Lebensdaten
um 1514 oder 1515 bis 1574
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
bayerischer Kanzler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116335165 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eck, Simon Judas
  • Maier, Simon Thaddäus
  • Maier, Simon Judas
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Zitierweise

Eck, Simon Thaddäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116335165.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Michael Maier s. Genealogie (1);
    M Anna, Schw des Joh. Widman ( 1524), Prof. der Med. in Ingolstadt (s. ADB 42); Halbbruder Johannes s. (1);
    1542 Maria Hereszeller aus Schrobenhausen; kinderlos.

  • Leben

    1522 holte Johann Eck seinen Halbbruder E. nach Ingolstadt (1530 Magister der Artistenfakultät, 1536 Dr. iur. utr.). E. begann seine Tätigkeit bei kirchlichen Behörden in Passau, Salzburg und Eichstätt, 1541 ging er nach Ingolstadt zurück; 1546 wurde er zu Burghausen, 1559 zu München als Kanzler verpflichtet. – Bereits von Burghausen aus griff E. energisch in die Regierungsgeschäfte ein; Herzog Albrecht V. verwandte ihn häufig als Vertreter bei wichtigen Verhandlungen. Während Albrecht, gezwungen durch die veränderte Lage im Reich (Passauer Vertrag 1552, Augsburger Religionsfriede 1555), den drängenderen Forderungen eines Teils des Adels nachgeben mußte, der die Finanznot des Herzogs zu Zugeständnissen besonders in religiösen Fragen ausnutzte, vertrat E. beständig ein entschiedenes Vorgehen gegen die Protestanten. Nach dem Landtag von 1557 rückte E. in die beherrschende Stellung. Geschickt, unbeugsam, nicht so geschmeidig wie Leonhard von Eck, wurde er zum einflußreichen Gegner der Protestanten. Die sogenannte Adelsverschwörung (1563) wußte er mit kluger Hand zu lenken, Albrechts Sorge vor einer Verbindung von Revolution und Reformation zu einer eindeutigen Bereinigung der religiösen und politischen Fragen zu nutzen. Die Bildung des Klerus (Jesuitenkollegien), Kirchenvisitation und -ordnung, der Ausbau von Zentralbehörden (Geistlicher Rat 1573), wodurch die alte Kirche befestigt und das staatliche Kirchenhoheitsrecht verstärkt wurden, lagen ihm besonders nahe. Sein Handeln fügte Bayern in den weiten romanisch-katholischen Kulturkreis ein, ohne den Zusammenhang mit dem Reich aufzulösen. Daß Bayern sich dadurch geistig vom protestantischen Norden Deutschlands abgeschlossen habe, ist eine überholte Ansicht. In der großen Politik wuchs E. zum führenden Staatsmann auf katholischer Seite heran. Bayern übernahm in Deutschland die Führung auf politischem Gebiet, suchte verbliebenes Terrain zu behaupten oder verlorenes zurückzugewinnen. 1567 begann E. die ersten tastenden Versuche, Köln für einen bayerischen Fürstensohn zu gewinnen. Der Kampf um Köln brachte die Konstellation der kommenden Jahrzehnte: an der Spitze der beiden Religionsparteien standen sich Wittelsbacher gegenüber.

  • Literatur

    ADB V;
    Luctus acad. Ingolstad. in obitum Simonis Thad. Eckii, Ingolstadt 1574;
    W. Goetz, Die bayer. Politik im ersten Jahrzehnt d. Regierung Hzg. Albrechts V. v. Baiern (1550–60), 1898;
    ders., in: Briefe u. Akten z. Gesch. d. 16. Jh. V, VI, 1898, 1913 (einschlägig auch I-IV);
    S. Riezler, Zur Würdigung Hzg. Albrechts V. v. Bayern u. seiner inneren Regierung, in: Abhh. d. Hist. Kl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 21, 1898, S. 65-132;
    ders., Gesch. Baierns IV, 1899;
    L. Theobald, Die Einführung d. Ref. in d. Gfsch. Ortenburg, 1914;
    M. Doeberl, Entwicklungsgesch. Bayerns I, 31916, S. 443 f.;
    Corp. Cath. 2, S. 27-29, 16, S. XXXIX f.

  • Portraits

    Kupf. v. P. Weinher, 1572 (Münchener Stadtmus., Maillinger Bilderchronik).

  • Autor/in

    Leonhard Lenk
  • Empfohlene Zitierweise

    Lenk, Leonhard, "Eck, Simon Thaddäus" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 275 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116335165.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eck: Simon Thaddäus E., herzoglich baierischer geheimer Rath und Kanzler, geb. 1515, 1. Febr. 1574. Als jüngerer Stiefbruder des berühmten Theologen Joh. E. (Maier) erblickte er das Licht der Welt in dem Dorfe Eck an der Günz (Landgericht Ottobeuren), kam schon als Knabe nach Ingolstadt, wo er später an der Universität Humaniora studirte und 1530 als Magister der artistischen Facultät absolvirte; dann widmete er sich der Jurisprudenz und wurde 1532 zum Doctor promovirt. In Wien bekleidete er die Stelle eines juristischen Officials des Bischofs von Passau, wurde in Salzburg Assessor des erzbischöflichen Gerichtes und dann Consiliarius des Bischofs zu Eichstädt. Im|J. 1545 wurde er zum Kanzler in dem Rentamte Burghausen ernannt und endlich 1558 von Herzog Albrecht V. an die Spitze der baierischen Landesregierung nach München berufen. Das ihm von Ferdinand I. und Maximilian II. angetragene Amt eines kaiserlichen Vicekanzlers lehnte er ab und nahm nur den Titel eines kaiserlichen Rathes an. — Voll Eifer für den römischen Katholicismus und den Jesuiten innig ergeben, arbeitete E. in München rastlos und energisch an der Säuberung Baierns von allen evangelischen Regungen, sowie an der Besserung des sittlich verwahrlosten Klerus und an der Befestigung der Jesuitenherrschaft. „Zu München hat's ein scharpfes Eck, davon stürzt man Gott's Wort hinweck“ — klagten die des Glaubens wegen Bedrängten, und auch gut katholisch gesinnte Männer, welche das Treiben des mächtig aufstrebenden Ordens an der Universität Ingolstadt beobachten konnten, bedauerten die Bethörung, womit in München Hos und Regierung sich von den Jesuiten berücken ließen: aber selbst die Gegner mußten Eck's Redlichkeit und Unbestechlichkeit anerkennen, während seine Freunde und Anhänger ihn nach seinem Tode als Muster eines glaubenseifrigen, sittenstrengen und gelehrten Mannes verherrlichten und ihm das Hauptverdienst an der Reinigung des Landes von allem Ketzerthum beilegten.

    • Literatur

      Luctus acad. Ingolstad. in obitum ... Sim. Thad. Eckii (Ingolstadt 1574), herausgegeben von Wolfg. Zettel. — Prantl, Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität, Bd. I.

  • Autor/in

    Kluckhohn.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kluckhohn, August von, "Eck, Simon Thaddäus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 606-607 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116335165.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA