. nördl. Insel Neuseelands, in: Petermanns Geogr. Mitt., 1860, S. 107-11;
    Forschungen in d. Alpen Neuseelands, ebd., 1863, S. 214, u. 1868, S. 349;
    Bemerkungen üb. d. Struktur u. d. Gewohnheiten v. Strigops habrophilus, in: Verhh. d. Zoolog.-Botan. Ges. in Wien, 1863 (wieder in: Journal f. Ornithol., 1864, S. 340);
    Die neuen Moa-Skelette im Provinzialmus. zu Christchurch, ebd., 1868, S. 67-89;
    On the causes that led to the excavation of deep lake basins in the hard rocks in the South Island of New Zealand, in: Quarterly Journal of the Geological Society 21, London 1864, S. 130;
    Geology of the Provinces of Canterbury and Westland N. Z., Christchurch 1879.

  • Literatur

    F. v. Hochstetter, Neuseeland, 1863;
    H. Lange, in: Dt. Rdsch. f. Geogr. u. Statistik 3, 1881, S. 300 f. (P);
    Proceedings of the Royal Geogr. Society IX, N. S., London 1887, S. 687 f.;
    G. vom Rath, Gedenkrede auf H., in: SB d. Nd.rhein. Ges. f. Natur- u. Heilkde. in Bonn, 1887, S. 217-32;
    C. v. Voit, in: SB d. math.-physikal. Kl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 18, 1888, S. 176-81;
    Judd, in: Quarterly Journal of the Geological Society 44, London 1888, S. 45-47;
    Sir W. Buller, in: Proceedings of the Royal Society London 46, 1889, S. 24-26;
    Heinr. Ferd. v. Haast [S], The life and times of Sir J. v. H., Wellington, N. Z., 1948 (ausführl. W-Verz., P);
    G. H. Scholefield, in: Dict. of New Zealand biogr. II, Wellington 1940, S. 427 f. (L);
    CSP.

  • Autor/in

    Martin Müllerott
  • Empfohlene Zitierweise

    Müllerott, Martin, "Haast, Julius Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 384 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116348895.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA