Lebensdaten
1878 bis 1956
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116280441 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Prandtl, Wilhelm Antonin Alexander
  • Prandtl, Wilhelm
  • Prandtl, Wilhelm Antonin Alexander

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Zitierweise

Prandtl, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116280441.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Antonin (s. Gen. 1);
    M Eleonore Lietlein (1854–1900), aus Eisenstein (Böhmen);
    München 1914 Anna Kul (1889–1953), , T d. Karl Kuh (1853-1914), aus Prag, Justizrat in Wien, u. d. Cäcilie Goldscheider (1866-1942 Theresienstadt, vgl. u. a. Biographisches Gedenkbuch der Landeshauptsadt München, Bd. 1, S. 756); Gvv d. Ehefrau Emil Kuh (1828-76), Literaturkritiker (s. NDB 13);
    Vt Ludwig (s. 1).

  • Leben

    P. verbrachte nahezu sein ganzes Leben in München: Hier besuchte er das Gymnasium, studierte seit 1897 Chemie bei Adolf v. Baeyer (1835–1917) und wurde 1901 mit einer Arbeit über Seltenerdelemente promoviert (Über einige neue Bestandteile d. Euxenits). Anschließend arbeitete er zwei Jahre beim „Österr. Verein für chemische und metallurgische Produkte“ in Aussig/Elbe. An die Univ. München zurückgekehrt, war er 1903/04 Assistent bei Albert Hilger (1839–1905) und dann bis 1910 bei dessen Nachfolger Theodor Paul (1862–1928) am Laboratorium für Angewandte Chemie. 1906 habilitierte sich P. mit einer Untersuchung über Vanadiumkomplexe (Verbindungen höherer Ordnung zw. d. Oxyden RO2 u. R2O5). 1910 wurde er als Nachfolger von Karl Andreas Hofmann (1870–1940) ao. Professor an der Univ. München und Leiter der anorganischen Abteilung des Chemischen Laboratoriums der Bayer. Akademie der Wissenschaften. 1937 auf Druck der Nationalsozialisten seines Amtes enthoben (seine Gattin war „nichtarischer“ Abstammung), wurde P. 1946 als persönl. Ordinarius wieder berufen und sofort|emeritiert. Bis zu seinem Tod befaßte er sich hauptsächlich mit der Geschichte der Chemie, zu der er schon seit 1937 Beiträge geliefert hatte.

    Die Synthese des Trichlornitrosomethans sowie Untersuchungen über Derivate der Kohlensäure machen nur einen geringen Teil von P.s Arbeiten aus. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Trennung und Reindarstellung der Seltenen Erden. In diesem experimentell sehr schwierigen Feld modifizierte und verbesserte P. prinzipiell bekannte Methoden (quantitative basische Ausfällung, elektrolytische Reduktion) und konnte die gesamte Reihe (mit Ausnahme d. Holmiums) in bislang nicht erreichter Reinheit darstellen. Seine Präparate dienten als Standard für die exakten Atomgewichtsbestimmungen Otto Hönigschmids (1878–1945) und der Bestimmung der Funkenspektren am Observatorium des Vatikans.

  • Werke

    u. a. Art. in: Gmelin/Kraut/Friedheim (Hg.), Hdb. d. anorgan. Chemie. III/2, 1908, über Vanadium (S. 54-216), Tellur (S. 852-933), Wismut (S. 934-1047), IV,1,1911, über Germanium (S. 217-32);
    Trennung d. seltnen Erden durch bas. Fällung I-VI. in: Zs. f. anorgan. Chemie 120, 1922, S. 120-28 (mit J. Rauchenberger), 122, 1922, S. 159-66 (mit J. Lösch), 127, 1923, S. 209-14 (mit dems.), 129, 1923, S. 176-80 (mit J. Rauchenberger), 136, 1924, S. 283-88 (mit A. Grimm), 149, 1925, S. 235-62 (mit K. Huttner);
    Darst. v. reinem Erbiumoxyd, ebd. 198, 1931, S. 157-61;
    Vorkommen d. Mangan-Homologen Nr. 43, 61 u. 75. in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 60, 1927, S. 621-23;
    Trichlor-nitroso-methan u. Dichlor-formoxim. ebd. 62, 1929, S. 1754-68 (mit K. Sennewald);
    The Chemistry section of the Dt. Mus., in: Journal of Chemical Education 7, 1930, S. 762-81;
    Gaskampfstoffe u. Gasvergiftungen, 1931 (mit J. Fessler u. H. Gebele);
    Humphry Davy u. Jöns Jakob Berzelius, 1948;
    Wellenlängen v. Spektren in Å- u. E-Einheiten, 1951;
    Dt. Chemiker in d. ersten Hälfte d. 19. Jh., 1952, 21956;
    Die Gesch. d. Chem. Laboratoriums d. Bayer. Ak. d. Wiss. in München, 1952.

  • Literatur

    Zs. f. anorgan. Chemie 256, 1948, S. 1 f.;
    R. E. Oesper, in: Journal of Chemical Education 26, 1949, S. 398 f. (P);
    Naturwiss. Rdsch. 6, 1953, S. 130;
    Chemiker-Ztg. 77, 1953, S. 220, 80, 1956, S. 788;
    W. Leibbrand, in: Archives Internat. d'Hist. des Sciences 10, 1957, S. 91 f.;
    Pogg. V-VII a (W-Verz.).

  • Autor/in

    Claus Priesner
  • Empfohlene Zitierweise

    Priesner, Claus, "Prandtl, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 672-673 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116280441.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA