Lebensdaten
1901 bis 1948
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Schauspielerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116339004 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Halewicz, Maria (verheiratete, geschiedene)
  • Koppenhöfer, Maria
  • Halewicz, Maria (verheiratete, geschiedene)
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Zitierweise

Koppenhöfer, Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116339004.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1866–1942), Dir. d. Hotels Marquardt in St., S d. Gasthofbes. Julius in St. u. Ursula Müller;
    M Dorothea (1864–1909), T d. Rentners Friedrich Bücher u. d. Christiane Vogel;
    (⚮) Dr. Julius Halewicz;
    1 T (jung †).

  • Leben

    Als 12jährige sah K. Goethes „Iphigenie“ mit Emmy Remolt, die ihr Vorbild und mütterliche Freundin wurde. Nach Beendigung der Schulzeit besuchte sie eine Haushaltungsschule. 1921 debütierte sie an der Stuttgarter Volksbühne als Lady Macduff. Acht Tage später spielte sie bereits die Lady Macbeth. Noch im selben Jahr verpflichtete sie Otto Falckenberg für die Münchner Kammerspiele. Sie spielte hier 1921-24 in Stücken von Shakespeare, Turgenjew, Hamsun, Hauptmann, Tagore, Shaw, Kleist, Barlach, Schiller, Grillparzer, aber auch von Picard, Nicodemi, Feuchtwanger, Bronnen und Wedekind. Es folgten Engagements an das Kölner Schauspielhaus (1924/25) und an das Deutsche Theater in Berlin zu Max Reinhardt. Hier trat sie am 20.10.1925 als Frau Ma in Klabunds „Kreidekreis“ zum ersten Mal auf, dann als Kunigunde in „Das Käthchen von Heilbronn“ und als Olga in „Fegefeuer in Ingolstadt“ von M. L. Fleißer. 1926-44 war K. die moderne Heroine und Tragödin des Staatstheaters Berlin. Die stilbildenden Regisseure jener Zeit – Leopold Jessner, Jürgen Fehling, Erich Engel, Lothar Müthel und Gustaf Gründgens – entwickelten K.s darstellerische Fähigkeiten im Zusammenspiel mit anderen bedeutenden Schauspielerinnen und Schauspielern in einer großen Zahl von Aufführungen. Da die Preußischen Staatstheater nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in ihrer alten Form aufgebaut werden konnten, spielte K. seit Dezember 1945 wieder an den Münchner Kammerspielen. Auch der Film gab ihr wichtige Aufgaben.

    K.s Künstlertum war ohne artistische Fertigkeit. Die zuweilen exzentrischen Gestalten ihrer Rollen zeichnete sie scharf – aber nie übertrieben – und einprägsam, nicht zuletzt dank ihrer vollendeten Sprachkultur. K. artikulierte keinen Satz unbedacht; um so bewundernswerter waren ihre Hurtigkeit und schwerelose Heiterkeit, Ergebnisse ihrer Selbstdisziplin und Selbstkritik.

  • Literatur

    R. Bach, Die Frau als Schauspielerin, 1937;
    H. E. Weinschenk, Wir v. Bühne u. Film, 1939;
    H. Ihering, Von Josef Kainz bis Paula Wessely, 1942;
    ders., Der Kampf ums Theater, 1974;
    W. Kiaulehn, Ein weiblicher Magier, in: Die neue Ztg., München, Nr. 109, 1948;
    G. Blöcker, Verführung u. Askese, ebd. v. 11.12.1951;
    P. Fechter, Große Zeit d. Dt. Theaters, 1950;
    A. Kerr, Die Welt im Drama, 1954;
    A. Polgar, Ja u. Nein, 1956;
    K. Harbeck, Schauspieler, 1966;
    W. Stemans, M. K., Diss. München 1958 (Rollenverz.);
    S. Melchinger, Schauspieler, 1965;
    A. Mühr, Dtld. -
    Deine Söhne, 1977;
    Glenzdorffs Internat. Filmlex.;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Koppenhöfer, Maria" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 576 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116339004.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA