Lebensdaten
1894 bis 1956
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116332409 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ebert, Johannes Ludwig
  • Ebert, Ludwig
  • Ebert, Johannes Ludwig

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Zitierweise

Ebert, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116332409.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1856–1905), Kaufm. in Würzburg, S des, Joh. Leonh., Kaufm. in Mainz;
    M Emilie (1865–1919), T des Notars Andreas Förster in Schweinfurt;
    Würzburg 1923 Ottilie, T des Großkaufmanns Frdr. Stock;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    E. begann 1912 in Würzburg sein Chemiestudium, konnte es aber als Kriegsteilnehmer erst 1920 fortsetzen (Promotion bei H. von Halban, Würzburg 1923). Anschließend arbeitete er bei N. Bjerrum in Kopenhagen (1923–25), bei W. H. Keesom in Leiden und am Kaiser-Wilhelm-Institut bei F. Haber in Berlin-Dahlem (1926–28). 1928 habilitierte er sich an der Universität Berlin und erhielt kurz darauf ein Extraordinariat in Würzburg. 1934 wurde er an die TH Karlsruhe auf den Lehrstuhl von G. Bredig und von dort 1940 als Vorstand des I. Chemischen Instituts an die Universität Wien berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. – Charakteristisch für E. waren seine souveräne Stoffbeherrschung und sein Hang zur Systematik, Eigenschaften, die ihn befähigten, innere Zusammenhänge zwischen neuen, in Entwicklung begriffenen Forschungsgebieten zu erkennen, diese zu ordnen und allgemein zugänglich zu machen. So entstand schon 1921 ein zusammenfassender Bericht über den damals noch wenig bearbeiteten Fragenkreis der „Anomalien starker Elektrolyte“ (Jahrbuch der Radioaktivität und Elektronik 18, 1921, S. 134-96). Nach Jahren eigener experimenteller Arbeit auf diesem Gebiete folgten die Beiträge „Leitfähigkeit in flüssigen Elektrolyten“ und „Überführungszahlen in flüssigen Elektrolyten“ in Wien-Harms' Handbuch der Experimentalphysik (XII, 1, 1932, S. 1-289, 293-380). 1924 erkannte E. den Zusammenhang zwischen dielektrischer Polarisation und Molekülbau. Seine grundlegenden Erkenntnisse faßte er in einem Artikel der „Leipziger Vorträge“ (1929, S. 44-77) zusammen. E. war ungemein vielseitig und befaßte sich neben den bereits angeführten Arbeitsrichtungen mit zahlreichen anderen Problemen auf den verschiedensten Gebieten der physikalischen Chemie. U. a. lieferte er wertvolle Beiträge zur Thermodynamik flüssiger Mischungen, zur Kenntnis der Zustandsänderungen bei hohen Drucken sowie zur Theorie des Schmelzpunktes. – Mitglied der Akademie der Wissenschaften Wien, New York und Bologna.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bedeutung d. dielektr. Polarisation in reinen Stoffen u. Mischungen, in: Zs. f. physikal. Chemie 113, 1924, S. 1-27; Abhängigkeit d. osmot. Koeffizienten v. chem. Bau d. Ionen, ebd. A 139, 1928, S. 584-96, u. A 149, 1930, S. 389-407 (mit J. Lange);
    Theorie d. Schmelzpunktes, in: Mhh. f. Chemie 77, 1947, S. 398-405;
    Dampfdrucke binärer flüss. Mischungen, ebd. 82, 1951, S. 63-78 (mit H. Tschamler u. F. Kohler);
    Zur Kenntnis d. Henryschen Gesetzes, ebd. 84, 1953, S. 181-92 (mit F. Kohler);
    Einfache Dampfdruckformel f. hohe reduzierte Drucke, in: Masch.-Bau u. Wärmewirtsch. 3, 1948, S. 111 f.;
    Saure u. basische Funktion, in: Österr. Chemiker-Ztg. 50, 1949, S. 184-90 (mit N. Konopik); Über d. Schmelzen bei hohen Drucken u. d. Existenz e. krit. Punktes Kristall/Schmelze, ebd. 55, 1954, S. 1-11. – Mithrsg.: Mhh. f. Chemie (seit 1946).

  • Literatur

    N. Konopik, in: Journal of Education 31, New York 1954, S. 458 f.;
    H. Nowotny, in: Österr. Chemiker-Ztg. 55, 1954, S. 150;
    ebd. 57, 1956, S. 332 (W);
    Chemiker-Ztg. 78, 1954, S. 433 f.;
    G. Kortüm, in: Zs. f. Elektrochemie 61, 1957, S. 457 f.;
    O. Kratky, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 107, 1957 (W, P);
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Nelly Konopik
  • Empfohlene Zitierweise

    Konopik, Nelly, "Ebert, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 258 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116332409.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA