Lebensdaten
1881 bis 1950
Geburtsort
Ratibor
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Oberpräsident von Oberschlesien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116305223 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Proske, Alfons

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Proske, Alfons, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116305223.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (* 1850), Volksschullehrer in R.;
    M Valeska Höflich;
    1910 Gabriele Krause;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1900 am Humanistischen Gymnasium Ratibor studierte P. Rechts- und Staatswissenschaften in München, Berlin und Breslau (1903 erste Jurist. Prüfung, 1905 Dr. iur.). Nach der großen juristischen Staatsprüfung 1908 war er in Reinerz und Breslau beschäftigt. Wiederholt hielt er sich zu Studienzwecken in England auf. 1909 wurde P. zum Magistrats-Assessor und ein Jahr später zum besoldeten Stadtrat seiner Vaterstadt gewählt; während des 1. Weltkriegs oblag ihm u. a. die Verantwortung für die Lebensmittelversorgung. 1920 berief ihn die preuß. Staatsregierung zum Oberpräsidialrat beim Oberpräsidenten in Breslau. Der Breslauer Universität diente er als stellvertretender Kurator. Im selben Jahr übernahm P. das Amt des Regierungspräsidenten in Marienwerder, wo er sich besonders mit deutsch-poln. Grenzfragen zu befassen hatte. Seine dabei erzielten Erfolge und das Talent zur Bündelung der deutschen Parteien und Gruppierungen überzeugte so sehr, daß er 1923 zum Oberpräsidenten der jungen Provinz Oberschlesien berufen wurde, der gleichzeitig als kommissarischer Regierungspräsident von Oppeln amtierte. Seine oberschles. Herkunft, die konfessionelle Übereinstimmung mit der zu über 90% kath. Bevölkerung des Gebiets und die Zugehörigkeit zu dem in der Provinz führenden Zentrum kamen ihm hierbei zustatten. Nach den im oberschles. Abstimmungskampf und den drei Polenaufständen entbrannten schweren Auseinandersetzungen trug seine mit dem Genfer Abkommen 1922 übereinstimmende Minderheitenpolitik, die durch Toleranz und Großzügigkeit gegenüber den in der Provinz lebenden Polen gekennzeichnet war, wesentlich zur Verringerung der nationalen Gegensätze bei – seine bedeutendste und weit über Oberschlesien hinausweisende vorbildliche Leistung. Nach über fünfjähriger Wirksamkeit als Oberpräsident bat P. aus gesundheitlichen Gründen um die Abberufung, wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt und 1929 zum Kurator der Univ. Bonn ernannt. Die nationalsozialistische Regierung beurlaubte den ihr mißliebigen Demokraten im Juli 1933 „zur Wiederherstellung der Gesundheit“ und entließ ihn am 26.3.1934 aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. P. zog nach Berlin, 1940 nach Freiburg (Br.), wo er nach dem Krieg einige Jahre am Amtsgericht als Richter arbeitete.|

  • Auszeichnungen

    Ehrensenator d. Univ. Breslau; Ehrenbürger v. Ratibor.

  • Werke

    Die Unterschiede zw. e. gemeinschaftl. Testament u. e. Erbvertrage, Diss. Breslau 1905;
    Individuum u. Gemeinschaft, in: E. Laslowski (Hg.), Kulturelle Neuanfänge im dt. Osten, 1923, S. 55-60;
    Inwiefern hat d. Volksver. bisher bereits d. Botschaft d. Hl. Vaters üb. d. Kgt. Christi praktisch betätigt, in: Die Reden gehalten in d. öff. Versammlungen d. 65. Gen.-Verslg. d. Katholiken Dtld.s zu Breslau 21.-25. August 1926, 1926, S. 140-50;
    Der Minderheitenschutz in Oberschlesien, in: 10 J. Prov. Oberschlesien, 1929, S. 16-18;
    Oberschlesien, in: Staatslex. III, 51929, Sp. 1656–66.

  • Literatur

    Ein Sohn unserer Heimat, in: Ratiborer Heimatbote f. d. J. 1926, S. II-IV (P);
    K. Th. Schäfer, Vfg.gesch. d. Univ. Bonn 1818 bis 1960 mit Anhang Bonner Kuratoren 1818 bis 1933 v. G. Stein v. Kamienski, 1968, S. 562 f.;
    G. Webersinn, Die Prov. Oberschlesien, Ihre Entstehung u. d. Aufbau d. Selbstverw., in: Jb. d. Schles. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Breslau 14, 1969, S. 275-329;
    Rhdb.

  • Autor/in

    Hans-Ludwig Abmeier
  • Empfohlene Zitierweise

    Abmeier, Hans-Ludwig, "Proske, Alfons" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 743 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116305223.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA