Lebensdaten
1799 bis 1861
Geburtsort
Göttingen
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Mediziner ; Leibarzt in Dresden ; Chirurg ; Ophthalmologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116299347 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ammon, August von
  • Ammon, Friedrich August von
  • Ammon, August von

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Zitierweise

Ammon, Friedrich August von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116299347.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph Friedrich von Ammon (s. 1);
    1) Dresden 1.12.1824 Natalie Redlich, 2) 29.1.1853 Natalie Ernestine, verwitwete von Baranow, geborene von Bodelschwingh;
    E Max Freiherr von Hausen (1846–1922) Generaloberst und sächsischer Kreigsminister und Ministerpräsident (s. DBJ IV, S. 85-90 und Totenliste).

  • Leben

    Nach Studien in Leipzig und Göttingen unternahm A. 1821/22 eine Reise nach Frankreich, über die er in seiner Schrift „Parallele der französischen und deutschen Chirurgie“ (1823) berichtete. 1822 ließ er sich als Arzt in Dresden nieder, wo er an Augenhospital und Blindeninstitut tätig war. Seit 1828 war er dort Professor der allgemeinen Pathologie, Materia medica, Polyklinik und Direktor der chirurgisch-medizinischen Akademie. 1837 wurde er Leibarzt König Friedrich Augusts II. von Sachsen. A. gehört zu den bedeutenden deutschen Chirurgo-Ophthalmologen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er erwarb sich Verdienste um die plastische Chirurgie, ebensosehr durch kritische Darstellung wie durch Angabe neuer Verfahren. Bedeutend war er jedoch vor allem als Augenarzt; er bemühte sich, die Augenheilkunde auf ein genaues Studium der normalen und pathologischen Anatomie zu gründen.

  • Werke

    Weitere W Die ersten Mutterpflichten, 1827, 431927;
    Klin. Darstellung d. Krankheiten u. Bildungsfehler d. menschl. Auges, nebst Atlas, 4 T., 1838–47;

    Die angeborenen chirurg. Krankheiten d. Menschen, 1839–42;

    Plast. Chirurgie, 1842;
    Brunnendiätetik, 1825, 71880 (neu bearb. v. H. Reimer).

  • Literatur

    ADB I; E. Zeis, Rede z. Gedächtnis F. A. v. A.s 1861;
    Dresdner Neue Presse 12, 1936, Nr. 25;
    BLÄ I, 1929, Erg.-Bd. 1935 (W).

  • Portraits

    Stich v. L. Linsen nach Zeichnung v. F. Hanfstaengl;
    Lithogr. v. F. Hanfstaengl, 1835;
    Phot. v. Brockmann (um 1850);
    Holzschnitt in: LIZ 36, 1861, S. 429.

  • Autor/in

    Magnus Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Magnus, "Ammon, Friedrich August von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 254 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116299347.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ammon: Friedrich August v. A., Arzt, geb. 10. Sept. 1799 zu Göttingen, wo sein berühmter Vater Christoph Friedr. v. A. damals Theologie lehrte; und 18. Mai 1861. Er erhielt seine erste Erziehung auf den Gymnasien zu Erlangen und Schulpforte, und studirte Medicin in Leipzig und Göttingen. Schon seine erste Schrift: „Somni vigiliarumque status morbosi“ (Göttingen 1820), erhielt in letzterer Stadt den ersten Preis. Hierauf zum Doctor promovirt, schrieb er seine Inauguralthese: „Ophthalmoparacenteseos historia“, eine jetzt noch schätzenswerthe Abhandlung (Göttingen 1821). Von seinen Reisen durch Deutschland und Paris zurückgekehrt, beschäftigte er sich seit 1823 in Dresden hauptsächlich mit chirurgischer Anatomie und Chirurgie, und 1823 erschien eine mit Unparteilichkeit geschriebene Arbeit: „Vergleich zwischen französischer und deutscher Chirurgie“. Bald darauf wurde er Assistent beim berühmten Leibchirurgen des Königs, Hedenus, und einige Jahre später Arzt am Augenhospital und Blindeninstitut in Dresden. Im J. 1828 erhielt er nebenbei noch die Stelle eines Professors der theoretischen Medicin, und wurde Director der medicinisch-chirurgischen Akademie in Dresden, wo er seine bekannte Schrift „De genesi et usu maculae luteae in retina oculi humani obvia“ (1830) veröffentlichte. — Ammon's Verdienst besteht hauptsächlich darin, daß er, weit entfernt den Vorurtheilen seiner Zeit zu huldigen, und die Krankheiten für selbständige Existenzen zu halten, vielmehr dieselben möglichst zu localisiren und anatomisch festzustellen suchte, und so war sein Lehrstuhl, den er bis 1837 behielt, einer der besuchtesten. 1837 wurde er Leibarzt des Königs von Sachsen, und erhielt 1844 den Titel eines geheimen Medicinalrathes. 1857 hatte er das Unglück den rechten Fuß zu brechen, und von da an wurde seine Gesundheit schwankend, indem sich starke Fettsucht in den verschiedenen Organen entwickelte. Sein wichtigstes und bekanntestes Werk ist: „Klinische Darstellung der Krankheiten und Bildungsfehler des menschlichen Auges, nebst Atlas", in 3 Theilen, Berlin 1838—47. Für die Chirurgie ist sein Werk über „Die angeborenen chirurg. Krankheiten der Menschen" (1839—42) und seine „Plastische Chirurgie" (1842) besonders wichtig. Auch seine populären Schriften sind viel gebraucht; „Die ersten Mutterpflichten und die erste Kindespflege", (von 1827—70 14 mal aufgelegt); „Belehrungsbuch für junge Frauen und junge Mütter" (bis 1864 11mal aufgelegt); „Brunnendiätetik" (1825—54 in 5 Auflagen erschienen). Außerdem schrieb er noch eine Masse schätzenswerther Journal-Artikel, und redigirte 1831—37 die „Zeitschrift für Ophthalmologie“, (3 Bände) und 1838—40 mit Walther gemeinschaftlich die „Monatsschrift für Medicin, Augenheilkunde und Chirurgie“ 3 Bände.

  • Autor/in

    Rothmund.
  • Empfohlene Zitierweise

    Rothmund, August, "Ammon, Friedrich August von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 406 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116299347.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA