Lebensdaten
1882 bis 1945
Geburtsort
Luckenwalde
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116273992 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koebe, Paul

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Zitierweise

Koebe, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116273992.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann, Fabrikbes.;
    M Emma Krämer; ledig.

  • Leben

    K. gehört zu den deutschen Mathematikern, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die moderne Funktionentheorie begründet haben (A. Hurwitz, E. Landau, L. Lichtenstein, H. Weyl, L. Bieberbach, R. Courant). Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Berlin studierte er 1900-05 Mathematik an den Universitäten Kiel und Berlin und daneben auch an der TH Charlottenburg. 1905 promovierte er mit einer Arbeit über analytische Funktionen, die ein Additionstheorem zulassen. (Ref.: H. A. Schwarz und F. Schottky). 1907 habilitierte sich K. in Göttingen, 1910 wurde er außerordentlicher Professor der Mathematik und 1913 Mitdirektor des mathematischen Seminars und Instituts in Leipzig; 1914 erfolgte seine Berufung als Nachfolger von Johann Thomae nach Jena. Rufe nach Basel, Köln und Erlangen lehnte er ab; 1926 ging er aber wieder nach Leipzig zurück. – Auf dem 4. Internationalen Mathematiker-Kongreß in Rom 1908 referierte er über ein allgemeines Uniformisierungsprinzip und begann damit eine lange Reihe von Arbeiten, die schließlich zu dem von H. Poincaré lange gesuchten, von F. Klein, H. A. Schwarz, F. Schottky und anderen vorbereiteten Beweis für den Hauptsatz der allgemeinen Uniformisierungstheorie führten, der nach ihm benannt wurde. Er beinhaltet die Verallgemeinerung des Riemannschen Abbildungssatzes, daß jedes schlichtartige Gebiet sich eindeutig und konform auf ein schlichtes Gebiet abbilden läßt, was darauf hinausläuft, für beliebige analytische Funktionen eindeutige Parameterdarstellungen zu finden. – Seine weiteren Arbeiten auf dem Gebiete der Funktionentheorie (zum Beispiel der K.sche Verzerrungssatz mit der K.schen|Konstanten), zur Potentialtheorie, zur allgemeinen Kontinuitätsmethode und zu deren Wesen und Begründung sowie zur nichteuklidischen Geometrie sind teilweise Meisterwerke und trugen ihm den Ehrenpreis der Preußischen Akademie der Wissenschaften, den mathematischen Preis des Königs von Schweden (1927) und den Ackermann-Teubner-Preis (1920) ein.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Göttingen (1915), Berlin (1925) u. Leipzig (1927).

  • Werke

    Weitere W u. a. Uniformisierungstheorem u. s. Bedeutung f. d. Funktionentheorie u. nicht-Euklid. Geometrie, in: Ann. di Matem. Brioschi 21, 1913;
    Allg. Theorie d. Riemannschen Mannigfaltigkeiten (Konforme Abb. u. Uniformisierung) in: Acta Mathematica 50, 1927 (Preisschr.);
    Hydrodynam. Potentialströmungen in mehrfach zusammenhängenden ebenen Bereichen in Zusammenhang mit d. konformen Abb. solcher Bereiche, in: Berr. d. Sächs. Ak. d. Wiss., Math.-Physikal. Kl. 87, 1935.

  • Literatur

    Sächs. Ak. d. Wiss., Jb. 1949–53, S. 44;
    Rhdb. (P);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Otto Volk
  • Empfohlene Zitierweise

    Volk, Otto, "Koebe, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 287-288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116273992.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA